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Moderne Rheuma-Therapien: Das Immunsystem in die richtigen Bahnen lenken

(Wien, 3.8.2020)

Aus dem Inhalt

Priv.-Doz. Dr. Johannes Grisar (Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Sanatorium Hera in Wien) gibt einen Überblick, wie die Behandlungsziele bei den häufigsten rheumatischen Erkrankungen aussehen und welche modernen Therapiemöglichkeiten helfen können, diese zu erreichen.

 

Mehr Infos zu dieser Thematik finden Sie auch in unserem Artikel über Rheuma.

 

Folgende Aspekte werden im Vortrag behandelt (siehe Minutenangabe):

 

MinuteThema

01:33

Was ist Rheuma?

03:38

Unterschiede zwischen Arthritis und Arthrose

05:26

Rheumatoide Arthritis

09:23

Rheumafaktoren

11:18

Bildgebende Verfahren im Überblick

12:35

Diagnose von Rheuma

14:20

Das Therapieziel

15:36

Was bedeutet Remission?

18:13

Behandlung der rheumatoiden Arthritis

26:36

Zusammenfassung

Fragen an den Referenten

Gibt es auch Forschungsansätze, die langfristig eine Heilung von Rheuma ermöglichen könnten?

Priv.-Doz. Dr. Johannes Grisar: Die meisten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind derzeit nicht heilbar. Allerdings können wir mit den derzeitigen Medikamenten bei vielen Erkrankungen bei einem zweistelligen Prozentsatz der Patienten eine Remission ("Schlafen" der Erkrankung) erzielen. 

 

Soll man beim Sport auch mal über die "Schmerzgrenze" gehen? Oder schadet man damit den betroffenen Gelenken?

Grisar: Man sollte auf den eigenen Körper hören und die persönliche "Schmerzgrenze" nicht überschreiten. Insbesondere bei entzündeten Gelenken ist dies kontraproduktiv.

 

Besteht die Gefahr, dass sich mein Körper an die Medikamente "gewöhnt" und diese die Schmerzen nicht mehr lindern?

Grisar: Es besteht die Möglichkeit des sogenannten "Sekundärversagens". Das heißt der Körper spricht anfangs gut auf ein Medikament an, welches mit der Zeit allerdings an Wirkung verliert. Dieser Zustand kann sich – muss sich aber nicht – einstellen. Zum Glück haben wir bei den meisten Erkrankungen mehrere Medikamente zur Verfügung, so, dass es im Falle des Sekundärversagens Alternativen gibt.

 

Kann ich von den Medikamenten abhängig werden?

Grisar: Die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit besteht meist bei einer gewissen Art von Schmerzmedikamenten oder Psychopharmaka. Bei der Basistherapie rheumatologischer Erkrankungen besteht zumeist keine Gefahr einer Abhängigkeit.

 

Macht eine psychologische Schmerztherapie Sinn? Welche Optionen gibt es dabei?

Grisar: Psychologische oder, wenn notwendig, auch psychiatrische Therapie ist je nach Patient und Situation eine sinnvolle Unterstützung bzw. Ergänzung. Sie richtet sich auch nach der Schwere der Erkrankung. Gut eingestellte Patienten werden eine solche weniger benötigen als Patienten mit einer hohen Krankheitsaktivität.

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