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Die 5 häufigsten Fragen zur Schwerhörigkeit

Frau absolviert Hörtest beim HNO-Arzt
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Ein Hörtest dient meist der ersten Einschätzung der Hörminderung. (Erica Smit / Shutterstock.com)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunktes SCHWERHÖRIGKEIT

Schwerhörigkeit gilt als klassische Alterserscheinung. Doch was sind erste Anzeichen? Und wie kann man die Hörminderung behandeln?

Alleine in Österreich ist Schätzungen zufolge jeder 3. Mensch über 65 von Schwerhörigkeit betroffen. Doch auch Jüngere kann es treffen, etwa in Folge eines Knalltraumas oder im Zusammenhang mit bestimmten Krankheiten. Aber ist die Hörminderung eigentlich heilbar? Wie kann ich mich davor schützen? Und wie kommt es zur Diagnose? Wir beantworten die 5 wichtigsten Fragen zur Schwerhörigkeit.

Wie kann man Schwerhörigkeit vorbeugen?

Prinzipiell gibt es keine Vorbeugungsmaßnahmen, mit denen sich die Entwicklung einer Schwerhörigkeit gezielt verhindern lässt. Es ist jedoch definitiv förderlich für die Gesundheit der Ohren, diese nicht dauerhaft allzu lautem Lärm auszusetzen. Bei Konzertbesuchen oder in besonders bassgeladenen Diskotheken empfiehlt sich der Griff zu Ohrstöpseln. Gesunde Ernährung, der Verzicht auf Tabak und – vor allem – ein rascher Arztbesuch bei ersten Anzeichen einer Hörverminderung wirken sich ebenfalls positiv aus.

Was sind die ersten Anzeichen von Schwerhörigkeit?

Betroffene können bestimmte Frequenzen und Lautstärken nicht mehr oder nur noch stark gemindert wahrnehmen. Viele bemerken die Schwerhörigkeit zunächst dadurch, dass sie gewisse Naturgeräusche (z.B. Blätterrauschen, Vogelzwitschern) überhören. Auch das Gefühl, der Gesprächspartner würde ständig nuscheln, ist ein häufiges Phänomen. Das Auftreten weiterer Symptome wie Tinnitus, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen ist von der zugrunde liegenden Ursache abhängig.

Wie wird Schwerhörigkeit diagnostiziert?

Der Hörtest gehört zur Standarduntersuchung beim HNO-Arzt. Aus den Angaben des Patienten wird eine Hörkurve erstellt, welche wiederum mit jener von gesunden bzw. gut hörenden Menschen verglichen wird. Bei einem auffälligen Befund führt der HNO-Arzt weitere Untersuchungen durch, um die genaue Ursache der Hörminderung zu erkennen.

Ist Schwerhörigkeit heilbar?

Tritt die Schwerhörigkeit im Rahmen eines Hörsturzes auf, geht sie oft von selbst wieder zurück. Eine längerfristige Hörminderung hingegen hängt im Regelfall mit dauerhaft beschädigten Sinneshärchen im Innenohr zusammen. Mit Hörgeräten und anderen Therapiemöglichkeiten ist oft eine gute bis sehr gute Lebensqualität möglich, heilbar ist die Schwerhörigkeit unter diesen Umständen allerdings nicht.

Wie kann Schwerhörigkeit behandelt werden?

Je nach genauer Ursache gibt es für viele schwerhörige Menschen mittlerweile sehr wirksame Therapieformen. Ein erster Schritt ist zumeist die Verwendung eines klassischen Hörgeräts. Hilft dieses nicht mehr weiter, kommt ein sogenanntes Cochlea-Implantat in Frage. Unter bestimmten Umständen sind auch chirurgische Maßnahmen sinnvoll, wie beispielsweise die Tympanoplastik, bei der Beschädigungen des Trommelfells korrigiert werden.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


05.02.2020
QUELLEN
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, T. Lenarz, H. Boenninghaus, Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2012
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