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Implantat (Zahn)

Darstellung eines Zahnimplantates
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Implantate können bei ausreichendem Knochenangebot eingesetzt werden. (Alexandr Mitiuc / Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters GESUNDE ZÄHNE

Implantate dienen als künstliche Zahnwurzeln, die fest im Kieferknochen verankert werden. Auf ihr können anschließend Zahnkronen, Brücken oder Prothesen befestigt werden.

Die Therapie verläuft in mehreren Schritten: von der Röntgenaufnahme und/oder einer dreidimensionalen Aufnahme, über die Implantation der künstlichen Zahnwurzel bis zum fertigen Zahnersatz.

 

Bis die Behandlung beim Zahnarzt oder einem Kieferchirurgen abgeschlossen ist, vergeht, abhängig davon ob ein Knochenaufbau notwendig ist, zwischen 3 und 6-9 Monaten. Grund dafür ist vor allem, dass das Implantat über mehrere Monate im Knochen einheilen muss, bevor eine Zahnkrone, Brücke oder Prothese eingesetzt werden können. Der langfristige Erfolg einer Implantation setzt eine gute Mundhygiene voraus, eine tägliche Reinigung der Implantate ist empfohlen. Liegen schwerwiegende Allgemeinerkrankungen oder Stoffwechselstörungen vor, ist die Behandlung teilweise nicht möglich oder nur unter bestimmten Auflagen.

Implantat: Wem nützt diese Therapie?

Wer durch Karies, Parodontitis oder nach einem Unfall (z.B. Frontzahntrauma) einen oder gleich mehrere Zähne verliert, für den sind Implantate eine gute Möglichkeit, die entstandenen Lücken durch einen festsitzenden oder abnehmbaren Zahnersatz dauerhaft zu versorgen.

 

Für all jene, deren Zahnlücke mit einer Brücke versorgt werden soll, bietet die Implantat-Behandlung eine schonende Alternative. Dabei wird der Zahnersatz durch das Implantat fest im Kiefer verankert, im Gegensatz zur herkömmlichen Brücke werden die benachbarten Zähne aber nicht durch das Beschleifen der Zahnkrone beansprucht.

 

Bei zahnlosen Patienten machen Implantate eine stabile Versorgung oft erst möglich. Sollten nicht mehr genügend eigene Zähne im Kiefer stehen, dienen sie als Ankerpunkte für herausnehmbare Prothesen oder festsitzende Brücken.

Video: Zahnimplantate: Was können sie heute & für wen sind sie geeignet?

a.o. Univ.-Prof. DDr. Gabor Tepper (Spezialist für Zahnimplantate in Wien) spricht über die verschiedenen Möglichkeiten bei Zahnimplantaten und für wen sie geeignet sind. Wie werden sie erstellt und wie lange muss man auf sie warten? Was ist ein Sofortimplantat und wie lange halten Zahnimplantate in der Regel? (9.4.2020)

Zahn-Implantat: Wie wirkt die Therapie?

Je nach Hersteller gibt es verschiedene Implantatsysteme, die sich vor allem in der Form unterscheiden, aber nach dem gleichen Grundprinzip funktionieren. Dabei wird eine künstliche Zahnwurzel in der Regel aus Titan oder Keramik im Kieferknochen verankert. Die Funktionsweise ist vergleichbar mit einem Dübel, der in die Wand gebohrt wird. Auf diesem zahnmedizinischen "Dübel" wird anschließend der eigentliche Zahnersatz, eine Krone, Brücke oder Prothese montiert.

 

Ziel der Behandlung ist das weder das Implantat noch der Zahnersatz als solche zu erkennen sind, sondern wie ein natürlicher Zahn wirken und als solcher auch benutzt werden können. Dafür sind folgende Behandlungsschritte notwendig:

  • Voruntersuchung: Vor der Implantation erstellt der Zahnarzt ein Röntgenbild und/oder ein dreidimensionales Bild, um damit die spätere Lage und den Durchmesser des Zahnersatzes planen zu können. Bei komplexeren Fällen kann auch noch die Herstellung von Modellen (Gebissabrücken) zur Planung notwendig sein. Wenn ausreichend Knochen vorhanden ist, kann eine Implantation durchgeführt werden, ansonsten hat der Arzt verschiedene Möglichkeiten für einen Knochenaufbau.
  • Implantat setzen: In lokaler Betäubung wird ein kleiner Zahnfleischschnitt durchgeführt und anschließend das Implantatbett präpariert. Es ist gerade so groß, dass das Implantat fest verschraubt werden kann. Die Wunde wird anschließend vernäht und das Implantat muss ca. 3 Monate einheilen. Eine längere Einheilzeit kann bei gleichzeitigem Knochenaufbau notwendig sein. Während dieser Zeit kann die Lücke durch einen provisorischen Zahnersatz verdeckt werden.
  • Krone einsetzen: Sobald das Implantat fest mit dem Knochen verwachsen ist, wird der endgültige Zahnersatz individuell angefertigt und aufgesetzt. Das kann eine Einzelkrone, Brücke oder Prothese sein. Im Anschluss an die Behandlung sollte der Patient regelmäßig (jährlich) zu Kontrolluntersuchungen zum Zahnarzt gehen. Es besteht auch die Möglichkeit – unter gewissen klinischen Voraussetzungen – Implantate mit einer provisorischen Krone/Brücke sofort zu versorgen. Nachdem die Implantate eingeheilt sind wird die provisorische Versorgung auf eine definitive Versorgung getauscht.

 

Schwere Allgemeinerkrankungen wie u.a. Diabetes oder Knochenschwund (Osteoporose) und starkes Rauchen sowie mangelhafte Mundhygiene können als Gründe gelten, eine Implantation nicht oder nur nach strenger Risikoevaluation durchzuführen. Das Einwachsen der künstlichen Zahnwurzel ist dadurch erschwert.

 

Eine Implantat-Versorgung erfordert einen relativ geringen Zeitaufwand mit mehreren Behandlungen. Außerdem ist die Therapie vergleichsweise teuer. Das Implantat bringt folgende Vorteile mit sich:

  • andere Zähne werden im Gegensatz zur Behandlung mit einer Zahnbrücke nicht beschädigt
  • Implantate können bei späterem Zahnersatz als Pfeiler für eine Brücke oder eine Prothese verwendet werden
  • sie sehen natürlich aus und stehen fest im Kiefer, damit können sie wie natürliche Zähne belastet werden
  • es handelt sich bei Implantat-getragenen Brücken/Kronen um einen festsitzenden Zahnersatz, der nicht herausgenommen werden muss
  • Implantate sind relativ leicht zu reinigen, indem sie wie ein echter Zahn morgens und abends geputzt werden
  • eine Rückbildung des Kieferknochens wird größtenteils verhindert

Implantat: Wann und wie lange kommt die Therapie zum Einsatz?

Ein Implantat kommt zum Einsatz

  • bei einzelnen Zahnlücken, um eine Krone zu befestigen
  • bei größeren Zahnlücken, um mehrere Kronen oder eine Brücke zu montieren
  • bei zahnlosem Kiefer als Halterung einer Prothese

 

Eine Implantat-Versorgung ist eine dauerhafte Therapie, die bei guter Mundhygiene häufig problemlos zehn Jahre und länger hält.

Zahn-Implantat: Was können Sie zum Gelingen der Therapie beitragen?

Tiefreichende Entzündungen (Periimplantitis) gefährden den Halt eines Implantats. Daher ist es wichtig, auf eine gründliche Mundhygiene zu achten. Neben dem regelmäßigen Zähneputzen sollten auch die Zahnzwischenräume bzw. der Bereich unter der Brücke täglich mit kleinen Interdentalbürstchen und Zahnseide gereinigt werden. Mindestens alle 6 Monate sollten Sie außerdem zu einer Kontrolluntersuchung und zur professionellen Zahnreinigung gehen. Dort bekommen Sie auch Tipps, wie Sie Ihren Zahnersatz am besten pflegen können.

Implantat: Was müssen Sie nach der Therapie beachten?

Direkt nach dem Einsetzen des Implantats sollte die Wundfläche vorsichtig gepflegt werden (z.B. mit einer weichen Zahnbürste). Putzen Sie Ihre Zähne weiterhin regelmäßig und gründlich, seien Sie dabei aber besonders behutsam rund um das frisch vernähte Zahnfleisch. Außerdem sollten Sie sich während der ersten Tage nach dem Eingriff körperlich schonen. Heiße Bäder und der Gang in die Sauna sind zu vermeiden. Achten Sie auch beim Essen darauf, dass die Speisen anfangs nicht zu heiß sind und dass harte Nahrungsmittel nicht auf der betroffenen Stelle gekaut werden.

Implantat: Wer therapiert?

Die Implantation führt der Zahnarzt oder ein Kieferchirurg durch.

Wo liegen die Grenzen der Therapieform?

Implantate können nur bei ausreichender Dicke des Kieferknochens eingesetzt werden. Ist er zu dünn, gibt es aber verschiedene Möglichkeiten, einen Knochenaufbau durchzuführen. Schwere Allgemeinerkrankungen und starkes Rauchen erschweren das Ausheilen der Wunde. Deshalb entscheidet der Arzt im Einzelfall, ob eine Implantation möglich ist oder nicht.

 

Eine erfolgreiche Therapie ist stark abhängig von einer guten Mundhygiene. Unreine Zähne und Zahnzwischenräume führen häufig zu Zahnfleischentzündungen, die in einem fortgeschrittenen Stadium dann den Knochen um das Implantat reduzieren können und so den Halt des Implantats beeinträchtigen können. Diese Entzündung des Knochens um das Implantat nennt man Periimplantitis. Implantate sind nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. Um die Behandlung durchzuführen, muss das Knochenwachstum komplett abgeschlossen sein, da sich der Kiefer ansonsten noch verändern kann. Das ist in der Regel frühestens ab dem 18. Lebensjahr der Fall.

Zahn-Implantat: Kosten & Krankenkasse

Abhängig von der Krankenkasse wird der Zahnersatz mit einem gewissen Festbetrag unterstützt bzw. ein Teil der Kosten übernommen. Implantate oder Brücken sind jedoch selbst zu bezahlen. Die Kosten für das Implantat und die Implantatkrone belaufen sich dabei auf ca. 2.400 Euro. Im Falle einer Implantat-getragenen Brücke oder Prothese ist mit deutlich höheren Kosten zu rechnen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt daher im Vorhinein über die zu erwartenden Behandlungskosten aufklären.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


17.06.2016 / 04.11.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Florian Beck
Dr. Florian Beck
Foto (c): Universitätszahnklinik Wien
Fachbereich Orale Zahnchirurgie an der Universitätszahnklinik Wien
LETZTES REVIEW
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Gesundheit heute, Dr. med. A. Schäffler (Hrsg.), Trias Verlag, Stuttgart, 2014
Klinisches Wörterbuch, Psychrembel, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2013
Curriculum, Prothetik Band II und II, J. Strub, M.Kern, J. Türp, S. Witkowski, G. Heydecke, S. Wolfahrt, Quintessenz Verlags-GmbH, 2011, Berlin
Curriculum, Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Chirurgie Band I, P.A. Reichart, J.-E. Hausamen, J. Becker, F.W. Neukam, H. Schliephake, R.Schmelzeisen, Quintessenz Verlags-GmbH, 2002, Berlin
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