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Misteltherapie bei Brustkrebs

Misteltherapie bei Brustkrebs
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Nach der Diagnose Brustkrebs kann die Misteltherapie Betroffene unterstützen. (RFBSIP / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters MISTELTHERAPIE

Die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen lässt sich mit der Misteltherapie positiv beeinflussen.

Brustkrebs ist für jede Frau von der Erstdiagnose weg eine einschneidende Krankheit. Mit den heute verfügbaren therapeutischen Methoden der Chirurgie, der Strahlentherapie und der Chemotherapie kann die Erkrankung sehr gut behandelt werden. Die Medizin geht zunehmend dazu über, alle verfügbaren und wissenschaftlich erprobten Möglichkeiten auszunutzen, um insbesondere auch die Lebensqualität der Krebspatientinnen zu verbessern. Dazu zählen komplementärmedizinische Behandlungsansätze wie die Akupunktur oder die Misteltherapie.

Prinzipiell kann die Misteltherapie in Österreich bei jeder Krebserkrankung mit einem soliden Tumor eingesetzt werden. Einerseits können Patientinnen mit Brustkrebs, die mittels Chemotherapie nachbehandelt werden oder diese eventuell auch vor der Operation erhalten, von dem pflanzlichen Arzneimittel profitieren. So wichtig die Chemotherapie bei verschiedenen Stadien des Tumors ist, kann sie jedoch die Lebensqualität während der Behandlungszeit deutlich vermindern.

 

Insbesondere die Müdigkeit macht vielen Betroffenen zu schaffen. "Viele seriöse Studien zeigen, dass Misteltherapien den Patientinnen dabei helfen, die Chemo- und Strahlentherapie gut zu durchstehen und sich danach schneller zu erholen. Diese Effekte sind in meiner täglichen Praxis mit Brustkrebspatientinnen klar erkennbar", schildert die in der Krebsmedizin erfahrene Allgemeinmedizinerin Dr. Ilse Fleck-Václavik.

 

Ein intaktes Immunsystem ist aber auch in der Nachsorgephase von hoher Bedeutung, um Rückfällen einer Krebserkrankung vorzubeugen. Deshalb sollte die Misteltherapie nach der eigentlichen Krebstherapie über einen längeren Zeitraum hinweg fortgesetzt werden.

Weniger Nebenwirkungen

Die Wirkungen der Misteltherapie basieren nicht nur auf Erfahrungsmedizin, vielmehr sind sie durch Studien untermauert: Zusammengefasst litten Tumorpatienten während der konventionellen Behandlungen weniger unter den damit verbundenen, typischen Nebenwirkungen wie Übelkeit bzw. Erbrechen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Entzündungen der Schleimhäute (Mukositis) und Hautreaktionen. Auch psychisch ging es den Patienten besser. Sie litten weniger unter Müdigkeit sowie unter therapiebedingten chronischen Erschöpfungszuständen (Fatigue-Syndrom), sie waren weniger reizbar und litten seltener unter Schlafstörungen und Depressionen.

Individuell angepasste Therapie

Hinsichtlich der Wahl des Präparats bzw. des Wirtsbaums sollte zwischen prä- und postmenopausalen Patientinnen unterschieden werden. Bei prämenopausalen Brustkrebspatientinnen wird zumeist die Mistel des Apfel- oder Kieferbaums eingesetzt, bei postmenopausalen Frauen neben der Kiefer auch die Eiche. In Österreich steht weiters noch die Tanne als Wirtsbaum – sie wird auch bei anderen Tumorerkrankungen eingesetzt – zur Verfügung. Die Auswahl des Wirtbaums sowie die Art der Verabreichung müssen vom behandelnden Arzt individuell an die Patientin angepasst werden.

 

Ebenso höchst individuell ist das Ansprechen der Patientinnen auf die Misteltherapie. Die an den Injektionsstellen auftretenden Lokalreaktionen werden auch zur Erfolgsbeurteilung herangezogen. Kommt es zu keiner lokalen Rötung oder zu einer überschießenden Reaktion, kann die Dosis angepasst oder auch der Wirtsbaum vom behandelnden Arzt gewechselt werden.

AUTOR


Emanuel Munkhambwa


ERSTELLUNGSDATUM


10.09.2018
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Ilse Fleck-Vaclavik Allgemeinmedizinerin Perchtoldsdorf
Dr. Ilse Fleck-Václavik
Foto (c): Foto Wilke
Allgemeinmedizinerin in Perchtoldsdorf
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