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Schuppenflechte

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Psoriasis: Erkrankte empfinden die Schuppenflechte oft als psychische Belastung. (Ольга Тернавская / Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters HAUT

Die chronische Erkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) ist oft sehr belastend. Sie verläuft schubartig, die Haut ist sichtbar gerötet und schuppt.

Dazu kommt, dass etwa jeder 5. Psoriatiker eine Gelenksentzündung (Psoriasis-Arthritis) entwickelt. Den Betroffenen stehen zahlreiche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die die Erkrankung lindern können. Individuell abgestimmte Hautpflege und ein möglichst stressarmer Alltag beeinflussen das Hautbild positiv. Eine vollständige Heilung gibt es nicht, aber durch moderne Therapien ist die Schuppenflechte gut behandelbar. Psoriasis kann sich unter anderem auf den Ellbogen, den Knien, den Beinen und in der Kreuzregion auf der Kopfhaut bilden.

Wie häufig tritt Schuppenflechte auf?

In Österreich sind rund 300.000 Menschen von Schuppenflechte betroffen. Zirka 4 von 5 Psoriasispatienten haben eine sogenannte Psoriasis vulgaris oder Psoriasis vom Plaque-Typ (Verhornungen der Haut), etwa jeder 5. eine Psoriasis vom pustulösen Typ (Eiterbläschen-Ausschlag). Die Erkrankung kommt bei Männern wie Frauen gleich häufig vor.

 

Kinder von Psoriatikern bekommen etwas häufiger auch Psoriasis als Kinder anderer Eltern. Hat ein Elternteil Psoriasis ist das Risiko bis zu 25 % erhöht. Sind beide Elternteile betroffen ist das Schuppenflechte-Risiko bis zu 75 % erhöht. Meist tritt die Psoriasis erstmals im Alter zwischen 15 und 25 Jahren oder erst im Alter über 40 auf. Einzelfälle finden sich jedoch in allen Altersgruppen.

Ursachen/Symptome/Verlauf von Schuppenflechte

Sehr grob gesprochen ist die Psoriasis im Wesentlichen eine Entzündung der Haut und eine "falsche" Antwort des Immunsystems, die wiederum zu einer "Überproduktion" von Hautzellen oder den Pusteln führt. Manchmal kann die Entzündung zusätzlich auch andere Körperteile betreffen, darunter am häufigsten die Gelenke (Psoriasis-Arthritis). Zahlreiche "Triggerfaktoren" wie eine mechanische oder chemische Belastung der Haut, Infektionskrankheiten, Stress, bestimmte Medikamente und Alkohol spielen beim Auslösen der Krankheit, aber auch bei Krankheitsschüben (plötzlichen Verschlechterungen) eine Rolle.

 

Psoriasis vulgaris Symptome

Juckende rote Hauflecken, über denen sich mit der Zeit eine verhornte Schicht bildet (Plaque) sind das auffälligste Anzeichen einer Psoriasis vulgaris. Diese Flecken können sehr klein bis sehr groß sein und manchmal auch "zusammenfließen", also ineinander übergehen. Nach vorsichtiger Ablösung der schuppigen Auflagerung kommt es zu punktförmigen Blutungen.

 

Psoriasis pustulosa Symptome

Bei der Psoriasis pustulosa bilden sich kleine Eiterbläschen (Pusteln) und/oder ein großes Hautareal rötet sich.

 

Die verschiedenen Formen können dabei ineinander übergehen und die Größe und Zahl der betroffenen Stellen ändert sich oft – nicht zuletzt mit der Therapie oder mit neuen Schüben. Auch die Finger- und Fußnägel können betroffen sein.

 

Etwa 1 von 5 Psoriasispatienten (aller Typen) entwickelt eine Psoriasis-Arthritis, bei der die Gelenke (meist der Finger und/oder der Zehen) entzündet sind. Sie werden rot, geschwollen, heiß und schmerzhaft und sind am Morgen oft steif.

 

Heutzutage weiß man, dass Schuppenflechte eine Systemerkrankung ist, und dass auch andere Organe betroffen sein können, wie Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem. Dass auch Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus bis hin zu psychischen Krankheiten entstehen können, ist heute auch bekannt.

 

Die Diagnose stellt der Hautarzt durch Begutachtung der betroffenen Hautstellen. Ist die Diagnose nicht sicher, kann eine Hautbiopsie durchgeführt werden, bei der ein kleines Stückchen Haut rausgeschnitten wird, um es näher zu untersuchen und sicherzustellen, dass es sich um keine andere Krankheit handelt (etwa eine Pilzinfektion oder eine andere Hautflechte).

Therapie der Schuppenflechte

Lokale Präparate

Wie bei den meisten Hautkrankheiten stützt sich die Therapie auf Salben, Cremes und Lotionen, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind entzündungshemmende Kortikosteroide, wachstumshemmende Vitamin-D-Analoga oder die ebenfalls das Wachstum der Zellen hemmenden Wirkstoffe Dithranol und Tazaroten.

 

Phototherapie

Photoherapie mit ultraviolettem Licht – unter Umständen in Kombination mit Tabletten, die die Lichtwirkung unterstützen, oder mit Bädern in Salzwasser (Sole) – sind eine weitere Therapiemöglichkeit.

 

Systemische Therapie

Bei schwereren Fällen kommen Wirkstoffe wie Acitretin, Methotrexat und Ciclosporin zum Einsatz.

 

Biologika

Wenn eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte vorliegt, werden nach gründlicher Voruntersuchung auch Biologika eingesetzt. Biologika hemmen bestimmte Botenstoffe, die Hautentzündungen auslösen. Somit werden Beschwerden deutlich reduziert. Biologika-Wirkstoffe beeinflussen die fehlgeleiteten Abwehrreaktionen besonders zielgenau und sind auf der Schuppenflechten-geplagten Haut und gegen ihre entstandenen Begleiterkrankungen sehr gut wirksam. Bei normalen Verläufen der Schuppenflechte kommen Biologika dann zum Einsatz, wenn die herkömmliche systemische (innere) Behandlungen die Beschwerden nicht verbessert.

 

Es gibt verschiedene Biologika, die gezielt Botenstoffe der Entzündungsreaktion hemmen. Schon länger verfügbar sind die sogenannten TNF-alpha-Hemmer. Seit neuerem verfügbar sind Medikamente, die auf verschiedene Interleukine im Körper wirken – so zum Beispiel Interleukin-17 oder Interleukin-12/23 Hemmer. Die Therapie muss regelmäßig beim Arzt kontrolliert werden. An sich ist die Therapie mit Biologika gut verträglich, allerdings kann die Anfälligkeit für Infekte steigen. Eine Tuberkulose bzw. Hepatitis-Infektion muss vor der Behandlung ausgeschlossen werden. 

 

Alternative Therapien

Garra rufa, die rötliche Saugbarbe – eine Fischart aus der Familie der Karpfen, die unter anderem in der Region Kangal in der Türkei zu Hause ist –, frisst sehr gerne tote Hautschuppen, lässt lebende Haut aber in Ruhe. Das Gefühl, mit den "Kangalfischen" zu baden, wird meistens als sehr angenehm und entspannend beschrieben. Eine kleine Studie von Wiener Forschern zeigte ein gutes Ergebnis einer Kur mit diesen Fischen, das bei manchen Patienten auch längere Zeit anhält. Andere Experten warnen allerdings davor, dass durch die Fische auch Krankheiten übertragen werden könnten. Schließlich knabbern sie durchaus manchmal "bis aufs Blut". Es empfiehlt sich daher, wenn man eine "Fischkur" machen will, auf die Seriosität, die genaue Anwendung der Fische und die hygienischen Bedingungen des Anbieters zu achten. Heilen können die Fische die Psoriasis sicher nicht.

 

Bitte besprechen Sie generell alle Therapien mit dem Arzt, da sich manche untereinander nicht vertragen.

Schuppenflechte: Was kann der Betroffene tun?

Behandeln Sie Ihre Haut gut mit rückfettenden und die Feuchtigkeit erhaltenden Hautpflegemitteln. Das ist die Basistherapie der Psoriasis.

 

Psoriasis ist oft mit großem Leidensdruck verbunden, weil die Betroffenen sich selbst als unansehnlich ansehen. Gleichzeitig wird von vielen Psoriatikern Stress und psychische Belastung als Auslöser für Psoriasis-Schübe angegeben. Alles, was mehr Selbstbewusstsein, mehr Gelassenheit und mehr Entspannung bringt, ist daher empfehlenswert – ob das nun Entspannungstechniken, eine Psychotherapie, der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder eine andere Methode ist.

 

Erklären Sie Ihrer Umwelt, was Psoriasis ist. Reagieren Sie etwa auf die fragenden und neugierigen Blicke von Kindern mit einer (möglichst altersgerechten) Erklärung – die meistens gleichzeitig die Eltern dieser Kinder aufklärt.


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AUTOR


Livia Rohrmoser
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


01.12.2017 / 09.10.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
OA Univ.-Doz. Dr. Paul Sator
Dermatologie, 1. Oberarzt der Hautabteilung, KH Hietzing, Wien
LETZTES REVIEW
QUELLEN
P. Besken et al.: Ezrin, Maspin, Peroxiredoxin 2, and Heat Shock Protein 27: Potential Targets of a Streptococcal-Induced Autoimmune Response in Psoriasis, In: The Journal of Immunology 2010; 184 (9):5392-5402
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