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4 Fragen zu Grauer Star-Operationen

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Betroffene sehen zunehmend unscharf und verschwommen, als hätten sie einen Schleier vor Augen. (YakobchukOlena / Fotolia)

Wird von dem Augenarzt eine Grauer Star-Operation angeraten, gibt es auf Seiten der Patienten vor allem viele Fragen – und mitunter auch Ängste, die es auszuräumen gilt.

Die meisten Bedenken sind unbegründet: „Aufgrund von mehr als 90.000 derartigen Eingriffen pro Jahr ist eine Katarakt-Operation in Österreich ein sehr sicherer Eingriff“, so Dr. Jürgen Staudach, Fachabteilungsleiter Augenheilkunde und Optometrie der EMCO Privatklinik in Bad Dürrnberg bei Salzburg. Doch obwohl die Grauer Star-Operation in Österreich heutzutage ein sehr sicherer Eingriff ist, sind viele Patienten verunsichert. Der Facharzt gibt daher Antworten auf die häufigsten Fragen:

Aufgrund von mehr als 90.000 derartigen Eingriffen pro Jahr ist eine Katarakt-Operation in Österreich ein sehr sicherer Eingriff.

Dr. Jürgen Staudach,
Fachabteilungsleiter Augenheilkunde und Optometrie der EMCO Privatklinik in Bad Dürrnberg
(Foto: Sandra Hallinger)

1: Bekommt man bei der Operation des Grauen Star eine Vollnarkose?

Katarakt-Operationen werden heutzutage meist in der Tagesklinik, d. h. ambulant, vorgenommen. Eine Spritze neben oder hinter das Auge ist in der Regel nicht notwendig. Auch Vollnarkosen kommen nicht zur Anwendung. Die Schmerzfreiheit wird stattdessen durch die Gabe von Augentropfen erzielt.

2: Erfolgen Katarakt-Operationen bereits mittels Roboterverfahren oder durch Ärztehand?

„Goldstandard ist in Österreich nach wie vor die Phakoemulsifikation. Dabei wird der Linsenkern mittels Ultraschall verflüssigt, abgesaugt und durch eine Kunstlinse ersetzt“, weiß Dr. Staudach. Roboterchirurgie gibt es in der Kataraktchirurgie darüber hinaus keine: Da es sich um einen hochkomplexen Eingriff an unserem wichtigsten Sinnesorgan mit äußerst empfindlichen und verletzlichen Strukturen handelt, kann ein erfahrener Chirurg mit seiner Reaktionsschnelligkeit hierbei auch nicht in naher Zukunft durch Computer ersetzt werden.

3: Was passiert, wenn die neue Kunstlinse abgestoßen wird?

Das ist unwahrscheinlich. Kunstlinsen haben eine Haltbarkeit von rund 200 Jahren. Zudem ist die Verträglichkeit der verwendeten Kunststoffe sehr gut. So wie für alle Arten von Implantaten gesetzlich vorgesehen, werden auch Intraokularlinsen vor der Markteinführung auf Verträglichkeit getestet. Daher können die Linsen in der Regel ein Leben lang im Auge verbleiben. Falls keine weiteren Augenerkrankungen vorliegen, ist eine neuerliche Verschlechterung nicht zu erwarten. Unverträglichkeiten sind übrigens weltweit Einzelfälle, bei denen die Linse zudem wieder entfernt werden kann.

4: Ist nach der Operation auch gleich meine Fehlsichtigkeit behoben?

Eingetrübte Linsen werden bei Katarakt-Operationen überwiegend durch Einstärken-Kunststofflinsen ersetzt. Diese haben sich weltweit millionenfach bewährt. „Da der Anspruch der Patienten an das postoperative Ergebnis in den letzten Jahren stark gestiegen ist, stehen zur Implantation neben Einstärken-Kunststofflinsen auch torische und multifokale Linsen zur Verfügung. Torische Linsen dienen der Korrektur einer Hornhautverkrümmung, Multifokallinsen der Behebung von Alterssichtigkeit“, wie Dr. Staudach erklärt. Der Aufwand in der Vorbereitung der Operation ist dadurch gestiegen und die Operation selbst muss noch präziser durchgeführt werden, damit die Vorteile dieser neuen Produkte für die Patienten bemerkbar sind.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


23.11.2018

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