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Lebenselixier Blut

Lebenselixier Blut: Woraus besteht es?
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Blut kann zurecht als "Saft des Lebens" bezeichnet werden. (Kateryna Kon / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters BLUT

Blut ist ständig im Fluss und versorgt alle Körperzellen mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen.

Blut ist eine ganz besondere Substanz, die man auch als flüssiges Organ bezeichnet. Es fließt durch ein weit verzweigtes System an Blutgefäßen – weg vom Herzen durch die Arterien und retour durch die Venen. Dabei erreicht es alle Bereiche unseres Körpers von den Zehenspitzen bis zu den Haarwurzeln. Auf seiner Reise erledigt das Blut lebenswichtige Aufgaben.

Die Aufgaben

  • Blut versorgt die Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Mithilfe von Botenstoffen (Hormonen) leitet es Informationen an das Gehirn weiter und bildet somit eine Ergänzung zum Nervensystem.
  • Es transportiert Stoffwechselprodukte zu den Ausscheidungsorganen (Leber, Niere).
  • Es reguliert den Wärmehaushalt des Körpers.
  • Es hilft als Teil des Immunsystems bei der Abwehr von Krankheitserregern.
  • Bei Verletzungen gerinnt es nach einer gewissen Zeit der Blutung und verschließt die Wunde von innen.

Diese Funktionen können allerdings durch eine Reihe von Bluterkrankungen gestört werden was der Gesundheit erheblich schaden kann. Dazu zählen sowohl gutartige Erkrankungen wie Anämie (Blutarmut) oder Blutgerinnungsstörungen, als auch Tumorerkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs) und Lymphome (Lymphdrüsenkrebs). Blut wird also zurecht auch Lebenssaft genannt.

Blut in Zahlen

  • 5-6 Liter Blut fließen durch den Körper eines Erwachsenen.
  • Blut macht bis zu 8 % unseres Körpergewichts aus.
  • Gut 8.600 Liter Blut pumpt das Herz täglich durch den Körper.
  • Blut besteht zu fast 43 % aus roten Blutkörperchen.
  • Alle menschlichen Blutgefäße zusammen sind mehr als 100.000 Kilometer lang.
  • Pro Tag werden rund 200 Milliarden neue Blutzellen gebildet.
  • Etwa eine Minute benötigt das Herz, um das Blut im Kreislauf einmal durch den gesamten Organismus zu pumpen.

Wo wird Blut gebildet?

Für die Bildung von Blutzellen (Hämatopoese) sind bei Erwachsenen vor allem die Stammzellen im Knochenmark verantwortlich. Knochenmark ist beispielsweise in den Becken- und Oberschenkelknochen, den Schulterblättern und den Knochen der Wirbelsäule vorhanden. Stammzellen bilden sich das gesamte Leben lang neu und können verschiedene Blutbestandteile nachbilden. Reife Blutzellen gelangen vom Knochenmark in den Blutkreislauf und nehmen dort ihre Funktion auf.

Woraus besteht Blut?

  • Blutplasma: Das sind die flüssigen Bestandteile des Blutes. 90 bis 95 Prozent des Plasmas sind Wasser, der Rest sind darin gelöste Stoffe wie Elektrolyte und Bluteiweiße.
  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Sie enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff an sich bindet. Die Erythozyten sorgen somit für den Transport von Sauerstoff von der Lunge in den Körper und für den Abtransport von Kohlendioxid. Sie machen etwa 43 % des Blutes aus.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): spielen eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem. Ihre Aufgabe ist es, den Körper vor Krankheitserregern zu schützen. Ihr Anteil am Blut beträgt etwa 0,07 %.
  • Blutplättchen (Thrombozyten): Sie sorgen dafür, dass das Blut gerinnt, wodurch sich beispielsweise offene Wunden schließen. 2,14 % des Blutes machen sie aus.
  • Blutserum bezeichnet den flüssigen Anteil des Blutes, der keine festen Bestandteile, wie rote, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen, enthält.

 

Das Blut besteht aus verschiedenen Bestandteilen. Bei einem Blutbild wird deren Konzentration bestimmt. Erhöhte oder zu niedrige Werte können – müssen aber nicht – auf eine Erkrankung hindeuten. Als Normalwerte gelten:

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): 4,3-5,2 Mio./µl (Millionstel eines Liters) bei Frauen und 4,8-5,9 Mio./µl bei Männern. Blutfarbstoff Hämoglobin: 12-16g/dl bei Frauen und 14-18g/dl bei Männern.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Als normale Werte gelten 4-10 Tsd./µl bei Frauen und Männern.
  • Blutplättchen (Thrombozyten): 150-400 Tsd./µl bei Frauen und Männern.

 

Zudem wird bei einem kleinen Blutbild der Hämatokrit-Wert bestimmt. Dieser gibt die Viskosität, also die "Konsistenz" des Blutes an. Hier gilt bei Frauen als Normalwert 37-45 %, bei Männern 40-52 %.

Die Blutgruppen

Im Jahr 1901 stellte der österreichische Immunologe Karl Landsteiner Untersuchungen zu Immunreaktionen an. Dabei entdeckte er zwei verschiedene Antigene, die er A und B nannte. Antigene sind Proteine, die in einem Organismus eine spezifische Immunreaktion auslösen können. Landsteiner fand heraus, dass nicht jeder Mensch über dieselben Antigene auf den roten Blutkörperchen verfügt und konnte die vier Blutgruppen A, B, AB und 0 definieren. Je nach Blutgruppe bildet das Immunsystem sogenannte Antikörper. Das bedeutet, ein Mensch der Blutgruppe A verfügt über Antikörper gegen B und umgekehrt. Bei Blutgruppe AB werden hingegen keine Antikörper gebildet. Gruppe 0 bedeutet, dass Antikörper sowohl gegen A als auch gegen B vorhanden sind. Werden die Blutgruppen vermischt – etwa bei einer Bluttransfusion – kann es zu gefährlichen Verklumpungen der Blutkörperchen kommen. Für diese Entdeckung erhielt Karl Landsteiner im Jahr 1930 den Nobelpreis für Medizin.

 

Das Rhesussystem

Zusammen mit dem amerikanischen Hämatologen Alexander S. Wiener entdeckte Karl Landsteiner im Jahr 1940 das zweite wichtige System zur Blutgruppenbestimmung. Ebenfalls an der Entdeckung des Rhesussystems beteiligt waren die namensgebenden Versuchsaffen. Beim Rhesusfaktor handelt es sich um ein weiteres Antigen auf den roten Blutkörperchen, über das man entweder verfügt (rhesuspositiv) oder eben nicht (negativ). Analog zum System AB0 bilden rhesusnegative Menschen Antikörper gegen rhesuspositives Blut. Somit ist auch dieser Faktor bei Bluttransfusionen zu beachten.

 

Verteilung der Blutgruppen in Österreich

BlutgruppeHäufigkeit
A+37 %
0+30 %
B+12 %
A-7 %
0-6 %
AB+5 %
B-2 %
AB-1 %

Während in Mitteleuropa die Blutgruppe A am häufigsten vorkommt, dominiert bei den Ureinwohnern Amerikas die Blutgruppe 0 mit etwa 90 Prozent. In Asien kommt die Blutgruppe B am häufigsten vor.

Video: Bluterkrankungen

Rückblick auf den MINI MED Schwerpunkttag zum Thema Blut in Linz. (4.2.2020)

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


10.01.2020
QUELLEN
Interview mit OA Univ.-Prof. Dr. Michael Pfeilstöcker MBA vom 06.08.2018
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