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Die Gefahr Prostatakrebs ernst nehmen

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Bei passenden Symptomen sollte man schnell ein klärendes Arztgespräch suchen. (DragonImages / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters MOVEMBER

Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei Männern, niemand sollte das Risiko unterschätzen.

In der westlichen Welt ist das Prostatakarzinom die häufigste aller Krebsarten. Etwa 15% sind irgendwann im Leben davon betroffen, 2,6% aller Männer sterben an Prostatakrebs. Vor dem 40. Lebensjahr ist die Erkrankung allerdings sehr selten, das Durchschnittsalter des Betroffenen liegt bei 66 Jahren. Das Risiko steigt daher mit zunehmenden Alter an, Männern ab 45 wird eine jährliche Vorsorgeuntersuchung empfohlen.

Kaum vererbte Mutationen

Forscher haben bis heute keinen einzelnen Auslöser identifizieren können, allerdings ist bekannt, dass bestimmte Mutationen in der DNA eine Rolle spielen. Für etwa 5 bis 10% der Prostatakarzinome dürften vererbte Mutationen verantwortlich sein, bei den restlichen stellen Mutationen im späteren Leben die Ursache dar. Das Risiko wird einerseits durch beeinflussbare Faktoren wie Ernährung, Sport oder auch Stress definiert. Andererseits gibt es aber auch unbeeinflussbare Parameter wie die Familiengeschichte und Umweltfaktoren (z.B. Luftverschmutzung).

Symptome kommen oft zu spät

Symptome treten selten auf, außer bei metastasiertem Prostatakrebs. Typisch sind Knochenschmerzen, ungewollte Gewichtsabnahme und Atembeschwerden. Andere Symptome der Erkrankung können auch Probleme bzw. Schmerzen beim Urinieren oder beim Samenerguss sein. Dabei kann sich in der jeweiligen Flüssigkeit auch Blut zeigen. Wird ein Prostatakrebs erkannt, erfolgen detaillierte Untersuchungen, um die genaue Form der Krankheit genauer einzuschätzen. Urologen unterscheiden zwischen folgenden Arten:

 

  • Niedrigst-Risiko-Prostatakarzinom
  • Niedrigrisiko-Prostatakarzinom
  • Intermediärrisiko-Prostatakarzinom
  • Hochrisiko-Prostatakarzinom
  • Höchstrisiko-Prostatakarzinom
  • Metastasiertes Prostatakarzinom

Ungefährliche Form

Beim Niedrigst-Risiko-Prostatakarzinom sprechen Ärzte auch vom klinisch insignifikanten Krebs. Es gibt nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Form des Tumors ausbreitet und die Gesundheit des Betroffenen gefährdet. Heutzutage kommt es bei dieser Art daher auch kaum mehr zu Behandlungen. Bei den signifikanteren Arten der Krankheit wird hingegen zwischen zwei Ansätzen unterschieden.

Aktiver oder abwartender Ansatz

Die aktive Überwachung beinhaltet regelmäßige Tests sowie – bei Voranschreiten der Krebserkrankung – eine definitive Therapie. Wenn die Lebenserwartung des Betroffenen unter 10 Jahren liegt, wird hingegen oft die "Watchful Waiting"-Strategie angewandt. Das Auftreten von Symptomen wird hierbei mit einer palliativen Therapie behandelt, die die Krankheit zwar nicht heilen, aber für eine Linderung der Beschwerden sorgen kann. Ziel dieser Strategie ist es, die Krankheit in eine chronische umzuwandeln, bis der Patient an etwas Anderem verstirbt. Entscheidend ist hierbei nicht das eigentliche Alter, sondern das biologische. Dieses kann etwa aufgrund von Vorerkrankungen oder einem schlechten körperlichen Allgemeinzustand erhöht sein.

Richtig essen

Unterstützt werden kann die Therapie durch die richtige Ernährung:

 

VermeidenVermehrt konsumieren
Zucker, Weißmehl, Süßigkeiten

Bio-Obst und -Gemüse, Früchte mit niedrigem Zuckeranteil, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot

Hormone/Antibiotika in den Fleischprodukten

Fleisch aus biologischer Landwirtschaft

Industriell verarbeitete Lebensmittel

Lebensmittel möglichst als Ganzes und unverarbeitet

Ungesunde Fette (tierische, gesättigte Fettsäuren)

Hauptsächlich pflanzliche Fette - Nüsse, Samen, Olivenöl, Kokos

Alkohol

Kein Alkohol

 

Wie bei jeder signifikanten Krankheit, ist aber auch beim Prostatakrebs die Früherkennung der wichtigste Baustein einer erfolgreichen Therapie. Umso wichtiger ist es, das Risiko ernst zu nehmen und bei entsprechendem Alter jährlich zur Untersuchung zu gehen.

 Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Ratgeber "Prostatakrebs - Vorbeugung. Diagnose. Therapie." von Shahrokh F. Shariat und Nicolai Hübner.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


08.11.2017
QUELLEN
S. Shariat, N. Hübner: Prostatakrebs - Vorbeugung. Diagnose. Therapie., MANZ Verlag
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