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Tastuntersuchung der Brust

Eine Tastuntersuchung der Brust kann man auch selbst zu Hause durchführen.
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Eine Tastuntersuchung der Brust sollten Sie in regelmäßigen Abständen selbst durchführen. (Mike_O / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters BRUSTKREBS

Die Selbstuntersuchung der Brust ist neben dem Einsatz bildgebender Verfahren (Mammographie und Brustultraschall) die wichtigste Möglichkeit für Frauen, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen.

Eine Tastuntersuchung der Brust sollte jeden Monat idealerweise zum gleichen Zeitpunkt im Zyklus durchgeführt werden, um eventuelle Veränderungen besser zu erkennen. Frauen nach dem Wechsel sollten einen fixen Tag im Monat für die Selbstuntersuchung bestimmen. Der Frauenarzt hilft Ihnen bei offenen Fragen. Wichtig ist, sich nicht selbst verunsichern zu lassen.

Anlass

  • Vorsorgeuntersuchung: Um Veränderungen im Brustdrüsengewebe, die zu Brustkrebs führen können, ehestmöglich zu erkennen, sollte jede Frau 1 Mal im Monat ihre Brust nach Knoten abtasten. Um ein Karzinom in der Brust frühzeitig zu erkennen sind allerdings Untersuchungen wie z.B. eine Mammographie notwendig.

  • Diagnosestellung: Zur Diagnose von Brustkrebs.

  • Verlaufskontrolle/Behandlungsnachsorge: Die Selbstuntersuchung der Brust dient nicht als Verlaufskontrolle oder Behandlungsnachsorge.

Was passiert bei einer Tastuntersuchung?

Mehr als 50 % aller Brustkrebs-Erkrankungen werden durch die betroffenen Frauen selbst entdeckt. Für Frauen jeden Alters ist es daher wichtig, ihre Brüste regelmäßig abzutasten, damit eventueller Brustkrebs möglichst früh diagnostiziert werden kann.

 

Die Selbstuntersuchung der Brust sollten Sie monatlich nach der Regelblutung durchführen. Vor der Regelblutung ist die Brust bei vielen Frauen druckempfindlicher und gespannter. Hormonell bedingte Wassereinlagerungen können vor der Regelblutung einen Knoten vortäuschen. Am besten untersuchen Sie Ihre Brust 3 bis 7 Tage nach dem Einsetzen der Regelblutung. Wenn Sie Ihre Brust immer im gleichen Zeitraum abtasten, haben Sie eine bessere Vergleichsmöglichkeit.

 

Nach dem Wechsel wählen Sie am besten einen fixen Tag, z.B. den 1. jeden Monats für die Selbstuntersuchung der Brust.

 

Die Brust abtasten: so geht’s

Die Selbstuntersuchung der Brust setzt sich aus 2 Teilen zusammen:

  • Teil 1: Inspektion der Brust vor einem Spiegel

  • Teil 2: Tastuntersuchung der Brust

 

Betrachten Sie Ihre Brust vor dem Spiegel. Stemmen Sie die Arme in die Hüfte, strecken Sie Ihre Arme in die Luft. Beugen Sie Ihren Oberkörper nach vorne und lassen Sie die Arme nach unten hängen. Achten Sie dabei auf Veränderungen der Beweglichkeit der Brüste, Größe, Form sowie Haut- oder Brustwarzeneinziehungen, Dellen oder Unebenheiten der Haut.

 

Tasten Sie anschließend Ihre Brüste im Stehen ab.

 

Heben Sie die Brust mit der einen Hand an und tasten Sie die Brust mit der anderen Hand mit vorwärtsstreichenden Bewegungen ab. Drücken Sie die Brustwarze mit den Fingern leicht zusammen, sollte Flüssigkeit austreten, informieren Sie ehestmöglich Ihren Arzt.

 

Tasten Sie Ihre Brust mit einer Hand in kreisförmigen Bewegungen ab. Beginnen Sie damit unter der Achsel und bewegen Sie Ihre Hand spiralförmig von außen nach innen zur Brustwarze. Besonders gut funktioniert das Abtasten beispielsweise unter der Dusche, da durch die Benutzung von Seife oder einer Waschlotion Knoten besser spürbar sind als im trockenen Zustand. Idealerweise sollten Sie diesen Vorgang anschließend in Rückenlage wiederholen. Achten Sie darauf, auch den Achselbereich und den Warzenvorhof abzutasten.

 

Beim Abtasten der Brüste sollten Sie darauf achten, ob sich Brustgewebe schwer verschieben lässt, oder ob Sie einen Knoten in der Brust bzw. unter der Achselhöhle ertasten.

 

Wenn Sie Ihre Brust zum ersten Mal abtasten, wundern Sie sich nicht über das etwas knotige Gewebe. Vor allem bei jüngeren Frauen ist das Drüsengewebe noch stärker ausgeprägt.

 

Anzeichen für Brustkrebs: Folgende Veränderungen sollten Sie weiter abklären lassen:

  • Verhärtungen oder Knoten in der Brust. Meist ist ein solcher Knoten fest und schlecht verschiebbar, eher unscharf von der Umgebung abzugrenzen und nicht druckempfindlich.

  • Ein Knoten in der Achselhöhle, der größer als 1 cm ist.

  • Eingezogene Brustwarze oder Haut, v.a. beim Heben der Arme.

  • Veränderungen in Form oder Größe.

  • Veränderungen der Haut im Bereich der Brustwarze oder des Warzenvorhofs.

  • Absonderungen aus der Brustwarze.

  • Plötzliche Rötungen oder Jucken der Brust.

  • Ziehen, Spannen oder Brennen der Brust.

  • Einschränkungen in der Beweglichkeit der Brust.

  • Tastbare Lymphknoten in den Achselhöhlen.

 

Wenn Sie eine Veränderung an der Brust festgestellt haben

Haben Sie im Rahmen der Selbstuntersuchung Ihrer Brust eine Veränderung am Gewebe festgestellt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es sich dabei um Brustkrebs handelt. Dennoch sollten Sie unbedingt Ihren Gynäkologen aufsuchen, um die Ursachen abzuklären oder weitere Untersuchungen (z.B. Mammographie) vornehmen zu lassen.

Wer macht eine Tastuntersuchung?

Eine Tastuntersuchung der Brust sollten Sie in regelmäßigen Abständen selbst durchführen. Auch der Gynäkologe tastet auf Wunsch im Rahmen der Kontrolluntersuchung die weibliche Brust ab.

Gib es Risiken?

Die Selbstuntersuchung der Brust stellt kein Risiko für Frauen dar. Das Brustkrebsrisiko wird dadurch nicht erhöht.

Was können Sie zum Gelingen beitragen?

Falls Sie unsicher sind, ob Sie die Tastuntersuchung richtig machen, können Sie Ihren Gynäkologen um Rat fragen.

 

Haben Sie im Rahmen der Selbstuntersuchung eine Veränderung an Ihrer Brust bemerkt, suchen Sie ehestmöglich einen Gynäkologen auf.

Kosten und Krankenkasse

Die Tastuntersuchung können Sie ohne Hilfsmittel zu Hause durchführen – demnach kostet sie auch nichts. Auch der Frauenarzt führt auf Wunsch und im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung eine Tastuntersuchung der Brust durch.

AUTOR


Barbara Bürscher
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


10.11.2014 / 08.08.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Michael Elnekheli
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Präsident Berufsverband Österreichischer Gynäkologen (BÖG)
QUELLEN
Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms, U. Fischer, F. Baum, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2014
Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, T. Weyerstahl, M. Stauber, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart, 2013
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