×
×
articleicon

Schwerhörigkeit

Image Error
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Jeder 3. Österreicher über 65 Jahren ist von Altersschwerhörigkeit betroffen. Auch Traumata oder Lärmbelastung können Ursachen sein. (Ingo Bartussek - Fotolia.com)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters SCHWERHÖRIGKEIT

Schwerhörigkeit (Hypakusis) bedeutet nicht automatisch, nur leiser zu hören. Hörbeeinträchtigungen treten sowohl schleichend als auch plötzlich auf und müssen nicht beide Ohren betreffen. Der Grund für Schwerhörigkeit kann im Außen-, Mittel- oder Innenohr liegen.

Mittelohrentzündungen oder Pfropfen aus Ohrenschmalz können die Ursache sein, wenn Töne nur gedämpft wahrgenommen werden. Auch natürliche Alterungsprozesse, Lärm oder Entzündungen des Innenohrs führen dazu, dass der Ton nicht korrekt weitergeleitet wird. Dann können Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Ohrengeräusche (Tinnitus) auftreten. Durch eine Audiometrie oder Otoskopie werden Ursache und Ausmaß der Hörminderung festgestellt. Zur Therapie stehen nicht nur Hörgeräte zur Verfügung, je nach Störung wird auch die chirurgische Wiederherstellung des Trommelfells oder eine Knöchelprothese angewandt.

Wie häufig tritt Schwerhörigkeit auf?

Schwerhörigkeit zählt zu den häufigsten sensorischen Störungen. Weltweit sind Schätzungen zufolge fast eine halbe Milliarde Menschen betroffen, in Österreich ca. 1,6 Millionen. Häufigste Form der Krankheit ist die Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis). Von ihr ist etwa jeder 3. Österreicher über 65 Jahre betroffen. Hohes Alter ist jedoch keineswegs der einzige mögliche Auslöser einer Schwerhörigkeit. Sie kann ebenso durch Vererbung, Lärm, Traumata oder Hörstürze auftreten. In Österreich ist es daher auch die mit Abstand häufigste Berufskrankheit und macht in dieser Gruppe mehr als die Hälfte aller Erkrankungen aus. Pro Jahr treten im Schnitt etwa 640 neue Verdachtsfälle auf.

Aufbau des Ohrs

Das menschliche Ohr ist aus 3 Abschnitten aufgebaut: dem Außenohr, dem Mittelohr und dem Innenohr.

 

Außenohr

Zum Außenohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang.

 

Mittelohr

Hinter dem Trommelfell befinden sich 3 aufeinanderfolgende Gehörknöchel des Mittelohrs, die in der Paukenhöhle angeordnet sind.

 

Innenohr

Schließlich kommt das Innenohr, das unser Gleichgewichtsorgan enthält, außerdem die Hörschnecke, sogenannte Haarfasern und Nervenbahnen, die die einkommenden Informationen zum Gehirn übertragen.

 

Ertönt nun vor dem menschlichen Ohr ein Geräusch, übertragen Außen- und Mittelohr den Schall weiter an das Innenohr. Außen- und Mittelohr dienen also der Schallleitung.

Ursachen/Symptome/Verlauf bei verschiedenen Formen von Schwerhörigkeit

Prinzipiell lässt sich zwischen drei Arten von Schwerhörigkeit differenzieren, die jeweils mit anderen Symptomen einhergehen. Bei den möglichen Ursachen gibt es sowohl Unterschiede, als auch Überschneidungen.

 

Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Bei einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit kann das Umgebungsgeräusch nicht ungehindert durch das Außen- und Mittelohr zum Innenohr übertragen werden. Der Ton kommt nur gedämpft oder gar nicht an, das führt zu einer Hörminderung. Die häufigsten Ursachen dafür sind:

  • Loch im Trommelfell (Trommelfellperforation): Ein Loch im Trommelfell entsteht entweder durch direkte Verletzungen, z.B. durch ein Wattestäbchen, oder indirekt durch rasche Änderungen des Luftdrucks, beispielsweise bei einer Explosion oder einem Schlag auf das Ohr. Der Betroffene verspürt dabei einen stechenden Schmerz, zum Teil Schwindel. An der Rissstelle sind eventuell Blutspuren sichtbar.
  • Genetische Ursachen: bei genetischen Ursachen kann es zu Fehlbildungen der Ohrmuschel oder des Gehörgangs kommen.
  • Schädigung der Ohrmuschel oder des äußeren Gehörganges: z.B. durch Fremdkörper
  • Unterbrechung der Gehörknöchelkette: Ist einer der 3 Gehörknöchel (Hammer, Amboss, Steigbügel) z.B. nach einem Unfall gebrochen, hören die Betroffenen nur noch gedämpft, im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Durch einen operativen Eingriff kann ein geschädigter Knochen ersetzt werden.
  • Mittelohrentzündung, akut und chronisch: Meist entstehen Mittelohrentzündungen im Zusammenhang mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, im Anschluss an einen Schnupfen oder einer Erkältung. Betroffene leiden unter stechenden Schmerzen und Klopfen im Ohr, außerdem kommt es häufig zu Ohrgeräuschen, zu Kopfschmerzen, Unwohlsein und Fieber.
  • Ohrschmalzpfropf (Cerumen): Die Ohrenschmalzdrüsen sondern Talg ab, um den äußeren Gehörgang feucht zu halten und Schmutzpartikel aus dem Gehörgang zu befördern. Sammelt sich zu viel Ohrenschmalz oder quillt er beim Baden auf, kann es zur Hörminderung und einem dumpfen Gefühl auf den Ohren kommen. Reinigung mit dem Wattestäbchen könnte dem Ohr schaden, daher spült der Arzt den Ohrenschmalzpfropf mit warmen Wasser aus oder saugt ihn mit etwas Luft ein.

 

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Bei einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit kommen die Tonschwingungen zwar im Mittelohr an, können dort aber nicht weiterverarbeitet und an das Gehirn übertragen werden. Folgende Ursachen sind möglich:

  • Altersschwerhörigkeit: durch Alterungsprozesse kommt es zunehmend ab dem 50. Lebensjahr zum Abbau und Verschleiß der Hörnerven und Sinneszellen. Betroffene können häufig erst die hohen, im späteren Stadium auch die tiefen Töne nicht mehr hören. Bei der Altersschwerhörigkeit fehlen im Satz einzelne Laute, Betroffene versuchen dem Gespräch häufig aus dem Satzkontext zu folgen. Insgesamt ist das Sprachverständnis, vor allem auch in größeren Gruppen, stark beeinträchtigt. Ohrgeräusche treten häufig in ruhiger Umgebung auf. Um die Hörminderung zu kompensieren, brauchen Betroffene in der Regel ein Hörgerät, das die einkommenden Geräusche über ein Mikrofon verstärkt.
  • Hörsturz: Ohne erkennbarem Grund tritt plötzlich, meist einseitig, ein akuter Hörverlust auf, es entstehen Ohrgeräusche und ein Druckgefühl. Die Ursache eines Hörsturzes ist wissenschaftlich nicht geklärt, diskutiert werden aber unter anderem Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen sowie Virusinfektionen. Es kann in diesem Zusammenhang auch zu einer einseitigen Taubheit kommen.
  • Lärm: Ein akustisches Trauma kann durch plötzlich auftretenden oder chronischen Lärm verursacht werden. Dabei kommt es zur dauerhaften Schädigung der Haarzellen. Das sind die Sinneszellen, die die Töne als elektrische Impulse aufnehmen und in Richtung Gehirn weiterleiten. Die Hörminderung tritt meistens beidseitig auf und wird häufig von Ohrengeräuschen begleitet. Von einem chronischen Lärmtrauma spricht man bei einer dauerhaften, meist berufsmäßigen Lärmeinwirkung von 85 db, akute Traumata entstehen bei kurzzeitigem Lärm, der 120 db überschreitet (z.B. bei einem Konzertbesuch oder den Düsen eines Flugzeugs).
  • Entzündliche Infektionen des Innenohrs: Entzündungen des Innenohrs betreffen häufig die sogenannte Hörschnecke und das Gleichgewichtsorgan, dadurch kommt es zu Schwindelanfällen und Übelkeit, teilweise mit Erbrechen. Auch Ohrengeräusche sind möglich. Die Ursache der Entzündung ist meist eine Infektion mit Bakterien oder Viren.
  • Angeborene oder frühkindlich erworbene Schwerhörigkeit: Die angeborene Taubheit hat häufig ein Fehlen der Sprachentwicklung zur Folge, man spricht in diesem Fall von Taubstummheit. Betroffenen kann oftmals mit speziellen Implantaten oder Hörgeräten geholfen werden. Mit Sprachtraining und dem Besuch einer Sonderschule können die Betroffenen das Sprechen erlernen.

 

Verletzungen des Trommelfells sowie akustische Traumata und ein Hörsturz treten plötzlich auf, Altersschwerhörigkeit und eine Hörminderung durch stetigen Lärm können sich hingegen mit der Zeit verschlechtern. Betroffene können bestimmte Tonfrequenzen dann nicht mehr richtig hören. In vielen Fällen betrifft das entweder die hohen oder die tiefen Töne, teilweise aber auch beide Frequenzbereiche. Dadurch fehlen den Patienten nicht einzelne Worte im Satz, vielmehr können manche Laute nicht mehr korrekt gehört werden. Manchmal treten zusätzlich zur Hörminderung Schwindelanfälle und Übelkeit auf.

 

Tinnitus

Der Tinnitus ist an sich keine Art der Schwerhörigkeit. Dabei handelt es sich vielmehr um plötzlich oder kontinuierlich auftretende Ohrgeräusche, die bei anderen Erkrankungen wie dem Hörsturz, Entzündungen der Ohren, bei der Altersschwerhörigkeit oder bei Lärmeinwirkung häufig als begleitende Symptome auftreten. Bei vielen Betroffenen ist aber keine eindeutige Ursache erkennbar. Die Ohrgeräusche äußern sich als Zischen, Klopfen, Piepen oder Dröhnen in den Ohren, wobei die akustische Wahrnehmung nicht auf eine äußere Tonquelle zurückzuführen ist, und beeinträchtigen durch ihr Auftreten und ihre Lautstärke zum Teil das Hörvermögen.

 

Symptome und mögliche Ursachen der jeweiligen Arten von Schwerhörigkeit im Überblick:

 

SYMPTOME

ART DER SCHWERHÖRIGKEIT

MÖGLICHE URSACHEN

Hörminderungen

 

Stechender Schmerz und Klopfen im Ohr, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Fieber

 

langsam zunehmende Hörminderung, im schlimmsten Fall Ertaubung, Schwindel (Otosklerose)

Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Das Problem liegt im Außen- oder Mittelohr.

 

Mögliche Ursachen:

  • Mittelohrentzündung
  • Loch im Trommelfell
  • Bruch der Gehörknöchelchenkette
  • Verkalkung (Otosklerose)
  • Fremdkörper
  • Ohrenschmalzpfropf (Cerumen)
 

Hörminderung (hohe und/oder tiefe Töne) häufig Schwindel und Gleichgewichtsstörung

 

Plötzliche einseitige Hörminderung, ohne Schmerzen, zum Teil Ohrengeräusche, Druckgefühl (Hörsturz)

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Das Problem liegt im Innenohr.

 

Mögliche Ursachen:

  • Vererbung
  • Hörsturz
  • Infektionskrankheiten wie Röteln oder Mumps
  • Altersschwerhörigkeit
  • Dauerhafter oder kurzer Lärm
 

Kontinuierlich oder plötzlich auftretende Ohrgeräusche, ohne dass eine Tonquelle zugeordnet werden kann

Tinnitus (lautes Rauschen, Pfeifen)

Das Problem kann im gesamten Ohrapparat, in der Region der Hörverarbeitung oder sogar an der Halswirbelsäule liegen.

 

Mögliche Ursachen:

  • Stress
  • Lärmschäden
  • Durchblutungsstörungen
  • Hörsturz
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Kiefer- oder Zahnentzündungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Probleme mit der Halswirbelsäule
 

Stadien der Schwerhörigkeit

Für die Beurteilung der Hörfähigkeit eines Menschen sind zwei Parameter ausschlaggebend: Frequenz und Lautstärke. Die Frequenz, also die Tonhöhe, wird in Hertz (Hz) gemessen. Ein gesundes Gehör nimmt Frequenzen zwischen ca. 20 und 20.000 Hz wahr, wobei es auf den Bereich von 500 und 6.000 Hz besonders empfindlich reagiert – in diesen Breitengraden bewegt sich die menschliche Stimme. Bei der Lautstärke fungieren Dezibel (dB) als Maßeinheit.

 

Abhängig von der Frequenz eines Geräusches ist für das Gehör eine bestimmte Lautstärke notwendig, um dieses wahrzunehmen. Als Grenzwert wird jeweils die sogenannte Hörschwelle definiert. Je nachdem wie weit die Hörfähigkeit eines Menschen von dieser Schwelle abweicht, wird die Schwerhörigkeit in fünf Stadien bzw. Schweregrade unterteilt:

 

Stadium

 

Abweichen der 

Hörfähigkeit

Wahrnehmung

des Betroffenen

Normalhörigkeit

bis zu 20 dB    

keine Einschränkungen

geringgradige Schwerhörigkeit

ab 20 dB

Uhr-Ticken, Blätterrauschen, etc.

werden nicht wahrgenommen

mittelgradige Schwerhörigkeit

ab 40 dB

durchschnittlich laute Grundgeräusche in

Wohngebieten werden nicht wahrgenommen

hochgradige Schwerhörigkeit

ab 60 dB

normale Sprechlautstärke eines

Gesprächspartners wird nicht wahrgenommen

an Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit

ab 80 dB

auch laute Musik und Autobahn-Geräusche

werden nicht wahrgenommen

Diagnose von Schwerhörigkeit

Die Diagnose stellt entweder ein Arzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder ein ausgebildeter Akustiker, dessen Aufgabe es ist, Art und Ausmaß einer Hörminderung festzustellen und Hörgeräte für die Patienten anzufertigen, zu warten und zu reparieren.

 

Im Patientengespräch und bei der darauffolgenden Untersuchung klärt der Fachmann, welcher Art die Hörstörung ist (Schallleitungs- oder Schallempfindungs-Hörminderung), außerdem muss er die Schwere der Hörminderung feststellen, sie anatomisch lokalisieren und die Dauer und Art des Auftretens erfragen. Folgende Untersuchungen stehen zur Verfügung:

  • Otoskopie: Die Otoskopie dient der Inspektion des Ohres. Mit einem trichterförmigen Otoskop oder einem Ohrenmikroskop blickt der Arzt in den Gehörgang und auf das Trommelfell. Dabei erkennt er ganz einfach, ob Ohrenschmalz, Fremdkörper oder eine Infektion des Trommelfells schuld an der Hörminderung sind.
  • Tonschwellenaudiometrie: Mit der Tonschwellenaudiometrie kann der Arzt Schwere und Art der Hörminderung ermitteln. In einer schallgeschützten Kammer werden dem Patienten dafür Reintöne vorgespielt. Das heißt, dass auf jedem Ohr einzelne Töne erst über einen Kopfhörer, dann über einen Knochenhörer abgespielt werden. Je nachdem wie gut die hohen und die tiefen Töne dabei gehört werden, kann der Fachmann auf die Ursache schließen. Denn bei einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit ist die Luftleitung, die beim Hören mittels Kopfhörern dominiert, behindert. Daher funktioniert bei diesen Patienten die Knochenleitung besser. Bei einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit sind sowohl Knochen- als auch Luftleitung beeinträchtigt, da das Hörproblem erst in der Tonverarbeitung im Innenohr auftritt.
  • Tympanometrie: Bei der Tympanometrie untersucht der Arzt Reflexe und Funktionsfähigkeit des Mittelohrs. Dabei wird das Ohr verschiedenen Druckverhältnissen ausgesetzt, um den Widerstand und die Flexibilität des Trommelfells und das Zusammenspiel der Gehörknöchel zu überprüfen.

Therapie bei Schwerhörigkeit

Die Therapiewahl richtet sich bei der Schwerhörigkeit in erster Linie nach der Ursache. Wird beispielsweise ein Medikament als Auslöser identifiziert, reicht womöglich eine Umstellung bereits aus, um das Problem zu beheben. Bei anhaltenden Hörproblemen gibt es verschiedene Behandlungsansätze.

 

Hörgerät und Cochlea-Implantat

Zur Therapie einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit verschreiben Ärzte in der Regel ein Hörgerät. Ist dieses nicht mehr ausreichend, ist ein sogenanntes Cochlea-Implantat meist die Therapie der Wahl. Dieses kleine elektronische Gerät wird mittels einem chirurgischen Eingriff eingesetzt und stimuliert direkt den Hörnerv. Zögern ist bei der Entscheidung für ein Implantat laut Experten keine gute Idee. Je früher man sich dafür entscheidet, umso besser kann das Zurückgehen der Hörfähigkeit gebremst werden.

 

Chirurgische Maßnahmen

Unter bestimmten Umständen können chirurgische Maßnahmen für Besserung sorgen. Hier sind insbesondere drei Eingriffe relevant:

  • Tympanoplastik: Bei der Tympanoplastik werden Defekte des Trommelfells oder der Gehörknöchel behoben. Kleinere Löcher im Trommelfell verheilen möglicherweise von alleine. Ist der Schaden aber von größerem Ausmaß, kann das Trommelfell chirurgisch wiederhergestellt werden.
  • Stapesplastik: Die Verknöcherung des hintersten Gehörknöchels, dem Steigbügel, führt dazu, dass der Schall nicht vom Mittelohr auf das Innenohr übertragen werden kann. Die Erkrankung kann mit Hilfe einer winzigen Prothese korrigiert werden. Der Steigbügel-Ersatz (Stapesplastik) wird dem Patienten unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung eingesetzt.
  • Parazentese: Bei der Parazentese wird das Trommelfell an einer winzigen Stelle eingeschnitten, um für eine ausreichende Belüftung des Mittelohrs zu sorgen und gegebenenfalls nach einem Schnupfen oder einer Erkältung angesammelte Flüssigkeit abzuführen.

Schwerhörigkeit: Was kann der Betroffene selber tun?

Wer in jungen Jahren anfängt, auf sein Gehör zu achten, beugt Spätfolgen vor. Zu laute Musik auf den Kopfhörern oder in der Disco schädigt auf Dauer die Sinneszellen und das verschlechtert die Ausgangslage für eine Altersschwerhörigkeit.

 

Auch eine gesunde Ernährung, ausreichend Sport und das Vermeiden von Zigaretten können einer Hörminderung im Alter vorbeugen, indem sie den menschlichen Blutkreislauf, auch im Gehör, fördern.

 

Fremdkörper wie Spielzeug, Wattestäbchen oder Ähnliches sollten nicht in den Gehörgang geführt werden. Sie können zu Verletzungen des Außenohrs, des Trommelfells oder der dahinterliegenden Knöchelchen führen.

 

Seien Sie sensibel gegenüber Veränderungen Ihre eigene Hörleistung betreffend. Gerade Altersschwerhörigkeit wird von Betroffenen lange nicht bemerkt, oft sind es sogar Freunde oder Verwandte, die die Schwerhörigkeit als erstes feststellen. Wer Schwierigkeiten hat, bei größeren Veranstaltungen oder Festen mit vielen Umgebungs- und Stimmgeräuschen einem Gespräch zu folgen, wenn sich die Nachbarn über einen zu lauten Fernseher beschweren oder wer häufig nachfragen muss, um einen Satz zu verstehen, der ist auf Dauer frustriert und verliert so die Lust am Gespräch und an sozialen Kontakten.

 

Viele Betroffene mit einer unbehandelten Hörminderung vereinsamen daher. Wer bei sich selbst, bei einem Freund oder Bekannten die Anzeichen einer Schwerhörigkeit feststellt, der sollte einen Termin beim Fachmann vereinbaren, um das Gehör zu überprüfen.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


02.01.2018
WEITERE GESUNDHEITSFENSTER-ARTIKEL
Schwerhörigkeit bei Neugeborenen
Neugeborenenschwerhörigkeit
Reagiert das Baby kaum oder gar nicht auf akustische Signale, kann das ein Hinweis auf eine Neugeborenenschwerhörigkeit sein.
Altersschwerhörigkeit birgt die Gefahr sozialer Isolation
Altersschwerhörigkeit
Im Laufe des Lebens nimmt die Hörfähigkeit unserer Ohren sukzessive ab. Dies ist ein natürlicher Prozess.
Frau versteht kaum, was gesagt wird
Einsam durch Schwerhörigkeit: Die Rolle der Psyche
Nicht mehr richtig hören zu können wirkt sich auch negativ auf die Psyche aus.
Image Error
Hörsturz
Als Hörsturz wird eine plötzliche Minderung des Hörvermögens bezeichnet, deren genaue Ursachen unklar sind.
Kopfhörer und laute Musik sind ungesund für die Ohren
Akuter Lärmschaden
Wenn über einen gewissen Zeitraum die Ohren mit starkem Lärm belästigt werden, kann ein akuter Lärmschaden auftreten.
Ohrenschmerzen bei Kindern kann zu einer Mittelohrentzündung führen
Mittelohrentzündung
Anhaltende Ohrschmerzen bei Kindern sind häufig das erste Anzeichen für eine Mittelohrentzündung.
Ein modernes Hörgerät kann unterschiedliche Defizite ausgleichen
Hörgeräte
Hörgeräte mildern Schwerhörigkeit. Was können sie? Was kosten sie? Was muss ich beachten?
Image Error
Tinnitus
Der Begriff Tinnitus fasst verschiedene Formen von Ohrgeräuschen zusammen, wobei zwischen chronisch und akut unterschieden werden muss.
Hörtests als erster Schritt zur Diagnose
Die 5 häufigsten Fragen zur Schwerhörigkeit
Was sind die ersten Anzeichen, wie kann ich mich davor schützen und ist Schwerhörigkeit eigentlich heilbar?

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.