×
×
articleicon

Jungfernhäutchen (Hymen): Mythen und Aufgaben

Mythen rund um das Jungfernhäutchen
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Häufig bluten Frauen ganz wenig oder gar nicht, wenn das Jungfernhäutchen reißt. (chatuphot / Shutterstock.com)

Das Hymen ist in vielen Kulturen von großer Bedeutung. Doch viele der Mythen, die sich um das Jungfernhäutchen ranken, sind nicht wahr.

Medizinisch weitestgehend unbedeutend, hat das Hymen in manchen Kulturen eine besondere Bedeutung. Die umgangssprachliche Bezeichnung als "Jungfernhäutchen" leitet sich von der weit verbreiteten Annahme ab, es würde immer beim ersten Geschlechtsverkehr reißen. Tatsächlich aber können sowohl Form als auch Resistenz des Hymens bei Frauen teilweise sehr unterschiedlich sein.

Aufgaben und Bedeutung des Hymens

Beim Hymen handelt es sich um eine dünne Schleimhaut, die direkt an der Vaginalöffnung liegt und die Grenze zwischen äußeren und inneren Genitalbereich der Frau darstellt. Es erfüllt im weiblichen Körper keine besonderen Aufgaben und wird im Regelfall bei der Geburt eines Kindes vollständig zerstört. Fälschlicherweise wird der Zustand des Hymen in manchen Kulturen als klares Indiz angesehen, ob die Frau bereits Geschlechtsverkehr hatte. Um Probleme mit dem Partner zu umgehen und eine vermeintliche Jungfräulichkeit vor der Ehe zu beweisen, sind in entsprechenden Kulturkreisen auch chirurgische Rekonstruktionen des Jungfernhäutchens recht häufig.

Erkrankungen des Hymens

Bei manchen Frauen bildet sich das Hymen so, dass nur eine recht kleine Öffnung bleibt. Sie haben meistens Probleme, einen Tampon zu benutzen und sollten im Zweifel auf andere Menstruations-Hygieneprodukte umsteigen. In sehr seltenen Fällen führt eine Fehlbildung noch vor der Geburt sogar dazu, dass das Hymen den Scheideneingang vollständig verschließt. Im Rahmen der ersten Periode merken die Betroffenen besonders starke Schmerzen, da sich das Blut in der Scheide anstaut und bis zur Eileiter reichen kann.

Mythen rund um das Hymen

Mythos 1: Das Jungfernhäutchen bedeutet, dass man Jungfrau ist

Falsch! Es ist durchaus möglich, dass das Hymen bereits vor dem ersten Sex einreißt. Andersrum ist es oftmals auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch intakt. Das Jungfernhäutchen kann also nicht zur "Bewertung" der Jungfräulichkeit herangezogen werden.

 

Mythos 2: Bei Selbstbefriedigung kann das Jungfernhäutchen reißen

Teilweise wahr! Wird bei der Masturbation nur die Klitoris berührt, kann dem Hymen nichts passieren. Auch bei Selbstbefriedigung mit dem Finger reißt das Jungfernhäutchen normalerweise nicht. Sobald etwas in die Vagina eindringt, kann das Hymen jedoch durchtrennt werden.

 

Mythos 3: Mit einem Tampon kann das Jungfernhäuten reißen

Falsch! Das Hymen ist flexibel und ein Tampon zu klein, um es einzureißen. Tampons können schon bei der ersten Regelblutung problemlos verwendet werden. Wem große Tampons unangenehm sind, kann zur "Mini"-Größe greifen und diese häufiger wechseln. Bestehen aufgrund einer atypischen Bildung des Hymens Probleme mit Tampons, empfiehlt sich der Wechsel auf andere Hygieneprodukte.

 

Mythos 4: Jedes Mädchen wird mit einem Jungfernhäutchen geboren

Fast richtig! Ein Fehlen des Hymens tritt nur bei komplexeren Fehlbildung im Genitalbereich auf, die sich deutlich bemerkbar machen. Im Teenager- oder Erwachsenenalter ohne vorherige Anzeichen festzustellen, dass man ohne Jungfernhäutchen geboren wurde, ist daher nahezu ausgeschlossen.

 

Mythos 5: Das Jungfernhäutchen wächst wieder zu, wenn man länger keinen Sex hat

Falsch! Einmal gerissen, wächst das Jungfernhäutchen von alleine nicht wieder nach. Vollständig zerstört wird es im Regelfall aber erst bei der Geburt des ersten Kindes.

 

Mythos 6: Jungfernhäutchen kann man wiederherstellen

Richtig! In manchen Kulturen ist es wichtig, mit intaktem Jungfernhäutchen in eine Ehe zu gehen. Wenn das Hymen eingerissen ist, kann es durch eine Operation wiederhergestellt werden. Medizinisch erfüllt die Rekonstruktion allerdings keinerlei Nutzen.

 

Mythos 7: Beim ersten Mal reißt das Jungfernhäutchen immer

Falsch! Das Jungfernhäutchen ist weich und dehnbar. Deshalb reißt es beim ersten Geschlechtsverkehr nicht immer ein.

 

Mythos 8: Durch Sport kann das Jungfernhäutchen reißen

Falsch! Das Jungfernhäutchen ist sehr flexibel und übersteht alle sportlichen Bewegungen wie Radfahren, Schwimmen, Laufen oder auch Reiten. Die Angst, bei bestimmten Sportarten könnte das Hymen reißen, ist unbegründet.

 

Mythos 9: Wenn das Jungfernhäutchen reißt, blutet man immer

Falsch! In manchen Kulturen wird ein blutiges Bettlaken in der Hochzeitsnacht als "Beweis" der Jungfräulichkeit angesehen. Das ist in der Realität ein Mythos: Häufig bluten Frauen ganz wenig oder gar nicht, wenn das Hymen reißt.

 

Mythos 10: Das Jungfernhäutchen sieht bei allen Frauen gleich aus

Falsch! Wie auch die Schamlippen sieht das Jungfernhäutchen bei jeder Frau ein bisschen anders aus. Die Haut kann glatt oder gefranst aussehen, auch die Größe des unbedeckten Scheideneingangs variiert.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


25.07.2017 / 20.04.2020

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.

Information zur Datenverarbeitung in Drittstaaten
Die Informationen werden durch Partner und Anbieter ggf. auch in Drittstaaten (z.B. USA) verarbeitet. Damit besteht das Risiko, dass keine Datenschutz-Aufsichtsbehörde besteht und Betroffenenrechte u.U. nicht durchgesetzt werden können. Mit deiner Einwilligung erklärst du dich ungeachtet dessen mit der Verarbeitung deiner Daten in Drittstaaten einverstanden.