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Eierstockentzündung

Frau mit Eierstockentzündung liegt mit Fieber im Bett
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Typische Symptome einer Eierstockentzündung sind hohes Fieber, Unterbauchschmerzen und allgemeine Schwäche. (drubig-photo / Fotolia.com)

Eine Eierstockentzündung (Oophoritis, Adnexitis) ist eine Erkrankung der Eierstöcke, die durch eine Infektion mit Bakterien, seltener durch Viren, hervorgerufen wird.

Die Infektion betrifft nur selten ausschließlich die Eierstöcke (Ovarien), meist geht die Erkrankung mit einer Eileiterentzündung (Adnexitis) einher. Üblicherweise betrifft die Erkrankung beide Eierstöcke. Am häufigsten erkranken Frauen im gebärfähigen Alter, 2/3 der Frauen bereits im Teenageralter. Die Infektion wird hauptsächlich von Bakterien, wie etwa Chlamydien, im Zuge ungeschützten Geschlechtsverkehrs verursacht. Die Erkrankung sollte umgehend behandelt werden, da sie ohne Therapie chronisch werden und zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Ursache einer Eierstockentzündung

Eine Eierstockentzündung kann von unterschiedlichen Bakterien und Viren verursacht werden. Bei zirka 2 von 3 Eierstockentzündungen sind Chlamydien aber auch Streptokokken die Verursacher. Auch Enterokokken können die Erkrankung hervorrufen, bei etwa einem 1/3 aller Infektionen sind Gonokokken (Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper/ Gonorrhoe) verantwortlich.

 

Die Entzündung kann verschiedene Wege nehmen:

  • Aufsteigende Entzündung: von der Scheide aufsteigend, z.B. durch Geschlechtsverkehr, sie ist die häufigste Ursache

  • Absteigende Entzündung: von entzündeten Organen absteigend, z.B. im Zuge einer Blinddarmentzündung

  • Hämatogene Entzündung: Keime gelangen über die Blutbahn zu den Eierstöcken, z.B. infolge von Mumps, Virusgrippe

 

Aufsteigende Entzündungen entstehen, wenn Keime von der Scheide über die Eileiter zu den Eierstöcken gelangen. Das kann im Zuge ungeschützten Sexualverkehrs erfolgen, aber auch durch das Einlegen einer Spirale oder nach operativen Eingriffen z. B. nach Punktion der Eibläschen wie es bei der "künstlichen Befruchtung" notwendig ist. Dabei überwinden die Keime die schützende Barriere des Muttermunds und können so über Gebärmutter in die Eierstöcke vordringen.

 

Absteigende Infektionen entstehen, wenn ein "Nachbar-Organ" (z.B. Blinddarm) entzündet ist und die Erreger auf die Eierstöcke übergehen. Keime können jedoch auch über die Lymphbahnen von einem entzündeten Organ bis an die Eierstöcke gelangen.

Verlauf einer Eierstockentzündung

Eine Eierstockentzündung kann ohne Beschwerden verlaufen und erst durch den Gynäkologen diagnostiziert werden. Häufiger jedoch geht die Infektion mit hohem Fieber, Unterbauchschmerzen, allgemeiner Schwäche und grippeähnlichen Symptomen einher, die plötzlich und heftig einsetzen können. Auch Ausfluss oder Blutungen außerhalb der Periode können ein Hinweis auf die Erkrankung sein. In fortschreitendem Stadium reagiert die Bauchdecke empfindlich auf Druckschmerz und schwillt an.

 

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie in eine chronische Form übergehen, das heißt es kommt immer wieder zu Entzündungen, sowie in der Folge zu Narbenbildung ("Verklebung der Eileiter"). Bei immer wiederkehrenden Entzündungen erhöht sich das Risiko für Unfruchtbarkeit (Sterilität), statistisch gesehen steigt das Risiko bereits nach der 3. Entzündung um 50 % an.

Diagnose der Eierstockentzündung

Der gynäkologischen Untersuchung geht eine umfassende Anamnese voraus. Im Zuge einer vaginalen Tastuntersuchung und Ultraschalluntersuchung kann der Arzt feststellen, ob die Eileiter bzw. die Eierstöcke vergrößert und schmerzhaft sind. Auch der typische Druckschmerz im Bereich der Vagina bzw. Gebärmutter kann bereits ein Hinweis auf das Vorliegen einer Eierstockentzündung sein.

 

Eine genaue Ultraschalluntersuchung zeigt, ob die Eierstöcke vergrößert sind, ob Zysten vorliegen und sich möglicherweise Flüssigkeit im Bauchraum angesammelt hat. Ob auch schon Vernarbungen vorliegen, lässt sich durch diese Untersuchung nicht mit Sicherheit sagen. Eine Blutuntersuchung lässt Rückschlüsse auf den Erreger zu.

 

Mithilfe eines Vaginalabstrichs lässt sich unter dem Mikroskop der Erreger nachweisen. Im Labor werden spezielle Kulturen angelegt, um den Keim nachzuweisen (z.B. Gonokokken-Kulturen).

 

Bei sehr schmerzhaftem Krankheitsverlauf, bei dem auch manchmal ein stark vergrößerter Eierstock im Ultraschall zu sehen ist, kann sogar eine Operation notwendig werden. Durch eine Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) lässt sich dann erkennen, ob bereits andere Organe, wie etwa das Bauchfell in Mitleidenschaft gezogen sind.

Therapie der Eierstockentzündung

Eine Eierstockentzündung muss möglichst frühzeitig behandelt werden, um Spätfolgen, wie z.B. Unfruchtbarkeit zu verhindern. Üblicherweise erfolgt die Behandlung ambulant mithilfe von Antibiotika, die in der Regel über 14 Tage eingenommen werden. Bei sehr schwerem Verlauf ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Je nach Erreger wird die medikamentöse Therapie auf diesen ausgerichtet, sobald ein definitiver Nachweis vorliegt. Bei bakteriellen Ursachen (z.B. Chlamydien) muss der Geschlechtspartner ebenfalls behandelt werden. Ergänzend dazu werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneien eingesetzt.

 

Ist die akute Phase abgeklungen, können Wärmetherapie (Sitzbäder, Kurzwellenwärmetherapie, Fangopackungen) hilfreich sein. Manchmal wird sogar kurzzeitig die "Pille" zur "Ruhigstellung des Eierstocks" als Therapie eingesetzt.

 

Operation des Eierstocks

Eine Operation ist sinnvoll, wenn die vorangegangenen Therapien keine Besserung bzw. Heilung mit sich gebracht haben oder wenn Komplikationen vorliegen (z.B. Bauchfell- oder Blinddarmentzündung). Bestehen bereits starke Vernarbungen entscheidet der Arzt gemeinsam mit der Betroffenen, ob eine Entfernung eines Eileiters und/oder Eierstocks sinnvoll ist um beschwerdefrei zu werden.

Was Sie bei einer Eierstockentzündung tun können

Ungeschützter Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für Eierstockentzündung. Das Verwenden von Kondomen beim Sexualverkehr schützt vor Krankheitserregern, wie z.B. vor Chlamydien, die die häufigste Ursache von Eierstockentzündungen sind. Auch Vaginalhygiene im vernünftigen Ausmaß ist sinnvoll.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


26.05.2017 / 03.08.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Doris Maria Gruber (Ernst Kainerstorfer)
Univ.Prof. Dr. Doris Maria Gruber
Foto (c):
Universitätsklinik für Frauenheilkunde/Klinische Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Wien
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