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Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Bandscheibenvorfall
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Falsche und langes Sitzen vor dem Computer belastet die Bandscheiben. (metamorworks - Shutterstock.com)

Starke Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen - diese Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall können, müssen aber nicht auftreten.

Ein Bandscheibenvorfall muss anfangs keine Beschwerden verursachen. Oftmals wird ein Bandscheibenvorfall zufällig bei einer Computertomographie oder Magnetresonanztomographie festgestellt. Meist kommt es erst durch eine Beteiligung des Nervengewebes zu Schmerzen. Der Bandscheibenvorfall wird dann nach Größe, Richtung, Intensität und Ausstrahlung beurteilt.

Wie macht sich ein Bandscheibenvorfall bemerkbar?

Durch Druck auf Nervenwurzeln kann es zu Schmerzen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen kommen:

  • Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule: Typisch sind blitzartige, ins Bein ausstrahlende Schmerzen ("Hexenschuss" oder auch Ischialgie). Die teilweise unerträglichen Schmerzen können sich beim Husten, Niesen oder Pressen noch verstärken. Es kann dem Betroffenen schwer fallen, ein Bein zu heben oder die Zehen zu bewegen, möglich ist auch ein Taubheitsgefühl in den Beinen und Füßen. In weiterer Folge kann es zu Kreuzschmerzen kommen (Lumbago). Resultat ist dann der ins Bein ausstrahlende Kreuzschmerz.

  • Bandscheibenvorfall im Bereich des Lendenrückenmarks (Kaudasyndrom): zusätzlich zu den oben beschriebenen Symptomen kann es gehäuft zu einer Störung der Blasen- und Darmentleerung kommen. In diesem Fall ist eine sofortige Operation notwendig.

  • Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule: Nackenschmerzen, die in die Arme bis zu den Fingern, je nach Bandscheibenhöhe, ausstrahlen können. Dies wiederum mit Gefühlsstörungen und/oder auch Lähmungen.

  • Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule: Betroffene haben Schmerzen und leiden auch an Beschwerden beim Atmen. Ausstrahlende Schmerzen in den Brustkorb lassen in manchen Fällen auch einen Herzinfarkt vermuten.

Wie verläuft ein Bandscheibenvorfall?

Treten Schmerzen oder andere Beeinträchtigungen der Wirbelsäule auf, ist es wichtig, so rasch wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Denn jede Verzögerung der Behandlung kann zu einer eingeschränkten Erholung der empfindlichen Nervenstruktur führen. Bei 90 % der Betroffenen kann mit der Einnahme von Medikamenten und einer Bewegungstherapie nachhaltig geholfen werden. Nur rund 10 % der Bandscheibenvorfälle müssen operiert werden.

Diagnose des Bandscheibenvorfalls

Die erste Anlaufstelle bei Schmerzen im Rücken ist in der Regel der Allgemeinmediziner. Er führt bei Verdacht den Lasègue-Test durch: Bei dieser Untersuchung liegt der Patient flach am Rücken.

 

Der Arzt hebt das gestreckte Bein langsam immer höher von der Unterlage ab. Treten dabei bis zu einem Winkel von 40 Grad im Hüftgelenk Schmerzen auf, kann das ein Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall sein. Sensibilitätsstörungen und Funktionsstörungen (Lähmungen) sind gleichfalls Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall. Um schließlich Fehlstellungen und degenerative Ursachen ausschließen zu können, wird eine Untersuchung des betroffenen Abschnittes mittels CT oder MRT durchgeführt.

AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


05.12.2016
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Doz. Dr. Gerd Ivanic
Orthopädie Leiter des Orthopädischen und Kardiologischen Instituts (OK-Institut) der Privatklinik Graz Ragnitz
QUELLEN
Medizinwissen von A-Z, Andreae et al., TRIAS Verlag, 1. Auflage, Stuttgart 2006
Klinische Neurologie, P. Berlit, Springer Verlag, 3. Auflage, Berlin-Heidelberg 2011
Neurologie, K.F. Masuhr et al., Thieme Verlag, 6. Auflage, Stuttgart 2007 Handbuch Mikronährstoffe, L. Burgerstein, Haug Verlag, 11. Auflage, Stuttgart 2007

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