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Altersabhängige Makuladegeneration

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Ein Test mit dem sogenannten Amsler-Gitter gibt Aufschluss über eine eventuelle altersabhängige Makuladegeneration. (Image Point/Shutterstock.com)

Regelmäßige Kontrollen und ein rascher Behandlungsbeginn können den Krankheitsverlauf der altersabhängigen Makuladegeneration hinauszögern.

Neben der Katarakt und dem Glaukom ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) eine der drei Haupterkrankungen, durch welche das Auge im Alter am häufigsten betroffen ist. Wie kann man die Anzeichen der AMD erkennen und sie optimal behandeln?

Häufigkeit

In Österreich sind derzeit rund 200.000 Menschen von der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) betroffen. Die AMD ist die Hauptursache der Erblindung bei über Fünfzigjährigen in den Industrienationen.

Ursachen und Verlauf der AMD

Abbauprodukte des Sehprozesses lagern sich verstärkt in der Makula (der Stelle des schärfsten Sehens) ab und schädigen diese. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer AMD ist das Alter, darüber hinaus spielen genetische Faktoren, Rauchen und UV-Exposition eine Rolle. Man unterscheidet die "trockene" Form der AMD von der „feuchten“ Form. Bei der trockenen AMD zeigen sich vor allem die abgelagerten Abbauprodukte des Sehstoffwechsels sowie, in fortgeschrittenen Fällen, eine Verdünnung der zentralen Netzhaut. Bei der feuchten Form kommt es zu Gefäßneubildungen, die über eine erhöhte Durchlässigkeit zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut führen.

 

Zu den Anzeichen der AMD zählen verschwommenes Sehen, Probleme beim Lesen, Farben erscheinen blasser, gerade Linien werden wellenförmig gesehen. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird im Zentrum des Gesichtsfeldes ein leerer oder grauer Fleck wahrgenommen. Dies kann zum Beispiel auch mit dem sogenannten Amsler-Gitter selbst getestet werden.

Selbsttest mit Amsler-Gitter

Klicken Sie auf das Amsler-Gitter rechts bei heller Beleuchtung und betrachten Sie es mit einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern, falls vorhanden mit Lesebrille! Decken Sie ein Auge mit der Hand ab, fixieren Sie mit dem anderen Auge den schwarzen Punkt in der Mitte! Falls Folgendes auftritt, konsultieren Sie bitte Ihren Augenarzt:

  • der Punkt in der Mitte ist nicht zu sehen
  • Sie sehen Löcher oder graue Schleier
  • dunkle oder verschwommene Stellen treten auf
  • die Kästchen sind unterschiedlich groß
  • Sie sehen verbogene oder verzerrte Linien

Diagnose

Es erfolgt eine Untersuchung des Augenhintergrundes an der Spaltlampe nach Pupillenerweiterung. Hier können die typischen Veränderungen bei AMD wie Drusen, Flüssigkeitsansammlung oder Blutungen im Sehzentrum gesehen werden. Darüber hinaus wird eine Schichtbildaufnahme der Netzhaut, die sogenannte OCT, durchgeführt. In speziellen Fällen ist eine Angiographie der Netzhaut erforderlich; hierfür wird ein Farbstoff über die Vene verabreicht um die Gefäße des Augenhintergrundes darzustellen.

Therapie der AMG

Von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung der AMD sind eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapiebeginn; deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen erforderlich.

 

Die AMD kann heute leider noch nicht geheilt werden. Bei der trockenen Form wird weltweit an mehreren Wirkstoffen geforscht. Diese sind jedoch bisher noch nicht für die Behandlung am Menschen zugelassen. Bei der feuchten Form kann durch die Injektion von Medikamenten in den Glaskörperraum (intravitreale operative Medikamenteneingabe) die Sehkraft in vielen Fällen stabilisiert oder sogar verbessert und der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden.

Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Zur Vorbeugung der AMD wird empfohlen auf das Rauchen zu verzichten, einen Bluthochdruck gut einzustellen und bei starker UV-Strahlung eine Sonnenbrille zu tragen. Darüber hinaus ist eine gesunde Ernährung mit Antioxidantien und Vitaminen z. B. eine mediterrane Diät mit viel Obst und Gemüse empfohlen. Ihr Augenarzt kann Ihnen sagen, ob die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln für Sie sinnvoll ist.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


06.05.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Dr. Ali Abri
Foto (c): Foto: Klinikum Wels-Grieskirchen
Leiter der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie, Klinikum Wels-Grieskirchen

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