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Wie sich ein Testosteron-Mangel äußert

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Ein Mangel des männlichen Sexualhormons Testosteron kann sich auf verschiedene Weise äußern. (JEGAS RA / Fotolia)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters MOVEMBER

Die Abnahme der sexuellen Lust ist nur eines der Anzeichen für einen Testosteron-Mangel beim Mann. Wann eine Testosterontherapie zum Einsatz kommen sollte, erfahren Sie hier.

Testosteron ist ein Androgen aus der Gruppe der Sexualhormone. Das Hormon hat im Körper eine Vielzahl von Funktionen, wie Dr. Mario Pones, Univ.-Klinik für Urologie der MedUni Wien, im Rahmen des MINI MED-Vortrags "Testosteron – Das Elixier des Mannes" in Wien berichtete.

Ursachen eines Testosteron-Mangels

Ein Testosteron-Mangel kann angeboren oder erworben sein. Geht das Problem von den Hoden aus, spricht man von primärem Hypogonadismus. Ist hingegen die Funktion der Hirnanhangsdrüse gestört, die an der Hormonproduktion beteiligt ist, spricht man von sekundärem Hypogonadismus. Als weitere Gründe für einen Testosteron-Mangel kommen z. B. Verbrennungen, ein Opioid-Missbrauch, Krebstherapien oder eine Niereninsuffizienz infrage.

Testosteron-Mangel im Alter

Mit der zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung wird auch die Verbreitung einer erst im späteren Erwachsenenalter auftretenden Form des Androgen-Mangels häufiger: der Late-onset-Hypogonadismus. Ab einem Alter von 40 nimmt der Testosteron-Spiegel bei Männern pro Jahr um etwa 1-2% ab. "Im Vergleich zur weiblichen Menopause sind die Abnahme des Testosteron-Spiegels und die damit verbundenen Symptome jedoch individuell sehr verschieden", erläuterte Dr. Pones.

Symptome eines Testosteron-Mangels

Folgende Symptome weisen auf einen Hypogonadismus hin, der bereits vor der Pubertät einsetzt:

 

  • Kleine Hoden
  • männliches Brustwachstum (Gynäkomastie)
  • Hohe Stimme
  • Spärliche Körper-/Gesichtsbehaarung
  • Vermindertes Sexualverlangen
  • Infertilität
  • Geringe Knochenmasse
  • Muskelabbau

 

Dies sind hingegen Anzeichen für einen Late-onset-Hypogonadismus:

 

  • Libidoverlust
  • Erektile Dysfunktion
  • Depressive Gedanken
  • Erschöpfung und Energieverlust
  • Geringe Knochenmasse
  • Muskelabbau
  • Hitzewallungen
  • Verlust von Körperbehaarung

Der Weg zur Diagnose

"Leider gibt es aber keine einheitlich definierten Grenzwerte, ab wann man wirklich von einem Testosteron-Mangel spricht", bemängelte Dr. Pones. Messungen des Testosteron-Spiegels sollten in den frühen Morgenstunden stattfinden – eine einmalige Messung reicht dabei nicht aus. Die Blutuntersuchung findet jedoch nur dann statt, wenn der Mann auch tatsächlich Symptome verspürt, die seine Lebensqualität verschlechtern.

Die Testosterontherapie

Das Testosteron kann prinzipiell über verschiedene Wege verabreicht werden, beispielsweise in Tablettenform, als Spritze, Pflaster oder in Form eines Depots unter der Haut, das nach und nach das Hormon abgibt. "Das sexuelle Interesse kann sich bereits nach drei Wochen verstärken, in vielen Fällen tritt nach sechs Wochen aber ein Plateau ein und es kommt zu keiner Verbesserung mehr", erklärte Dr. Pones. "Veränderungen der erektilen Funktion und der Ejakulation können bis zu einem halben Jahr brauchen, positive Auswirkungen auf die Psyche sind schon innerhalb eines Monats möglich, lassen manchmal aber auch länger auf sich warten."

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


26.11.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Mario Pones
Foto (c): RMA Gesundheit
Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien
QUELLEN
MINI MED Vortrag von Dr. Mario Pones, "Testosteron – Elixier des Mannes", am 05.11.2018 in Wien
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