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Psoriasis-Arthritis

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Bei der Psoriasis-Arthritis tritt Schuppenflechte in Kombination mit Gelenkentzündungen, z.B. im Knie auf. (Africa Studio / Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes SCHUPPENFLECHTE

Die Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Rheuma-Erkrankung. Sie macht sich durch eine Schuppenflechte (Psoriasis) bemerkbar, zusätzlich entzünden sich die Gelenke.

Das Krankheitsbild der Psoriasis-Arthritis setzt sich aus der Schuppenflechte (Psoriasis) und einer Entzündung der Gelenke (Arthritis) zusammen. Ungefähr 50.000 Menschen sind in Österreich von Psoriasis-Arthritis betroffen. Auch wenn diese bislang nicht heilbar ist, kann eine frühzeitige medikamentöse Therapie die Krankheit oft zum Stillstand bringen.

Häufigkeit von Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis tritt bei bis zu 20% der Patienten mit Psoriasis auf und macht sich oftmals zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr erstmals bemerkbar. Dabei sind Männer ungefähr gleich häufig betroffen wie Frauen.

Ursachen und Risikofaktoren der Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis gehört zu den rheumatischen Erkrankungen, bei der sich die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen das eigene Immunsystem wenden. Denn wie die Arthritis beruht auch die Hauterkrankung auf einem Autoimmungeschehen. Bei beiden Erkrankungen werden durch diese Prozesse Entzündungen ausgelöst: auf der Haut bzw. in den Gelenken. Auch wenn die eigentlichen Ursachen noch ungeklärt sind, spielt die genetische Vorbelastung eine Rolle: so entwickeln Verwandte 1. Grades 40mal häufiger eine Psoriasis-Arthritis als andere. Neben dem Immunsystem, Umweltfaktoren, der Einnahme von Medikamenten, hormonellen Umstellungen (Pubertät, Wechseljahre) spielen auch bakterielle und virale Infektionen eine Rolle bei der Krankheitsentstehung.

 

Als möglicher beeinflussbarer Risikofaktor ist lediglich das Rauchen bekannt. Stoffe im Zigarettenrauch begünstigen die Bildung jener Eiweiße, die an Autoimmunprozessen beteiligt sind. Auf diese Weise kann Rauchen entzündliche Gelenkerkrankungen hervorrufen oder verschlimmern.

Symptome und Verlauf der Psoriasis-Arthritis

Bei der Schuppenflechte kommt es zu roten, schuppenden und juckenden Hautstellen, typischerweise an Ellenbogen, Kopfhaut, Kniescheiben, Bauchnabel oder an anderen kleinen, versteckten Hautbereichen wie den Gehörgängen. Meist (bei über 70%) zeigt sich die Gelenkentzündung an Hand- und Fußgelenken oder der Wirbelsäule (40% Kreuz-Darmbein Beteiligung) bei bereits bestehender Schuppenflechte. Die Gelenkbeteiligung kann sich mitunter aber auch schon vor dem Auftreten von Hauterscheinungen entwickeln. In seltenen Fällen erkranken Menschen sogar an Psoriasis-Arthritis, ohne je an Psoriasis zu leiden.

 

Auch eine Verdickung der Nägel, eine Abhebung des Nagelbettes, Nagelbrüche oder weiße Punkte auf den Nägeln sind bei bis zu 80% zu finden. Ein weiteres Charakteristikum der Psoriasis-Arthritis ist der strahlenförmige Befall der Finger und Zehen mit umfassender Schwellung, die man als "Wurstzehen" oder "Wurstfinger" bezeichnet.

 

Die Psoriasis-Arthritis verläuft in wiederkehrenden Schüben, wobei die beschwerdefreien Zeiten unterschiedlich lange ausfallen können. Eine dauerhafte Heilung ist derzeit nicht möglich, durch eine frühzeitige Behandlung können die beschwerdefreien Phasen aber wesentlich verlängert werden.

 

Es gibt 5 Formen der Psoriasis-Arthritis:

  • Symmetrische Psoriasis-Arthritis: Sie ist mit zirka 50% der Fälle die häufigste Form. Es kommt zu einer Entzündung der Hand- und Fußgelenke sowie oft einem schwereren Verlauf der Schuppenflechte.
  • Asymmetrische oligo-artikuläre Psoriasis-Arthritis (das heißt es sind insgesamt nicht mehr als 4 Gelenke betroffen): Von dieser Form sind bis zu 35% der Erkrankten betroffen. Hier kommt es vorwiegend zu einer Entzündung und Schwellung der kleinen Gelenke, also der Finger- und Zehengelenke, seltener sind Knie-, Hüft- und Sprunggelenke betroffen
  • Distaler Gelenkbefall: Zirka 5 bis 10% erkranken an einer Schuppenflechte begleitet von einer Gelenkentzündung an den Fingerendgelenken der Hände.
  • Spondylitis: Bei zirka 5 % der Erkrankungen kommt es zu einer Arthritis der Wirbelsäule.
  • Arthritis mutilans: Die seltenste Form der Psoriasis-Arthritis ist durch Knochenschwund und Zerstörung der betroffenen Gelenke gekennzeichnet. So kommt es an den betroffenen Finger- und Fußgelenken zu Verformungen und Funktionseinschränkungen.

Diagnose von Psoriasis-Arthritis

Der Hautarzt ist oftmals der erste Ansprechpartner bei einer auftretenden Schuppenflechte, da sie meist Jahre vor der Gelenkbeteiligung auftritt. Kommt es dann zu Schwellungen und damit Entzündungen der Gelenke, sollte ein Rheumatologe aufgesucht werden. Neben der genauen Untersuchung der Gelenke wird der Rheumatologe noch Blutuntersuchungen anordnen: ein wichtiger Hinweis auch zur Abgrenzung zu einer anderen, häufigeren Gelenkerkrankung, der Rheumatoiden Arthritis, ist der Rheumafaktor. Im Gegensatz zur Rheumatoiden Arthritis ist dieser Parameter bei der Psoriasis-Arthritis in den meisten Fällen negativ, sodass man von "seronegativ" spricht.  Daneben werden folgende Werte erhoben: die Entzündungsparameter (CRP) und Blutsenkung und eventuell auch der HLAB27-Wert, der bei Psoriasis-Arthritis-Patienten vor allem dann vorliegt, wenn das Achsenskelett befallen ist.

 

Röntgenuntersuchungen (und unter Umständen auch der Ultraschall und die Magnetresonanztomographie) sind wichtige Untersuchungen bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis: hier sind oft ganz typische Knochenveränderungen zu sehen: sowohl Knochenererosionen (Abbau des Knochens) als auch Proliferationen (abnorme Knochenneubildung).

Therapie von Psoriasis-Arthritis

Die Therapie der Psoriasis-Arthritis richtet sich nach den individuellen Beschwerden und deren Ausprägung. Sie soll Schmerzen und Schwellungen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung vermindern. Je früher eine Therapie beginnt, desto länger können die beschwerdefreien Intervalle andauern. 

  • Bei geringer Gelenkbeteiligung werden schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR) sowie intraartikuläres Kortison eingesetzt. Für die Schuppenflechte werden bei leichten Verlaufsformen unter anderem rückfettende Salben mit Wirkstoffen wie Urea (Harnstoff) und Salizylsäure verwendet, die die Erneuerung der Hautzellen anregen und Entzündungen vermindern.
  • Bei aktivem Verlauf sollte frühzeitig eine Basistherapie begonnen werden: Um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und die beschwerdefreie Zeit zu verlängern, werden Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva) wie Methotrexat als Goldstandard aber auch Sulfasalazin, Leflunomid und Cyclosporin A eingesetzt. Weitere Optionen sind sogenannte Biologika und neue, zielgerichtete orale Therapien.
  • Physikalische Therapie: Hier werden Kälte- oder Stromanwendungen eingesetzt sowie Physiotherapie und Ergotherapie.

Psoriasis-Arthritis: was kann der Betroffene tun?

  • Bewegung, Sport und Gymnastik führen zu mehr Beweglichkeit und zu einer Entlastung der Gelenke
  • Die richtige Hautpflege lindert Juckreiz, Entzündungen und Irritationen der Haut
  • Bei der Ernährung sollte auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost sowie auf ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D geachtet werden
  • Ein rechtzeitiger Rauchstopp kann sich positiv auf den Verlauf auswirken und sollte unbedingt angestrebt werden
  • Heilbäder, Moor sowie physikalische Therapien wie die Behandlung mit kaltem Rotlicht können die Beschwerden der Psoriasis-Arthritis lindern
  • Ein Besuch in Selbsthilfegruppen ermöglicht den Austausch mit anderen Betroffenen
AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


12.03.2014 / 09.10.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Priv.-Doz. Dr. Valerie Nell-Duxneuner
Ärztliche Leiterin Klinikum Peterhof Baden der NoeGKK, Baden bei Wien
LETZTES REVIEW
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Praktische Rheumatologie, A. Dunky et al, Springer Verlag, 5. Auflage, Wien, 2012
Rheuma. Das Chamäleon unter den Krankheiten. Gesund werden. Gesund bleiben. Band 7. Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
Rheuma Guide. Leitlinien für die Praxis. Neuauflage 2018 über die Website der ÖGR
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