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Wege zum Wunschkind

Nicht jeder wird gleich beim ersten Versuch schwanger.
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Eine Schwangerschaft ist oft nicht selbstverständlich. Wenn's nicht klappt, können sowohl beim Mann wie auch bei der Frau z. B. hormonelle Störungen vorliegen. (Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters KINDERWUNSCH

Der Wunsch nach einem eigenen Kind wird für viele Paare besonders ab 30 zunehmend zum Thema. Während Frauen vor 20 Jahren mit durchschnittlich 27 Jahren ihr erstes Kind bekamen, liegt der Altersschnitt von Erstgebärenden heute bei 30,5 Jahren.

Doch gerade dann, wenn berufliches und privates Umfeld geregelt sind, klappt es oft mit der Familienplanung nicht. Scheuen Sie sich nicht, in dieser belastenden Situation Hilfe anzunehmen: von Psychologen, Ärzten oder in einer Selbsthilfegruppe. Das Angebot ist breit und hilft Ihnen auf dem Weg zu Ihrem Wunschkind. Wenn der monatliche Schwangerschaftstest wieder einmal enttäuschend ausfällt, ist das für viele Paare eine enorme psychische Belastung. Statistisch gesehen vergehen zwischen dem ersten Gespräch beim Gynäkologen und der Diagnose der Ursache von Kinderlosigkeit etwa 7 Jahre.

Hormone aus der Balance

Für ungewollte Kinderlosigkeit gibt es viele Erklärungen. So etwa kann der psychische Druck, den dieser Wunsch hervorruft, ein Grund dafür sein. Es können aber auch sowohl beim Mann wie auch bei der Frau hormonelle Störungen vorliegen.

 

Die Beobachtung des eigenen weiblichen Zyklus kann ein erster Schritt sein, um die Familienplanung besser zu steuern. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie mit Ihrem Gynäkologen darüber sprechen. Er kann mithilfe eines Ultraschalls feststellen, wann ein Eibläschen heranreift und der Eisprung genau stattfindet. Paare können so besser planen, wann der günstigste Zeitpunkt für eine Empfängnis ist.

 

Auch mithilfe hoch technisierter Minicomputer zur Zykluskontrolle können Sie zuhause Ihre Beobachtungen fortsetzen. Es genügt, einmal am Tag die "Aufwachtemperatur" einige Sekunden (je nach Gerät) zu messen. Vor dem Eisprung steigt die Temperatur an, schlaue Geräte geben dann "grünes Licht", wann der ideale Zeitpunkt für Empfängnis ist.

Fehlfunktion der Schilddrüse

Bei vielen Frauen kann auch eine Hormonstörung vorliegen, wie etwa aufgrund der Fehlfunktion der Schilddrüse oder bei zu vielen männlichen Hormonen. Diese Probleme können jedoch nach Anleitung des Arztes mit Medikamenten gut behoben werden. Sind die Hormonwerte normal, kann auch die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigt sein. Eine hormonelle Stimulation mittels Injektion oder Medikamenten kann diese Funktion wieder herstellen, danach überprüft der Gynäkologe mithilfe des Ultraschalls den hormonellen Fortschritt und gibt üblicherweise erneut eine Injektion, um den Eisprung auszulösen.

 

Aber auch bei Männern können sich Hormonstörungen auf die Zeugungsfähigkeit auswirken. So etwa sind Hormone wie

  • das luteinisierende Hormon (LH, fördert die Testosteronproduktion) oder

  • das follikelstimulierende Hormon (FSH, fördert die Samenproduktion)

 

wesentlich für die Fruchtbarkeit des Mannes verantwortlich. Eine entsprechende Hormontherapie kann hier Abhilfe schaffen.

Körperliche Ursachen

Ungewollte Kinderlosigkeit kann jedoch auch körperliche Ursachen haben, wie Unfruchtbarkeit bei Frauen z.B. aufgrund von Endometriosen oder blockierten Eileitern, bei Männern infolge von Erkrankungen, wie Mumps oder aufgrund einer schlechten Spermienqualität. Um körperliche Ursachen auszuschließen, sollten Sie den Besuch beim Gynäkologen und Urologen nicht scheuen. Nur eine genaue Diagnose und möglicherweise eine Behandlung einer oder beider Partner trägt dazu bei, dass sich der Kinderwunsch nach Möglichkeit doch erfüllen lässt.

Die Rolle der Psyche

Vor allem Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch neigen eher zu Ängstlichkeit, körperlichen Beschwerden oder Depressionen. Männer leiden zwar auch, aber anders, vor allem in Hinblick auf ihren Selbstwert; mitunter wird das Problem verdeckt, das wiederum führt zu partnerschaftlichen Konflikten. Wichtig ist es daher, rechtzeitig etwas dagegen zu tun, denn mit zunehmender Dauer des Kinderwunsches steigt auch die psychische Belastung. Psychosoziale Beratung oder Psychotherapie sind wertvolle Hilfe in dieser schwierigen Phase.

 

So etwa können Belastungen, die der unerfüllte Kinderwunsch mit sich bringt, in einer Beratung ausgesprochen werden und möglicherweise entwickeln Sie eine andere Sicht der Dinge. Auch bei sexuellen Störungen, vorangegangenen Fehl- oder Totgeburten oder nach einem Schwangerschaftsabbruch kann es sein, dass es mit dem Wunschkind nicht klappt. Auch in diesem Fall ist eine psychologische Beratung sinnvoll, um Ängste, Unsicherheiten und innere Konflikte aufzubrechen und abzubauen. Bringt der unerfüllte Kinderwunsch starke Belastungen, wie Depressionen, Ängste oder Partnerschaftskonflikte mit sich, ist eine Psychotherapie sinnvoll, um den Leidensdruck zu verringern.

Stress ist kein Kinderfreund

Vielfach liegt es auch an einer stressreichen Lebensweise oder an einem herausfordernden Job, der der Familienplanung einen Strich durch die Rechnung macht. Verstärkt werden negative Gefühle häufig auch von der Umwelt, von Freunden, Verwandten und vom eigenen Bild einer "richtigen Familie". Psychischer Druck kann sich sowohl bei Frauen wie auch bei Männern auf den Hormonhaushalt auswirken, bei Frauen kann z.B. der Eisprung ausbleiben. Bei Männern kann er die Samenproduktion hemmen und die Spermienqualität verschlechtern. Günstig ist es, Entspannungstechniken zu erlernen, um Stress zu reduzieren. Eine gute Möglichkeit ist es z.B. gemeinsam mit dem Partner regelmäßig Auszeit zu nehmen, wenn es auch nur kurze Zeitfenster sind. Gemeinsames Yoga, Bewegung in der Natur, leichter Ausdauersport verbinden nicht nur partnerschaftlich, sondern machen auch den Kopf frei.

 

Dass die Psyche an ungewollter Kinderlosigkeit maßgeblich beteiligt ist, konnte zwar wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden, allerdings zeigt sich immer wieder, dass Paare – sobald sie sich zu einer medizinischen Behandlung aufgerafft haben – plötzlich ohne Hilfe Eltern werden. Die Gratwanderung ist schwierig, doch gilt es einen Weg zu finden, ungewollte Kinderlosigkeit weder zum belastenden Dauerthema zu machen, aber andererseits keine unrealistisch positive Erwartungshaltung zur Schau zu stellen.

Hilfe aus der Medizin

Paare, die all diese Versuche schon hinter sich haben und nach wie vor auf das Familienglück warten, haben sich vielleicht schon mit dem Gedanken getragen, eine künstliche Befruchtung vorzunehmen. Vielfach wird dieser Begriff mit "In-vitro-Fertilisation" (IVF) assoziiert. Künstliche Befruchtung umfasst jedoch mehr als das, sie beschreibt im Allgemeinen alle Vorgänge und Maßnahmen, die ergriffen werden, um Samen- und Eizelle außerhalb oder innerhalb des mütterlichen Körpers einander näher zueinander zu bringen. Dazu zählen Methoden wie:

  • Intrauterine Insemination (IUI): Männliche Samenzellen werden direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht

  • In-Vitro-Fertilisation (IVF): Samen- und Eizellen werden bei der IVF in einem Reagenzglas zusammengebracht

  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): hier wird außerhalb des Körpers nur eine einzelne männliche Samenzelle in eine einzelne weibliche Eizelle injiziert

  • Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA): Samenzellen werden aus dem Nebenhoden des Partners gewonnen und in die Gebärmutter eingebracht.

  • Testikluläre Spermienextraktion (TESE): Samenzellen werden dem Hodengewebe entnommen und in die Gebärmutter implantiert.

  • Perkutane epididymale Spermienaspiration (PESA): Mithilfe einer Punktion werden aus dem Nebenhoden Samenzellen gewonnen. Wie bei der ICSI wird danach eine einzelne Samenzelle mit einer Eizelle außerhalb des Körpers verschmolzen.

Begleitende Maßnahmen

Es gibt zwar keine umfassenden wissenschaftlichen Studien, die die Auswirkung der Akupunktur auf den weiblichen Zyklus definitiv bestätigen, allerdings zeigten Frauen in kleineren Studien nach der Behandlung ein körperlich-seelisches Wohlgefühl. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen Neuropeptiden und Hormonhaushalt, der sich positiv auf den Zyklus auswirkt.

 

Ziel der Akupunktur ist es daher, einerseits die Zyklusregelmäßigkeit und damit den Eisprung herzustellen, andererseits durch verbesserte Durchblutung der Gebärmutter die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu steigern. Studien zeigen auch, dass sich Akupunktur auf die männliche Samenqualität und -beweglichkeit positiv auswirkt. Akupunktur kann also einen gewissen Beitrag leisten, andererseits fehlen dazu umfassende wissenschaftliche Studien.

Was Sie sonst noch tun können

  • Stress vermeiden: Entspannungstechniken (Meditation, Yoga, Qi Gong bringen Körper und Geist ins Gleichgewicht)

  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf Ihr Gewicht, auf ausreichende Versorgung mit KohlenhydratenVitaminen (Folsäure) und Spurenelemente (Kalzium, Eisen)

  • Kräutertherapie: Trinken Sie Tee statt Kaffee (Frauenmantel, Eisenwurz, Mönchspfeffer hormonregulierend, entkrampfend, muskelstärkend)

Eine weitere Möglichkeit sind Fussreflexzonen-Massage. Sie kann die Hormonproduktion anregen und wirkt entkrampfend.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


25.07.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Wilfried Feichtinger
Wunschbaby Institut Feichtinger, Wien
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