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Blasenentzündungen: Antibiotika oft nicht nötig

Sind Antibiotika bei Blasenentzündung wirklich notwendig?
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Blasenentzündungen können schmerzhaft sein, sollen aber auch ohne Antibiotika behandelbar sein. (Rawpixel.com / Fotolia.com)

Bei einer herkömmlichen Blasenentzündung ist die Behandlung mit Antibiotika oft nicht notwendig. Zu dieser Erkenntnis kamen Urologen an der deutschen Universität in Göttingen im Rahmen einer Studie.

Ein Harnwegsinfekt liegt vor, wenn einer der ableitenden Harnwege entzündet ist. Zu den Symptomen zählen tropfenweises Ausscheiden von Harn trotz ständigen Harndrangs sowie stechende Schmerzen in Harnröhre und Unterbauch. In manchen Fällen wird sogar Blut im Urin sichtbar. Vor allem Frauen sind davon häufig betroffen, bis zu 80% von ihnen erkranken zumindest einmal im Leben an einem Harnwegsinfekt.

Alternative Behandlung getestet

Bislang wurden Blasenentzündungen in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt. Wenn es nach einer neuen Studie von der Universität Göttingen geht, könnte sich das in Zukunft aber ändern. Denn dort haben Urologen getestet, wie eine alternative Behandlung von Harnwegsinfektionen funktioniert. Anstatt Antibiotika zu verabreichen wurden lediglich Schmerzmittel verschrieben, um die Symptome zu lindern. Die Behebung des eigentlichen Problems hingegen wurde sozusagen dem Körper selbst überlassen.

Gute Erfolgsquote

Im Rahmen der Studie wurden 500 Frauen behandelt, die Hälfte davon mit der alternativen Methode. Bei zwei Drittel von diesen heilte die Entzündung ohne Komplikationen ab, beim Rest war eine Antibiotikatherapie doch notwendig. Die zweite Gruppe bekam von Anfang an ein Antibiotikum verabreicht, bei 88% dieser Fälle reichte die einmalige Behandlung bereits aus. Wenngleich die Erfolgsquote mit der konventionellen Methode also etwas höher war, zeigte sich, dass der Einsatz von Antibiotika nicht immer notwendig ist.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


27.07.2017

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