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Meniskusverletzungen (Meniskusläsionen, Meniskusriss)

Mann greift sich auf den schmerzendes Meniskus im Knie
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Schnelle Kniedrehungen können zu Meniskusverletzungen führen. (underdogstudios / Fotolia.com)

Meniskus ist die Bezeichnung für halbmondförmige Knorpel im Kniegelenk, die wie eine Art Stoßdämpfer wirken.

Wenn unsere Kniegelenke hohen Belastungen ausgesetzt sind, kann auch der Meniskus schnell einen "Knacks" bekommen. Neben Übergewicht und Knie-belastenden Berufen wie z.B. Fliesenleger, trägt Sport zu einer Überbeanspruchung des Meniskus bei. Meniskusverletzungen kommen auch häufig in Kombination mit Verletzungen der Kniegelenksbänder (z.B. Kreuzbandriss) vor. 

Zusammenfassung

  • In jedem Kniegelenk gibt es 2 Menisken, die dieses stabilisieren und abrupte Stöße oder Bewegungen abdämpfen sollen.
  • Kniebelastende Sportarten wie Tennis, Fußball oder Skifahren sind ebenso ein Risikofaktor für Meniskusschäden wie hohes Alter. Im Laufe des Lebens nimmt die Belastbarkeit der Menisken ab.
  • Auffälligstes Symptom von Meniskusverletzungen sind Knieschmerzen, parallel dazu können Schwellungen, Blutergüsse und Gelenkblockaden auftreten. Von der Lokalisation der Beschwerden lässt sich ableiten, welcher Meniskus beschädigt ist.
  • Die Therapie hängt vom Schweregrad des Schadens ab. Bei Quetschungen und kleineren Rissen reicht im Regelfall eine konservative Therapie aus, größere Schäden bedürfen aber oftmals einer Operation.

Der Meniskus

Jedes Kniegelenk besitzt 2 Menisken. Je nach ihrer Lage im Kniegelenk bezeichnet man sie als Innen- oder Außenmeniskus. Sie sind halbmondförmige Knorpel und sitzen zwischen den Gelenkflächen von Schienbein- und Oberschenkelknochen. Sie verteilen das Gewicht schön gleichmäßig, da sie die Kontaktfläche vergrößern. Außerdem dämpfen die Menisken Stöße ab und stabilisieren darüber hinaus das Kniegelenk. 

Meniskusschäden: Ursachen und Häufigkeit

Über 25.000 Spitalsaufenthalte gibt es jährlich durch Meniskusschäden in Österreich. Schnelle Kniedrehungen, aber auch schnelles Beugen oder eine Überstreckung des Knies können zu Meniskusverletzungen führen. Bei diesen Bewegungsabläufen kann der Meniskus im hinteren Bereich eingeklemmt werden – und bei anschließenden Drehungen vorne reißen. Auch bei einem Bänderriss oder einem Knochenbruch, der das Kniegelenk betrifft (Schienbeinkopfbruch) kann der Meniskus geschädigt werden. Meniskusverletzungen reichen von feinen Rissen bis hin zum großflächigen Einreißen des Knorpels. Hat man Glück im Unglück, kommt es nur zur harmlosesten Verletzung der Stoßdämpfer im Knie, der Meniskusquetschung.

 

Sport als Ursache

Alle Sportarten, die das Knie belasten, stellen ein Risiko dar: Das sind vor allem Fußball, Handball, Tennis, Basketball, Badminton und auch Skifahren. Bei einem plötzlichen Bewegungsstopp ist die Druckbelastung auf die Menisken oft sehr groß. Auslöser einer Verletzung ist meist eine Kombination von Beugebewegung und seitlicher Rotation, also eine Drehbewegung des Körpers bei feststehendem Fuß und gebeugtem Knie. Häufig zieht auch eine andere Sportverletzung einen Meniskusschaden mit sich. Reißt z.B. beim Skifahren oder Fußballspielen das Kreuzband, können durch den dadurch entstehenden Druck auch die Menisken Schaden nehmen.

 

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Alterungsprozess und Lebensstilfaktoren als Ursache

Meniskusverletzungen nehmen außerdem mit dem Lebensalter zu: Denn genauso wie die Knorpelflächen der Gelenke verschleißen (Arthrose), nutzt sich auch der Meniskus im Laufe des Lebens ab. Bei älteren Menschen kann eine alltägliche Bewegung ausreichen, um eine Verletzung auszulösen, etwa das Aufstehen aus einem Sofa. Einen großen Risikofaktor stellt auch Übergewicht dar. Solch degenerative Veränderungen des Meniskus werden als Meniskopathien bezeichnet.

Symptome eines Meniskusschaden

Schmerzen im Knie sind das Leitsymptom bei einer Meniskusverletzung. Liegt ihnen Verschleiß zugrunde, werden die Schmerzen im Kniegelenk langsam immer schlimmer. Bei einem plötzlichen Meniskusriss treten die Schmerzen hingegen schlagartig auf. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Schwellungen im Kniebereich
  • Blutergüsse, falls ein frischer Riss besteht
  • Gelenkblockaden: Das Kniegelenk blockiert, wodurch sich das Bein nicht mehr komplett ausstrecken lässt

Je nach Art und Ausmaß der Verletzung treten diese Beschwerden stark oder nur leicht ausgeprägt auf. An der exkaten Lokalisation der Schmerzen kann man erkennen, welcher Meniskus betroffen ist: 

  • Bei Innenmeniskusverletzungen: konzentrieren sich die Schmerzen auf die innere Knieseite. Bei Dreh- und Beugebewegungen verstärken sie sich. Gelegentlich schwillt das Knie an. 
  • Bei Außenmeniskusverletzungen: schmerzt der äußere Gelenkspalt am meisten. Drückt man dort seitlich, nimmt der Schmerz zu. Auch Schwellungen können auftreten. 
  • Bei Riss des Meniskus: ist ein Teil des Meniskus abgerissen. Dieses Stück kann im Gelenk eingeklemmt werden. Das Kniegelenk kann blockieren, was sehr schmerzhaft ist. Es kann auch zu einer Schwellung kommen. Teilweise macht sich ein Meniskusriss auch durch schnappende und knackende Geräusche bemerkbar. 

Diagnose von Meniskusschäden

Bei Schmerzen im Knie sollte man einen Orthopäden, Sportarzt oder Unfallchirurgen aufsuchen. Die Diagnose besteht aus einer klinischer Untersuchung und dem Einsatz bildgebender Verfahren. Der Arzt führt nach einer Befragung des Patienten verschiedene Bewegungs- und Rotationstests durch. Bewegt man den Unterschenkel, macht sich ein verletzter Meniskus schmerzhaft bemerkbar.

 

Um den Verdacht eines Meniskusschadens zu bestätigen, um die Art des Schadens konkret darzustellen und / oder um andere Knieverletzungen auszuschließen, eignet sich eine Magnetresonanztomographie. Während ein Röntgen des Knies keine neuen Aufschlüsse bringt, ermöglicht eine Kniespiegelung (Arthroskopie) Einsicht ins Innere des Knies. Bei diesem Verfahren wird eine kleine Kamera unter der Haut bis zum Kniegelenk geführt.

Therapie bei einem Meniskusschaden

Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente und Salben werden meist als erste Maßnahme verabreicht. Die weitere Therapie hängt ganz davon ab, welche Art von Meniskusverletzung vorliegt.

 

Meniskusquetschung 

Bei der eher harmlosen Meniskusquetschung genügt meist eine konservative Behandlung: Schonung des Kniegelenks, Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten sowie die Schwellung eindämmen, etwa durch Kühlung mit einem Eispack. 

 

Kleine Meniskusrisse 

Kleinere Meniskus-Einrisse, die keine mechanischen Symptome (z.B. Bewegungseinschränkungen oder Schnappen) verursachen, versucht man ebenfalls erst einmal konservativ zu behandeln. Kurzzeitige Einnahme eines Schmerzmittels und eine Physiotherapie können die Symptome lindern. Greifen diese therapeutischen Maßnahmen nicht und sind nach 2 bis 3 Monaten noch Schmerzen vorhanden, raten Ärzte meist zu einer Operation. 

 

Operation bei größeren Meniskusschäden 

Ist der Meniskus tiefer eingerissen, teilweise oder gar komplett abgerissen oder der Meniskusschaden blockiert das Knie, muss in der Regel operiert werden. Offene Knieoperationen sind heute dazu nicht mehr nötig. Heute werden Meniskusoperationen per Arthroskopie (Gelenkspiegelung) in Teil- oder Vollnarkose durchgeführt. Vorteil dieses minimal-invasiven Verfahrens (Schlüsselloch-Chirurgie): Es bleiben nur 2 bis 3 kleine Hautnarben zurück, da der Operateur durch ein feines Spezialendoskop, das Arthroskop, im Knie arbeitet. Durch diese schonende Methode, lassen sich die meisten Meniskus-Operationen ambulant durchführen. 
 

Ziel jeder Meniskus-Operation ist heute immer, so viel wie möglich vom Meniskus zu erhalten, um das Risiko einer Kniearthrose möglichst gering zu halten. Denn fehlt der Meniskus, ist die Belastung auf den Gelenkknorpel grösser und das Risiko für eine Arthrose steigt. 
 

Je nachdem, wo der Meniskus gerissen ist, kann er entweder durch spezielle Techniken wieder zusammengenäht werden oder der beschädigte Teil muss entfernt werden. Meniskuserhaltung durch Meniskusnaht funktioniert allerdings nur dort, wo das Meniskusgewebe durchblutet ist (am äußeren Rand der die Menisken). 

 

Meniskusersatz 

Aufgrund der wichtigen Funktion der Menisken (Gewichtsverteilung, Stoßdämpfung und Stabilisierung) wird intensiv daran geforscht Meniskusgewebe, wenn es kaputt ist zu ersetzen. Die bisherigen im Labor erzeugten Meniskusersatzmöglichkeiten sind entweder aus Rinderkollagen oder einem speziellem Kunststoff. Beide Materialien bauen sich im Körper langsam ab und sollen durch meniskusähnliches Gewebe ersetzt werden. Trotz einiger guter klinischer Erfolge bieten diese Implantate noch keinen gleichwertigen Ersatz zum körpereigenen Meniskus. Die Transplantation von Spender-Menisken scheitert häufig ihrer Verfügbarkeit. 

Was muss man nach einer Meniskusoperation beachten?

Die Nachbehandlung richtet sich danach, was bei der Operation gemacht werden musste: 

 

Meniskusteilentfernung 

Nach einer Meniskusteilentfernung kann das Kniegelenk meist rasch wieder voll belastet werden. In den ersten Tagen ist das Verwenden von Stützkrücken allerdings sinnvoll um ein "Schonhinken" zu vermeiden. Krankengymnastik bzw. Lymphdrainage kann direkt am Tag nach der OP beginnen. Nach 2 Wochen kann der Patient meist wieder gut Treppen steigen und Fahrrad fahren. Spätestens 6 Wochen nach der OP sollten übliche Aktivitäten einschließlich Sport auf Hobbyniveau wieder problemlos möglich sein. 

 

Meniskusnaht 

Wurde der Meniskus genäht (Meniskusnaht, medizinisch "Meniskusrefixation"), muss die empfindliche Nahtstelle gut geschützt werden: Für 4 bis 6 Wochen darf der Patient das operierte Knie nur teilbelasten und es auch nur eingeschränkt beugen – deshalb bekommt der Patient meist eine Knieschiene (Orthese) und Krücken. Mit physiotherapeutischen Maßnahmen wird die Muskulatur dann wieder auftrainiert. 
 

Verläuft alles gut, kann zirka 3 Monate nach der OP wieder mit Laufsport begonnen werden. Kniebelastende Sportarten mit schnellen Dreh- sowie Auf- und Abbewegungen (z.B. Fußball) sind in der Regel jedoch frühestens nach 6 Monaten wieder möglich. 

AUTOR


Anja Speitl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


14.03.2014 / 20.07.2021
MEDIZINISCHER EXPERTE
A.O. Univ.Prof. Dr. Christian Fink
Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie - Sportsclinic Austria, Innsbruck
QUELLEN
Mein Knie - endlich wieder schmerzfrei. Meniskus, Kreuzband & Knorpel, P. Weninger, Maudrich Verlag, 1. Auflage, Wien, 2013