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Hüftbruch

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Schon wenige Tage nach einer Hüftbruch-Operation sollten Betroffenen aufstehen und das Bein wieder belasten. (lightwavemedia / Fotolia.com)

Ein Hüftbruch (Beckenfraktur) tritt häufig als Folge von Stürzen oder Unfällen auf. Dabei bricht meist jener Teil des Oberschenkelknochens, der sich direkt unter dem Hüftkopf befindet. 

Generell haben Menschen mit Osteoporose ein höheres Verletzungsrisiko. Die Knochensubstanz nimmt mit zunehmendem Alter mehr ab als zu, daher ist die Gefahr eines Hüftbruchs bei älteren Personen größer. Bei einem Hüftbruch ist Gehen nicht mehr möglich, heftige Schmerzen und Schwellungen treten auf. Abhängig vom Alter und Allgemeinzustand des Betroffenen kann sich die Heilungsdauer über mehrere Monate erstrecken. Eine Operation führt aber in vielen Fällen wieder zu mehr körperlicher Selbstständigkeit und einer Verbesserung der Lebensqualität. 

Häufigkeit

Jährlich machen rund 15.000 Österreicher die Erfahrung eines Hüftbruchs. 80 % davon sind ältere Menschen ab dem 75. Lebensjahr, die aufgrund verringerter Knochenstabilität häufig rasch zu Sturz kommen. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es keine. Bei jüngeren Personen treten Beckenfrakturen meist als Folge von Unfällen mit hoher Gewalteinwirkung auf. 

Ursachen und Symptome eines Hüftbruchs

Hüftbrüche älterer Menschen sind vorwiegend durch Osteoporose (Knochenschwund) bedingt. Jüngere hingegen ziehen sich eine derartige Fraktur oft bei Stürzen aus großer Höhe, bei Ski- oder Verkehrsunfällen zu. 
 

Typische Symptome eines Hüftbruchs sind: 

  • Schwellungen

  • Schmerzen

  • Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk
  • Fehlstellungen des Beckens

  • Blutergüsse an der Hüfte

 

Aufgrund mangelnder Stabilität im Becken können Betroffene ihr Bein meist nicht belasten, weshalb Gehen unmöglich wird. Fehlstellungen der Hüfte bewirken außerdem, dass der Fuß verdreht und daher kürzer ist als der andere. Selten sind durch den Sturzaufprall auch innere Organe, wie z.B. die Blase, verletzt, das kann zu Blut im Urin führen. 
 

Ist ein Hüftknochen (Darm-, Scham-, Sitz- oder Kreuzbein) komplett gebrochen, liegt ein vollständiger Beckenbruch vor, der eine Operation notwendig macht. Das trifft auf 95 % aller Fälle zu. Wenn z.B. der obere Teil des Oberschenkels betroffen ist, kommt es häufig zum Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks (Hüftprothese), ansonsten wird der gebrochene Knochen mit Schrauben oder Marknagel versorgt. Während letztere bei jungen Patienten nach etwa einem Jahr wieder entfernt werden, verbleibt eine Hüftprothese lebenslang im Körper. Ein Wechsel ist meist erst nach 15 bis 20 Jahren erforderlich. 
 

Sehr vereinzelt kann es auch zu unvollständigen Hüftbrüchen kommen. Hier ist der Knochen nicht zur Gänze durch-, sondern angebrochen. Ursachen dieses schleichenden Prozesses sind Abnützungen des Hüftgelenks oder das langsame Absterben des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose). 
 

Unvollständige Brüche, bei denen der Knochen nicht durch-, sondern angebrochen ist, verheilen von selbst. Neben Bettruhe und Schmerztherapie sollte aber auch hier möglichst früh Physiotherapie über mehrere Wochen stattfinden. 

Diagnose

Die Diagnose erfolgt zunächst durch vorsichtiges Abtasten des Beckens. Bei einem vollständigen Bruch können einzelne Knochen leicht verschoben werden. Symptome wie Blutergüsse, Schmerzen und Fehlstellungen des Hüftgelenks sind wichtige Anhaltspunkte für die Feststellung eines Hüftbruchs. 
 

Eine Röntgenuntersuchung macht das Ausmaß und den genauen Bereich der Beckenfraktur sichtbar. Zusätzlich liefern Sonographie, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) Informationen, ob auch innere Organe, wie z.B. die Harnröhre und/oder die Harnblase, verletzt sind. Ist das der Fall, scheidet der Betroffene blutigen Urin aus. 

Therapie

In 95 % aller Fälle ist ein operativer Eingriff nötig, bei dem der gebrochene Knochen meist durch Schrauben oder Nagel stabilisiert wird. Liegt ein Bruch des Oberschenkelhalsknochens mit starker Verschiebung vor, greifen Chirurgen auf ein künstliches Hüftgelenk (Hüftprothese) zurück, das den zerstörten Knochen ersetzt. Ein derartiges Implantat kann durchaus auch schon bei Personen unter 60 Jahren vorkommen. 
 

Spätestens am 2. Tag nach Durchführung der Operation dürfen die Betroffenen aufstehen und das Bein meist bereits voll belasten. Schon im Krankenhaus wird mit physiotherapeutischen Übungen begonnen, die in einer anschließenden 6-wöchigen Reha kontinuierlich fortgesetzt werden. Sie stärken geschwächte Muskeln und fördern die Mobilität. Ob und wie lange weitere Therapiemaßnahmen nach diesem Zeitraum erforderlich sind, hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. 

Was können Betroffene tun?

Einem Hüftbruch selbst kann man nicht aktiv vorbeugen, wohl aber der Gefahr von möglichen Stürzen. Menschen mit Osteoporose oder eingeschränkter Bewegungsfreiheit sollten auf Gehhilfen, wie Krücken oder Rollatoren zurückgreifen. Außerdem kann festes Schuhwerk viel dazu beitragen, sich auf den eigenen Beinen sicherer zu fühlen. 
 

Darüber hinaus gibt es insbesondere für Senioren verschiedene Trainingsangebote zur Sturzprävention. Dabei erlernen die Teilnehmer vor allem Kraft- und Gleichgewichtsübungen, die ihre Beweglichkeit und Mobilität fördern sollen. 

AUTOR


Lisa Hörnler
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


01.12.2014 / 29.04.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Thomas Wieland
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Wien, Gumpoldskirchen (NÖ)

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