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Beschwerden im Kausystem

Frau beim Zahnarzt
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Schlechte Angewohnheiten wie das Zusammenpressen der Zähne können Kieferprobleme verursachen. (zelensky200 / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters GESUNDE ZÄHNE

Wenn es im Bereich der Kaumuskulatur schmerzt oder das Kiefergelenk nicht einwandfrei bewegt werden kann, spricht man von einer Craniomandibulären Dysfunktion.

Diese Dysfunktion innerhalb des Kausystems kann sowohl die Kaumuskulatur, die Kiefergelenke als auch den Biss betreffen. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper Fehlbelastungen des Kausystems kompensieren – liegen aber zu viele Störfaktoren vor und kommt es zu den angeführten Problemen, sollte ein Zahnarzt oder eine Zahnklinik aufgesucht werden.

Typische Beschwerden

Folgende Probleme können bei Betroffenen auftreten:

  • Schmerz: Schmerz in der Kaumuskulatur und/oder in den Kiefergelenken, kann auch an anderen Stellen im Gesicht (Kiefer, Zähne) lokalisiert sein
  • Gelenksgeräusche
  • Dysfunktion: Einschränkung in der Kieferbewegung, manchmal auch Überbeweglichkeit
  • Manchmal in Kombination mit Parafunktionen (wie Zähnepressen und Knirschen, Lippen-/Wangenbeißen, Fingernägelkauen) oder Hals-/Nackenproblemen, Kopfschmerz, Tinnitus

Vielfältige Ursachen

Auslöser einer Craniomandibulären Dysfunktion können eine Hyperaktivität der Kaumuskulatur oder die oben beschriebenen Parafunktionen, die zumeist unbewusst stattfinden sein, wobei eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Auch Stress oder ein Trauma bzw. eine Verletzung, Infektionen oder Bissstörungen können Ursachen für die Dysfunktion im Kausystem sein.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten

Innerhalb eines ausführlichen ärztlichen Gesprächs und der nachfolgenden klinischen Untersuchung wird die Diagnose gestellt. Die Therapie erfolgt je nachdem, welche Beschwerden vorliegen, in Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen – also neben der Zahnmedizin beispielsweise auch mit Fachärzten für HNO, Neurologie, Psychiatrie, Physikalische Medizin, Orthopädie, Kieferchirurgie oder Innere Medizin. Des Weiteren kann es für Betroffene sinnvoll sein, auch Physiotherapie, Osteopathie, Cranio-Sacraltherapie oder Logopädie in Anspruch zu nehmen.

Wird eine Zahnklinik aufgesucht, erfolgt dort die Koordination dieser interdisziplinären Therapie. Zusätzlich werden je nach Bedarf Entspannungstherapie, Biofeedback, Schienentherapie und eine Versorgung fehlender Zähne zur Wiederherstellung der Abstützung vorgenommen.

Was kann der Patient selbst beitragen?

Als Vorbeugung von Problemen bzw. um diese zu beseitigen sollten Betroffene folgende Verhaltenstipps berücksichtigen:

  • Tagsüber eine entspannte Unterkiefer-Position einnehmen
  • Nicht Nägel beißen
  • Parafunktionen wie Lippen-/Wangen-/Zungenbeißen und Zungenpressen vermeiden
  • Kaugummi kauen max. 1-2 Mal täglich für 5-10 Minuten

Video: Zähne zusammenbeißen – oder lieber nicht?

Was es mit der Craniomandibulären Dysfunktion auf sich hat, erklärte a.o. Univ.-Prof.in DDr.in Martina Schmid-Schwap auch am Tag der offenen Tür der Universitätszahnklinik Wien.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


30.11.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Martina Schmid-Schwap
a.o. Univ.-Prof.in DDr.in Martina Schmid-Schwap
Foto (c): Universitätszahnklinik Wien
Leiterin der Spezialambulanz Funktionsstörungen der Universitätszahnklinik Wien
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