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Osteoporose

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Osteoporose: Ab dem 35. Lebensjahr verliert mehr oder weniger jeder Mensch an Knochensubstanz. (Pixabay.com)

Alle 30 Sekunden erleidet ein Mensch in Österreich einen durch Osteoporose (Knochenschwund) bedingten Knochenbruch. Mit dem Alter wird die Knochensubstanz bei allen Menschen weniger, bei dieser Erkrankung nimmt sie noch schneller ab.

Osteoporose beginnt schleichend ohne Symptome, mit fortschreitendem Knochenabbau treten erst Rückenschmerzen auf, dann folgen häufig Brüche. Genügend Bewegung, richtige Ernährung und medikamentöse Therapie können den Knochenschwund und Folgebrüche gut in Schach halten. Durch Unwissen über Osteoporose werden maximal 20 % aller Österreicher mit Knochenschwund rechtzeitig und richtig behandelt, das heißt: 80 % erhalten keine adäquate Therapie.

Häufigkeit

Ab dem 35. Lebensjahr verliert mehr oder weniger jeder Mensch an Knochensubstanz. Bei Osteoporose jedoch ist dieser Abbau übermäßig stark. Rund 800.000 durchwegs ältere Österreicher leiden an Osteoporose, das Verhältnis zwischen Frau und Mann liegt bei etwa 3:1. Nur etwa 25 % der Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung. Aufgrund dieser Krankheit haben 46 % aller Frauen und 22 % aller Männer in ihrem Leben zumindest einen Knochenbruch.

 

Mehr als 520.000 Wirbelkörpereinbrüche zählt man in Österreich im Jahr, bei Osteoporose-Patienten kann schon ein abruptes Hinsetzen, ein stärkerer Husten genügen und ein schwach und porös gewordener Wirbelkörper bricht ein.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Es gibt die primäre Typ 1- und Typ 2-, die 95 % aller Fälle ausmachen, sowie die Sekundäre Osteoporose.

 

Primäre Typ 1 Osteoporose

Die primäre Osteoporose vom Typ 1 betrifft überwiegend Frauen ab 50: Ein zunehmender Verlust des weiblichen Sexualhormons Östrogen, wie er im Wechsel üblich ist, wird als Hauptursache gehandelt, deswegen wird sie auch postmenopausale Osteoporose genannt.

 

Primäre Typ 2 Osteoporose

Bei Typ 2 spricht man auch von der senilen Osteoporose, sie trifft Männer und Frauen ab 70 gleichermaßen. Auch Lebensstil (Bewegungsmangel), genetische Disposition, Fehlernährung (zu wenig Kalzium im Essen), Vitamin-D-Mangel und Rauchen schaden den Knochen und spielen bei der Entstehung der primären Osteoporose eine Rolle.

 

Sekundäre Osteoporose

Die sekundäre Osteoporose ist Folge einer anderen Krankheit (zum Beispiel Überfunktion der Nebennierenrinde, lange Bettlägerigkeit) oder von regelmäßiger Einnahme bestimmter Medikamente.

Diagnose

Eine ausführliche Anamnese, verschiedene Laborparameter sowie eine Messung der Knochendichte helfen bei der Diagnose. Die Messung allein ist nämlich noch keine Diagnose, sie sollte immer in Abhängigkeit vom Lebensalter und anderen Faktoren interpretiert werden.

Therapie

Zur Basistherapie (Kalzium und Vitamin D) werden verschiedene wirksame Medikamente eingesetzt: sogenannte Bisphosphonate, ein relativ neues Biologikum, Parathormone, Calcitonin, Strontiumranelat sowie Geschlechtshormone. Auch physikalische Medizin ist effektiv. Traurige Tatsache aber: Maximal 20 % aller Österreicher mit Knochenschwund werden rechtzeitig und richtig behandelt, das heißt: 80 % erhalten keine adäquate Therapie.

Das kann der Betroffene selbst tun

  • 25 % weniger Stürze: Regelmäßiges Krafttraining stärkt die Knochen, Koordinations- und Ausdauertraining hilft, Stürze zu vermeiden. Untersuchungen des Zentrums Alter und Mobilität der Universität Zürich ergaben: Patienten, die nach einem Oberschenkelhalsbruch zu Hause regelmäßig ein Trainings- und Physiotherapieprogramm absolvierten, stürzten im Folgejahr um 25 % seltener.
  • Günstige Sportarten bei bestehender Osteoporose sind zudem: Gehen und Wandern, Radfahren, Rückenschwimmen, Gymnastik.
  • Kalziumreiche Ernährung: Auch kalziumreiche Ernährung (z.B. Milchprodukte, Käse) ist für Osteoporose-Patienten empfehlenswert. Knochenstärkend sollen sich zudem Training auf einer Vibrations-Platte oder Kernspinresonanz-Therapie auswirken.
AUTOR


Claudia Richter


ERSTELLUNGSDATUM


09.12.2013
MEDIZINISCHER EXPERTE
PRIM. UNIV.-PROF. Dr. Heinrich Resch
Innere Medizin / Rheumatologie & Gastroenteroligie / Osteologe II. Medizinische Abteilung, KH der Barmherzigen Schwestern, Wien
QUELLEN
Interview Univ.-Prof. Dr. Heinrich Resch im August 2013
Pressekonferenz „Osteoporose: Fokus Knochenforschung“ im Oktober 2009

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