×
×

Geschwollene Augen

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Wer ständig geschwollene Augen hat, sollte einen Augenarzt aufsuchen (Pixabay.com)

Zu wenig Schlaf, Erkältungen, Entzündungen und Allergien können zu einer (vorübergehenden) Schwellung der Augenlider führen.

Weitere Auslöser können trockene Augen durch langes Arbeiten am Computer oder das Tragen von Kontaktlinsen sein. Treten die Beschwerden immer wieder auf und werden sie zusätzlich von Juckreiz, Brennen, Verklebungen oder Schmerzen begleitet, sollte der Augenarzt die Ursachen abklären: Je nach Grund werden die Augen dann mit Augentropfen, Augensalben, bei Allergien durch Weglassen des Allergens und bei Bedarf auch mit Antihistaminika behandelt.

Ursachen von geschwollenen Augen

Geschwollene Augen sind weit verbreitet. Meistens tritt das Phänomen morgens nach dem Schlafen auf. Oft ist das auf einen Stau im Lymphfluss zurückzuführen, der durch die nahezu waagerechte Haltung im Schlaf verursacht wird. Treten geschwollene Augen morgens nur gelegentlich auf, kann das folgende Gründe haben:

 

  • Ernährung: Salzige Kost, reichlicher Eiweißgenuss und übermäßiger Alkoholkonsum.
  • Erkältung: Entzündungen der Nasennebenhöhlen.
  • Hormone: Bei Frauen kann das Hormon Östrogen während des Eisprungs oder der Menstruation für Wassereinlagerungen - auch um die Augen - verantwortlich sein.
  • Allergien: Die häufigsten Ursachen für geschwollene Ober- oder Unterlider sind Allergien. Häufig treten sie an beiden Augen gleichzeitig auf, begleitet von typischen Anzeichen wie etwa tränenden, geröteten, geschwollenen, juckenden und brennenden Augen. Die Symptome können einzeln oder in Kombination, mild oder heftig auftreten.
  • Trockene Augen: Computerarbeit oder feuchtigkeitsarme Raumluft verursachen Probleme bei trockenen Augen, die sich bei Kontaktlinsenträgern noch verstärken können.
  • Medikamente: Auch Medikamentennebenwirkungen oder hormonelle Faktoren können die Lidranddrüsen verändern und so zu einer Verstopfung des Sekretflusses mit nachfolgender Lidschwellung führen.
  • Infektionen und interne Erkrankungen: Ein geschwollenes Auge kann auch ein Hinweis auf eine isolierte Erkrankung des Auges durch eine bakterielle, virale oder einen Fremdkörper verursachte Infektion, wie etwa eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis), ein Gerstenkorn (Hordeolum), ein Hagelkorn (Chalazion) und in seltenen Fällen auf einen Tumor im Augenbereich sein.
  • Interne Erkrankungen: Ebenfalls eher selten verstecken sich hinter geschwollenen Augen interne Erkrankungen, wie jene der Schilddrüse, des Herzens oder der Nieren. In solchen Fällen sind weitere Untersuchungen durch die entsprechenden Fachärzte angezeigt.
  • Erschlaffung des Bindegewebes: Oft treten "Tränensäcke" auf, die - häufig erblich bedingt - auch durch einen gesunden Lebensstil und teure Kosmetika nicht verbessert werden und schon junge Menschen betreffen können. Sie entstehen durch das Sichtbarwerden der natürlichen Fettpölster rund um die Augen aufgrund der Erschlaffung des Bindegewebes.

Geschwollene Augen: Symptome

Geschwollene Augen können auch mit folgenden Beschwerden gemeinsam auftreten:

 

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Verklebungen
  • Schmerzen
  • Schwächung des Bindegewebes ("Tränensäcke")
  • Entzündung des Lidrandes

Diagnose von geschwollenen Augen

Geschwollene Augen, die aufgrund nachvollziehbarer Ursachen, wie nach einer durchfeierten bzw. durchwachten Nacht oder durch Weinen auftreten, sind kein Grund zur Beunruhigung und verschwinden meistens von selbst.


Bei akuten Entzündungen, Spannungsgefühlen, Beschwerden in Form von Jucken, Brennen, oder mit einem Fremdkörper im Auge, sollte der Arzt die Ursachen abklären. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn geschwollene Augen ohne erkennbare Auslöser periodisch immer wieder auftreten. Viele Probleme mit Augen und Augenlidern hängen mit trockenen Augen oder auch mit Infektionen zusammen. Wenn nötig, werden weiterführende Laboruntersuchungen durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Geschwollene Augen: Therapie

Die erste therapeutische Maßnahme bei Allergien ist meistens, den Auslöser wegzulassen. Manchmal sind es zum Beispiel Kosmetika, die nicht vertragen werden, häufig steckt auch eine unentdeckte Hausstaubmilbenallergie oder Tierhaarallergie dahinter. Die Behandlung erfolgt in erster Linie mit Antihistaminika oder Kortison.

 

Bei Infektionen, Bindehautentzündungen, Gerstenkörnern und Lidrandentzündungen kann der Facharzt beispielsweise je nach Indikation konservierungsfreie Augentropfen oder -salben verordnen.


Die klassischen "Tränensäcke" sind in den meisten Fällen nur mit einer Operation zu beheben.

Geschwollene Augen: Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Folgende Tipps können helfen:

 

  • Wenig salzen und ein Übermaß an Koffein und Alkohol meiden
  • Ausreichend Wasser trinken
  • Kosmetika für die Augen regelmäßig erneuern
  • Ausreichend schlafen
  • Die Lidränder regelmäßig mit befeuchtenden Augentropfen pflegen; vor allem bei Kontaktlinsen oder trockenen Augen

 

Treten Schwellungen nur gelegentlich oder aus bekannten Gründen auf, gibt es etliche Mittel zur Selbsthilfe. Den stets am Morgen auftretenden Lymphstau kann man vermeiden, indem man sich - etwa durch einen Kopfpolster - höher bettet. Kompressen in Form von Gurkenscheiben oder Gel-Brillen können das "dicke" Auge zum Abschwellen bewegen. Wichtig ist der Expertenrat, ob im konkreten Fall Wärme oder Kälte zu empfehlen ist.

 

Oft wird Kamillentee als Hausmittel empfohlen. Hier ist allerdings Vorsicht am Platz, da sich Allergie und Trockenheit dadurch auch verschlechtern können. Gegen trockene Luft im Schlafzimmer hilft häufiges Lüften oder ein Luftbefeuchter.

Fragen an den Arzt

  • Kann erhöhter Blutdruck die Ursache für geschwollene Augen sein?
  • Können geschwollene Augen ansteckend sein?
  • Helfen Kräuter wie Augentrost gegen geschwollene Augen?
  • Gibt es Augentropfen, die bei trockenen Augen regelmäßig verwendet werden können?
  • Wie teuer ist die chirurgische Korrektur von Tränensäcken?
AUTOR


Dr. Susanna Sklenar
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


25.08.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Lukas Kellner
Leiter der Kataraktambulanz, Krankenanstalt Rudolfstiftung der Stadt Wien
QUELLEN
Interview mit Dr. Lukas Kellner, Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 265. Auflage, Berlin, 2013

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


minimed.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.