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Bänderriss und Überdehnung

Arzt untersucht Fuß der Patientin
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Nach einem Malheur beim Sport sind eine richtige Diagnose und schnelle Hilfe wichtig. (Elnur / Fotolia)

Unachtsamkeit, unebenes Gelände oder ungeeignetes Schuhwerk können dazu führen, dass man beim Sport umknickt.

Ist man umgeknickt und besteht Verdacht auf einen Bänderriss, sollte jegliche sportliche Aktivität und Belastung sofort unterbrochen werden. Die Erstbehandlung umfasst die Punkte der sogenannten PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. „Wichtig ist, dass der Verletzte die betroffene Stelle entlastet und sofort hochlagert, um der Schwellung entgegenzuwirken. Das Kühlen des Gelenks unterstützt ebenfalls die Hemmung der Schwellung und lindert die Schmerzen. Der letzte Schritt der Erstbehandlung ist die Kompression. Dabei sollte ein Druckverband angelegt werden, der nach der Kühlung ebenfalls dafür sorgt, dass die betroffene Stelle nicht zu stark anschwillt“, erklärt Dr. Max Böhler, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie.

 

Nach der Erstversorgung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob es sich um eine Überdehnung der Bänder oder um einen Bänderriss handelt, damit die richtige Behandlung sofort erfolgen kann. Wird ein Bänderriss nicht angemessen behandelt und die Heilung nicht richtig in die Wege geleitet, kann das Gelenk dauerhaft instabil bleiben. 

Richtige Diagnose der Verletzung

Wichtig für die Genesung der Verletzung ist, dass man für die Behandlung zeitnah unterscheidet, ob es sich um einen Bänderriss oder eine Überdehnung handelt. Die Intensität der Schmerzen sagt dabei nicht unbedingt etwas über die Art der Verletzung aus. In manchen Fällen kann ein überdehntes Band sogar schmerzhafter sein als ein Riss. Einen Bänderriss erkennt man meist an der charakteristischen Instabilität des Gelenks. Der Betroffene fühlt sich unsicher auf dem Fuß und es entsteht ein Bluterguss am Gelenk. Eine Überdehnung des Bands ist zwar meist mit starken Schmerzen verbunden, jedoch bleibt das Gelenk stabil und es entstehen keine sichtbaren blauen Flecken. Mit Sicherheit kann jedoch nur ein Arzt sagen, ob es sich um einen Bänderriss oder eine Überdehnung handelt.

Rasche Behandlung zur baldigen Genesung

Wurde eine Überdehnung der Bänder festgestellt, reicht es meist, diese nach der PECH-Regel zu behandeln. Dabei sollte das Gelenk bei Schmerzen nach Möglichkeit vollständig entlastet werden. Wenn keine Schmerzen mehr bestehen, kann das Gelenk langsam wieder belastet werden. Selbst Bänderrisse werden heutzutage nur in den seltensten Fällen operativ behandelt. Dieses Vorgehen wird meist nur noch in Ausnahmefällen bei Sportlern angewendet – die konservative Therapie eines Bänderrisses hat sich in den letzten Jahren besser bewährt. Dazu zählen die Entlastung des Gelenks sowie ein Druck- oder Salbenverband, eine Stabilisierung des Gelenks mittels Schiene oder gewickelten Tape-Bändern. Damit der Betroffene rasch wieder mobil wird, sollte so früh wie möglich mit therapeutischen Gymnastikübungen begonnen werden.

 

Der starke Schmerz zu Beginn der Verletzung nimmt im Normalfall nach zwei Wochen deutlich ab. Anders verläuft die Behandlung bei einem Kreuzbandriss: Hier wird nur im Ausnahmefall nicht operiert. Ein Kreuzbandriss führt zur andauernden Instabilität des Kniegelenks und es kommt schnell zu einer Kniegelenksarthrose, einer Abnutzung des Gelenkknorpels. Deshalb wird bei einem Kreuzbandriss eine sogenannte Kreuzbandplastik durchgeführt, bei der ein Stück einer körpereigenen Sehne anstelle des Kreuzbandes eingesetzt wird. Bei dieser Art von Bänderriss kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Patient wieder vollständig genesen ist. Nach jedem Bänderriss ist Vorsicht geboten, warnt Dr. Böhler: „Wer schon einmal einen Bänderriss hatte, hat ein beinahe fünffach erhöhtes Risiko für eine erneute Verletzung an der gleichen Stelle.“

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


22.08.2018
QUELLEN
Presseaussendung, Dr. Max Böhler, "Bänderriss und Überdehnung" vom 22. 08. 2018

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