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Blasenentzündung nach dem Sex (Honeymoon-Zystitis)

Frau mit Harnwegsinfekt nach dem Sex liegt mit Schmerzen im Bett
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Unterleibsschmerzen sind ein häufiges Symptom von Blasenentzündungen. (Aleksandr Rybalko / Shutterstock.com)

Die Blasenentzündung nach dem Sex ist ein akuter Harnwegsinfekt bei Frauen, der durch Geschlechtsverkehr ausgelöst wird.

Die auch als Honeymoon-Zystitis oder Flitterwochen-Zystitis bezeichnete Blasenentzündung nach dem Sex wird häufig durch Escherichia coli Bakterien ausgelöst. Typische Symptome sind, wie bei anderen Blasenentzündungen, unter anderem Schmerzen beim Wasserlassen sowie häufiger Harndrang. Der Infekt verläuft in aller Regel harmlos, ist für die Betroffenen mitunter aber äußerst unangenehm.

Blasenentzündung nach dem Sex im Überblick

Art

Harnwegsinfekt

Erreger

häufig Escherichia coli

Symptome

Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, Unterleibsschmerzen

Diagnose

Harnanalyse

Therapie

Schmerzmittel, krampflösende Medikamente, bei Bedarf Antibiotika

Was ist eine Honeymoon-Zystitis?

Bei einer Honeymoon-Zystitis handelt es sich um eine Blasenentzündung, die durch Geschlechtsverkehr ausgelöst wird. Da bei Frauen Harnröhre, Vagina und Enddarm sehr eng beieinander liegen und die Harnröhre auch wesentlich kürzer ist, sind diese deutlich häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Männer.

Ursache für Blasenentzündung nach dem Sex

Die Honeymoon-Zystitis entsteht durch die Reizung des Intimbereichs beim Geschlechtsverkehr. Die mechanische Beanspruchung und die Veränderung des Scheidenmilieus begünstigen das Aufsteigen von Keimen in die Harnblase. Dies gilt besonders für Darmbakterien wie Escherichia coli, die als häufigste Auslöser für Blasenentzündungen gelten. Sie befinden sich im Darm und auf der Haut des Analbereichs. Beim Geschlechtsverkehr gelangen sie zunächst zur Scheide und anschließend über die Harnröhre in die Blase, wo sie zu Infektionen führen können.

 

Häufiger Geschlechtsverkehr und häufige Partnerwechsel begünstigen das Entstehen einer Honeymoon-Zystitis. Auch durch den Partner übertragene Bakterien (z.B. bei einer chronischen Prostataentzündung) können eine Honeymoon-Zystitis auslösen.

Was sind die Symptome einer Honeymoon-Zystitis?

Die Symptome einer Honeymoon-Zystitis sind dieselben wie bei anderen Blasenentzündungen:

  • häufiger Harndrang – oft mit geringer Urinmenge
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Unterleibsschmerzen

Wie stellt der Arzt die Diagnose Honeymoon-Zystitis?

Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung ist der richtige Ansprechpartner der Hausarzt oder der Gynäkologe. Dieser wird den Harn auf Bakterien untersuchen. Falls erforderlich, kann zusätzlich eine Harnkultur angelegt werden.

Wie wird die Blasenentzündung behandelt?

Eine Blasenentzündung ist zwar unangenehm, aber meist ungefährlich. Häufig heilt sie ohne medikamentöse Behandlung von selbst aus.

 

Bei schweren Verläufen und Risikogruppen kommen Antibiotika zum Einsatz. Um die Beschwerden zu lindern, kann der Arzt Schmerzmittel oder krampflösende Medikamente verschreiben. Alternativ stehen auch rezeptfreie Mittel in der Apotheke zur Verfügung.

Wie kann man einer Honeymoon-Zystitis vorbeugen?

  • Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase vollständig entleeren. Dabei werden die Erreger ausgespült und das Erkrankungsrisiko minimiert.
  • Achten Sie immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Vor dem Geschlechtsverkehr den Intimbereich mit Wasser reinigen. Vorsicht: Seife und andere Reinigungsmittel können den natürlichen Säureschutzmantel der Haut schädigen und so Infektionen sogar begünstigen.
  • Kein unmittelbarer Vaginalverkehr nach Analverkehr. Sonst können Bakterien aus dem Darmbereich direkt in die Scheide gelangen.
  • Vorsicht bei chemischen Verhütungsmitteln wie spermienabtötende Zäpfchen oder Salben – diese können das Infektionsrisiko erhöhen. 
  • Die Verwendung von Kondomen vermindert das Erkrankungsrisiko.
AUTOR


Silke Brenner, Mag. Birgit Guth
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


20.04.2022
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andrea Kottmel
Foto (c): Christina Eberl
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
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