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Das erste Mal Sex: 9 Fragen

Nervosität und Schmerzen verstärken sich oft gegenseitig
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Auch beim ersten Mal kann man schwanger werden, daher ist es besonders wichtig, ein Verhütungsmittel anzuwenden. (mikhail_kayl / Fotolia.com)

Was passiert beim ersten Mal? Ist es schmerzhaft? Kann ich auch bei Petting schwanger werden? Hier gibt es Antworten zu den 9 häufigsten Fragen.

Das erste Mal mit jemandem zu schlafen ist für viele Jugendliche ein einschneidendes Erlebnis – begleitet von einem Emotionscocktail aus Freude, Angst, Neugierde, Glück, Stress, Unsicherheit und Anspannung. Die meisten erinnern sich ein Leben lang an diesen Moment. Österreichische Jugendliche erleben ihn im Durchschnitt mit 16 Jahren. Dennoch ist das kein Grund, in diesem Alter Sex zu haben, wenn man sich noch nicht dafür bereit fühlt – auch wenn alle Freunde behaupten, sie hätten das erste Mal schon hinter sich. Wenn man aber beschließt, mit dem Partner oder der Partnerin Sex zu haben, sollte man sich in jedem Fall um eine geeignete Verhütungsmethode kümmern.

Frage 1: Wann ist der "richtige" Zeitpunkt?

Den "richtigen" Zeitpunkt muss man selbst bestimmen und darf sich nicht drängen oder gar erpressen lassen. Wenn man noch nicht für Sex bereit bist, aber dennoch Zärtlichkeiten mit dem Partner oder der Partnerin austauschen möchtest, kann man auch einfach beim sogenannten Petting bleiben. Unter den Begriff fallen alle möglichen Zärtlichkeiten, die 2 Menschen, die sich gern haben, austauschen können ohne miteinander zu schlafen. Man kann sich dabei gegenseitig am ganzen Körper küssen oder streicheln. Wichtig ist aber, auf die Partnerin / den Partner Rücksicht zu nehmen und nicht weiter zu gehen als sie oder er möchte. Man kann dabei nackt sein oder noch Kleidung anlassen. Das ist ganz dem Paar überlassen – erlaubt ist alles, was Spaß macht.

 

Doch Vorsicht: Auch beim Petting kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Nämlich dann, wenn z. B. eine geringe Menge Samenflüssigkeit auf der Hand ist und damit die Scheide berührt wird. In seltenen Fällen kann Samenflüssigkeit auch schon vor dem Orgasmus in Form des sogenannten Lusttropfens (Präejakulat) auf dem Penis sein.

Frage 2: Kann man beim ersten Mal schwanger werden?

Auch beim ersten Mal kann man schwanger werden. Es ist daher besonders wichtig, ein Verhütungsmittel anzuwenden. Schwanger werden kann man in jeder Stellung und an jedem Ort, auch in der Badewanne.

Frage 3: Welche Verhütungsmethode ist geeignet?

Kondome sind das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. Chlamydien) schützen kann.

 

Es stehen aber auch noch eine Reihe anderer Verhütungsmittel wie Pille, Verhütungsring oder Verhütungspflaster zur Verfügung. Bei einer Verhütungspanne kann die Pille danach helfen. Welches Verhütungsmittel das passende ist, lässt sich am besten bei einem Besuch bei der Gynäkologin (Frauenärztin) / beim Gynäkologen (Frauenarzt) feststellen.

Frage 4: Darf man sich die Pille ohne die Einverständniserklärung der Eltern holen?

Ab dem 14. Lebensjahr kann sich jedes Mädchen von einer Gynäkologin / einem Gynäkologen ohne das Einverständnis der Eltern / Erziehungsberechtigten die Pille verschreiben lassen. Diese / dieser steht unter der ärztlichen Schweigepflicht und darf die Eltern nicht darüber informieren.

 

Dennoch ist ein Gespräch mit den Eltern empfehlenswert, denn eigentlich zeugt es von großem Verantwortungsbewusstsein, sich vor dem ersten Mal über solche Dinge Gedanken zu machen.

Frage 5: Wie geht Sex?

Es gibt keine Anleitung dafür, wie Sex geht. Wichtig ist dabei, immer auf sein Gegenüber Rücksicht zu nehmen und nichts zu tun was er oder sie nicht möchte oder was vielleicht Schmerzen bereitet.

 

Küssen, Streicheln und zärtliche Berührungen führen zu sexueller Erregung. Dadurch wird beim Mädchen die Scheide feucht und beim Jungen der Penis steif. Wenn man mit Kondom verhüten möchte, ist das der Zeitpunkt, das Kondom über den steifen Penis zu streifen. Dafür ist etwas Erfahrung nötig. Deshalb ist es sinnvoll, schon vor dem ersten sexuellen Kontakt entweder am eigenen Penis oder an einem penisähnlichen Gegenstand zu üben. Im "Ernstfall" ist es dann einfacher, das Kondom überzuziehen.

 

Bei Mädchen kann es manchmal etwas länger dauern, bis sie sexuell erregt sind. Man sollte sich Zeit für gegenseitige Zärtlichkeiten nehmen und auf die Bedürfnisse eurer Partnerin/eures Partners eingehen. Sexuelle Erregung äußert sich beim Mädchen durch das Feuchtwerden der Scheide, außerdem schwillt die Klitoris (der sichtbare Teil ist ein kleiner Hubbel dort, wo die Schamlippen zusammenkommen) etwas an. Dann kann der Penis vorsichtig in die Vagina eingeführt werden. Durch rhythmische Bewegung wird die Lust weiter gesteigert und es kann zum Orgasmus kommen. Dieser äußert sich beim Jungen durch den Samenerguss, beim Mädchen durch unwillkürliche Kontraktionen (d.h. Zusammenziehen) der Beckenbodenmuskulatur.

 

Man sollte sich nicht unter Druck setzen und sich Zeit nehmen. Das erste Mal muss nicht perfekt sein und das ist es auch in den allerwenigsten Fällen. Auch bei Sex gilt das Sprichwort "Übung macht den Meister". Wenn es also nicht ganz so war wie man sich das erste Mal vorgestellt habt, ist das kein Malheur. Offen miteinander über Vorlieben, darüber was einem gefallen oder weniger gefallen hat, verbessert das Erlebnis. Nur so kann der Partner oder die Partnerin darauf eingehen.

Frage 6: Ist das erste Mal schmerzhaft?

Beim ersten Sex ist es wichtig, dass man sich viel Zeit lässt und nicht unter Druck setzt. Das Mädchen sollte entspannt sein und sich wohl fühlen. Ist das nämlich nicht so, zieht sich die Muskulatur der Scheide zusammen, außerdem wird die Scheide nicht (ausreichend) feucht. Die Folge sind Schmerzen beim Einführen des Penis. Meist ist das der Grund, wenn das erste Mal als schmerzhaft empfunden wird und nicht das Reißen des Jungfernhäutchens.

Frage 7: Was tun, wenn die Scheide nicht feucht ist?

Damit das Eindringen des Penis in die Vagina nicht weh tut, muss die Scheide feucht sein. Dafür sollte der Körper, insbesondere die Klitoris und der Scheideneingang, vor dem Sex gestreichelt und liebkost werden, auch die Verwendung von Gleitgel kann helfen. Beim Einführen des Penis sollte man darauf achten, langsam und vorsichtig zu sein. Wenn etwas weh tut, sollte man es dem Partner sagen – nur so kann er in seinen Bewegungen auf Bedürfnisse Rücksicht nehmen.

Frage 8: Was ist eigentlich das Jungfernhäutchen?

Das Jungfernhäutchen sieht bei jedem Mädchen anders aus. Bei manchen ist es schmaler, bei anderen breiter, bei manchen Mädchen ist es weicher als bei anderen. Es umgibt den Scheideneingang, verschließt ihn aber nicht. Seine eigentliche Funktion besteht darin, die inneren Geschlechtsteile kleiner Mädchen vor Schmutz zu schützen. Diese Funktion wird in der Pubertät vom sogenannten Weißfluss abgelöst. Wenn das Jungfernhäutchen einreißt, ist das meist nicht schmerzhaft. Meist blutet das nicht und wenn doch, dann nur ganz leicht. Wenn man also nach dem ersten Mal kein Blut auf deinem Laken findet, heißt das nicht, dass das Jungfernhäutchen schon vorher gerissen ist.

Frage 9: Keine Erektion beim ersten Mal – bin ich impotent?

Körperliche Gründe sind beim ersten Mal in den allermeisten Fällen nicht der Auslöser für das Ausbleiben einer Erektion, vor allem dann, wenn der Penis in anderen Situationen hart wird. Oft ist der eigene Druck schuld daran, dass es nicht klappt: Viele Jungs sind vor dem ersten Mal aufgeregt – das ist völlig normal. Manche sind aber mehr gestresst als andere oder setzen sich selbst unter Druck. Dadurch kann es passieren, dass der Penis nicht hart wird.

 

Wenn einem das passiert, muss man sich keine Sorgen machen und sollte versuchen, sich zu entspannen. Am besten spricht man mit seiner Freundin / weinem Freund darüber. Erektionsprobleme sind bei jungen Männern meistens nicht von langer Dauer.

 

Mehr Sicherheit bekommt man, indem man z. B. vor dem "Ernstfall" schon übt, wie ein Kondom über den Penis gezogen wird. Alkohol kann das Problem jedenfalls nicht lösen: er bewirkt, dass man weniger empfindsam ist und es wird schwieriger, eine Erektion zu bekommen.

AUTOR


Barbara Bürscher
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


04.03.2016 / 20.04.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Mag. Angela Tunkel
Österreichische Gesellschaft für Familienplanung

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