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Cochlea-Implantat: 5 Tipps für den Alltag

Sport mit CI
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Sport ist auch mit Cochlea-Implantaten gut möglich. (Maridav / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes SCHWERHÖRIGKEIT

Trotz aller Vorteile ist das Tragen eines Cochlea-Implantates zu Beginn auch eine Herausforderung. Mit diesen 5 Tipps meistern Sie Ihren Alltag besser.

Nach dem Einsetzen eines Cochlea-Implantats und nach einer Eingewöhnungs- und Übungsphase genießen viele Träger das neue Hörerlebnis in vollen Zügen. Trotzdem bleiben oftmals Fragen offen, ob und wie sich bestimmte Situationen mit dem Implantat in Zukunft verändern werden.

Tipp 1: Besseres Telefonieren

Hier hängt viel vom Modell des Telefons ab. Nicht jedes Modell ist für jeden Nutzer gleichermaßen geeignet. Es lohnt sich, sowohl für die Auswahl des Telefons, als auch für das Üben des Telefonierens Zeit zu investieren.

 

Moderne Cochlea-Implantat-Systeme sind mit Soundprozessoren ausgestattet, die Sprache und Musik direkt vom Smartphone zum Implantat übertragen. Bei älteren Prozessoren empfiehlt es sich, kabelloses Zubehör oder die Freisprechfunktion des Telefons zu nutzen. Beim Telefonieren mit einem Festnetztelefon gibt es die Möglichkeit, die Telefonspule des Soundprozessors zu nutzen. Beim Kauf ist es vorteilhaft, die Hörqualität gleich im Geschäft zu testen, indem man in einem ruhigen Raum mit einem vertrauten Menschen telefoniert.

 

Um Sicherheit beim Telefonieren zu gewinnen, macht es Sinn mit einer Person, die man gut kennt, zu üben: zu Beginn einfache Phrasen wie Begrüßung und Abschiedsworte, später komplexere Gespräche. Es hilft außerdem, Hörbücher über das Smartphone zu hören und währenddessen den Text mitzulesen. Wie schnell das Telefonieren funktioniert, variiert von Mensch zu Mensch. Es ist wichtig, sich Zeit zu lassen und geduldig mit sich selbst zu sein, dann stellen sich auch bald Erfolge ein und Telefongespräche fangen an, Spaß zu machen.

Tipp 2: Sport mit Cochlea-Implantat

Gegen eine vielseitige sportliche Betätigung spricht auch mit einem Cochlea-Implantat nichts. Viele Sportarten wie Laufen, Tanzen oder Fahrradfahren können weiterhin wie gewohnt ausgeübt werden. Das innenliegende Implantat ist durch die Kopfhaut vor Hitze, Kälte und Feuchtigkeit geschützt. Die externen Teile brauchen, wie unsere Ohren, etwas mehr Aufmerksamkeit. Im Winter können sie durch eine Haube oder ein Stirnband vor Kälte geschützt werden. Niedrige Temperaturen können dazu führen, dass die Batterien kürzer als gewohnt halten. Deshalb ist es ratsam, gerade im Winter stets Reservebatterien dabei zu haben.

 

Um den Soundprozessor zu schützen, sollte bei Sportarten wie Skifahren, Snowboarden oder Inlineskaten ein Helm getragen werden, der gut sitzt, aber trotzdem nicht zu viel Druck auf den Prozessor und die Spule ausübt.

 

Beim Schwimmen und Tauchen muss der Soundprozessor abgenommen oder mit einer geeigneten Hülle vor Wasser geschützt werden. Das innenliegende Implantat verträgt je nach Modell sogar Tauchgänge bis zu 40 Meter Tiefe.

Tipp 3: Kino, Theater, Konzerte und Vorträge genießen

Immer mehr öffentliche Räume bieten sogenannte Induktionsanlagen für ein barrierefreies Erlebnis an. Diese ermöglichen Besuchern mit Cochlea-Implantat ein verbessertes Hörerlebnis an Orten, wo normalerweise eine besonders herausfordernde Akustik eine Hürde für das Hören darstellt.

 

Vielen Trägern eines Cochlea-Implantats fällt es schwer, in lauter Umgebung oder in großen, hallenden Räumen mit vielen Nebengeräuschen Musik oder Stimmen folgen zu können. Um die Teilnahme an Filmvorführungen, Theateraufführungen, Gottesdiensten oder Tagungen angenehmer zu gestalten, sind diese Orte oftmals mit induktiven Höranlagen ausgestattet. Diese ermöglichen es CI-Trägern, Audiosignale über die im Soundprozessor eingebaute Telefonspule nahezu störungsfrei wahrzunehmen.

 

Tipp: Informieren Sie sich im Vorhinein über die Website des Veranstalters oder telefonisch, ob der betreffende Ort mit einer induktiven Höranlage ausgestattet ist.

Tipp 4: Röntgen und MRT mit Cochlea-Implantat

Die Erstellung von Röntgenbildern, zum Beispiel beim Zahnarzt, ist kein Problem für Träger eines Cochlea-Implantats. MRT-Untersuchungen – also Magnetresonanztomographien – werden üblicherweise bei einer magnetischen Feldstärke von 1,5 Tesla durchgeführt. Hochauflösende MRT-Untersuchungen bei 3 Tesla. Beide sind auch mit Cochlea-Implantat möglich. Da der Magnet im Cochlea-Implantat aber manchmal zu einer Verschattung von MRT-Aufnahmen des Kopfes führt, kann dieser mittels eines einfachen medizinischen Eingriffes vor der Untersuchung entfernt und danach wieder eingesetzt werden. Häufig empfehlen Radiologen aber alternative Diagnosemethoden für CI-Träger.

Tipp 5: Reisen für Cochlea-Träger

Beim Reisen ist es gut, einige Vorbereitungen zu treffen, um dann ganz entspannt den Urlaub genießen zu können. Ersatzbatterien und andere wichtige Ersatzteile, wie ein Ersatz-Soundprozessor gehören in jeden Koffer, ebenso eine Kopie der vom Audiologen ausgestellten MAP und eine Liste der Kliniken in der Umgebung für den Notfall. Stecken Sie auf jeden Fall Ihren Patientenausweis ein.

 

Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen ist es ratsam, den Soundprozessor abzunehmen. Außerdem findet man im Internet mehrsprachige Informationsblätter für das Flughafenpersonal, auf denen die beste Vorgehensweise bei der Sicherheitsüberprüfung beschrieben ist. Diese sollte man sich vor jeder Reise ausdrucken.

 

Der ausgeschaltete Soundprozessor wird in einem Transportbeutel mit dem Handgepäck auf das Transportband gelegt. Die dort angewendete Röntgenstrahlung schadet dem Soundprozessor nicht. Das Cochlea-Implantat ist ein tragbares medizintechnisches elektronisches Gerät, darüber sollte das Flugpersonal informiert werden. Das Flugpersonal kann dann gegebenenfalls auf notwendige Sicherheitsmaßnahmen hinweisen. Außerdem ist es ratsam, Prozessoren, die für eine kabellose Datenübertragung ausgelegt sind, in den Flugmodus zu bringen.

AUTOR


Corina Scherrer, BSC MSC
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


27.04.2020
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