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Diabetische Netzhautablösung (Retinopathie)

Frau lässt eine eventuelle Diabetische Retinopathie abklären
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Mittels Spaltlampenuntersuchung wird eine eventuelle Diabetische Retinopathie abgeklärt. (moreimages/Shutterstock.com).

Diabetes kann zu einer Schädigung der kleinsten Blutgefäße in den Augen führen und damit die Netzhaut (Retina) schädigen.

Die Diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung, welche die Gefäße der Netzhaut betrifft. Diese führt zu einer starken Beeinträchtigung des Sehvermögens. Die Veränderungen werden anfänglich nicht bemerkt, können im Verlauf jedoch zu leichten Sehbeschwerden bis hin zur Erblindung führen. Sie kann sowohl Typ-I- als auch Typ-II-Diabetiker treffen.

Häufigkeit der Diabetischen Netzhautablösung

Die diabetische Retinopathie ist in den Industrieländern die Hauptursache für Erblindungen im mittleren Lebensalter. „Bei Typ II leiden bis zu 16 Prozent darunter, bei Typ I sogar bis zu 27 Prozent. Das Gefährliche daran ist, dass die Krankheit zunächst oft unbemerkt auftritt“, weiß Dr. Horst Fischer, Oberarzt an der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Ursachen der Diabetischen Netzhautablösung

Das Krankheitsbild betrifft die kleinsten Gefäße in der Netzhaut. Die Gefäße verschließen sich und führen über eine Minderdurchblutung zu einer Unterversorgung der Netzhaut mit Sauerstoff. „Diese reagiert mit der Ausschüttung eines Signalmoleküls namens VEGF. Dieses Molekül lässt neue Gefäße wachsen und macht Gefäße durchlässiger. Im Prinzip ein gutes Geschehen im restlichen Körper, aber in der Netzhaut richten die neuen Gefäße Schaden an“, so Fischer. Schwellungen der Netzhaut treten auf, zum Beispiel an der ‚Stelle des schärfsten Sehens‘ in der Makula, dann spricht man von der sogenannten diabetischen Makulopathie. Die Makula ist ein etwa fünf Millimeter großer Bereich in der Mitte der Netzhaut mit den meisten Sehzellen. „Die neuen Gefäße führen auch zu Blutungen und durch Schrumpfen zu Netzhautablösungen, das nennt man dann diabetische Retinopathie.“

Symptome und Verlauf der Diabetischen Netzhautablösung

Die Sehschärfe lässt mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung zusehends ab. Die Sehbehinderungen können bis hin zum Erblinden führen.

 

Formen der diabetischen Retinopathie

Es gibt milde und schwere Formen der diabetischen Retinopathie. Grob unterschieden werden:

  • Nicht proliferative diabetische Retinopathie: Es kommt zu Veränderungen der Gefäße, kleinen Blutungen und Ablagerungen in der Netzhaut. Häufig wird die Erkrankung lange nicht bemerkt.
  • Proliferative diabetische Retinopathie: Die Schädigung der Netzhaut schreitet fort. Gefäße wachsen in den Glaskörper ein, es kommt zu größeren Blutungen sowie schrumpfenden Vernarbungen, welche nun das Sehvermögen einschränken. Eine auftretende Netzhautablösung muss unbedingt behandelt werden, weil sie zur Erblindung führen kann.
  • Diabetische Makulopathie: In allen Krankheitsphasen kann es zu einer Schwellung der Makula kommen (Makulaödem), wobei es früh zu einer Sehverschlechterung kommen kann.

Diagnose der Diabetischen Netzhautablösung

Zur Diagnose erhebt der Augenarzt die Anamnese. Besonderes wird dabei auch die Blutzuckereinstellung beachtet. Sehschärfe, Augeninnendruck – sowohl im vorderen Augenbereich als auch der Augenhintergrund – werden mittels Spaltlampe und Augenspiegel untersucht. Weitere Untersuchungen sind in manchen Fällen nötig. Beispielsweise die Fluoreszenzangiographie, ein bildgebendes Verfahren zur Diagnostik von Erkrankungen des Augenhintergrundes: Um die Diabetes-bedingten Schäden sichtbar zu machen, bekommt der Patient ein fluoreszierender Farbstoff gespritzt. Das Mittel gelangt in alle Blutgefäße des Körpers, so auch in jene von Netzhaut- und Aderhautgefäße. In diesem Moment werden mit einer Spezialkamera Aufnahmen gemacht und so die Durchblutung der Netzhaut dargestellt.

Therapie der Diabetischen Netzhautablösung

Die beste Möglichkeit, eine diabetische Retinopathie hinauszuzögern, ist ein gut eingestellter Blutzucker: Der HbA1C-Wert sollte unter 7,0 liegen. Eine wichtige Säule sowohl für die Prävention als auch für die Therapie ist ein gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Rauchverzicht). „Im fortgeschrittenen Stadium zählen die Injektion von Medikamenten in das Auge, Verödungen durch Laserbehandlung oder eine operative Entfernung des Glaskörpers zu den möglichen Behandlungsoptionen“, so Augenspezialist Fischer.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


25.07.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Foto: Klinikum Wels-Grieskirchen
Dr. Horst Fischer
Foto (c): Klinikum Wels-Grieskirchen
Oberarzt an der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Klinikum Wels-Grieskirchen
QUELLEN
Presseinformation des Klinikum Wels-Grieskirchen vom 09.05.2019

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