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Kolposkopie

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Die Frauenärztin führt die Kolposkopie durch und berät die Patientin anschließend. (rh2010 / Fotolia)

Eine Kolposkopie (Vaginoskopie) ist eine gynäkologische Untersuchung, bei der der Gynäkologe die Schleimhäute von Vagina und Muttermund durch ein Untersuchungsmikroskop beurteilt. 

Um krankhafte Veränderungen besser darstellen zu können werden die Schleimhäute mit speziellen Lösungen (3 bis 5% Essigsäure, Jodlösung) benetzt. Um Auffälligkeiten weiter abzuklären kann der Gynäkologe mittels Abstrich oder Biopsie Gewebe für eine Untersuchung im Labor entnehmen. Eine Kolposkopie dient vor allem der Diagnose von Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen.

Anlass

  • Vorsorgeuntersuchung: Die Kolposkopie ist keine Vorsorgeuntersuchung.

  • Diagnosestellung: Zur Diagnose von Gebärmutterhalskrebs und anderer pathologischen Veränderungen des Gebärmutterhalses. Sie kommt üblicherweise zur Abklärung eines auffälligen PAP-Abstrichs zum Einsatz.

  • Verlaufskontrolle/Behandlungsnachsorge: Kommt als Behandlungsnachsorge bei Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen zum Einsatz.

Was passiert bei einer Kolposkopie?

Vor einer Kolposkopie wird Ihr Arzt Sie bitten, sich auf den gynäkologischen Untersuchungsstuhl zu setzten. Mit Hilfe eines Spekulums öffnet der Gynäkologe die Scheide vorsichtig. Das Kolposkop wird nicht in die Vagina eingeführt, sondern davor platziert. Das Kolposkop ist ein Untersuchungsmikroskop, das mit einer Lichtquelle ausgestattet ist. Es ermöglicht es dem Gynäkologen ein um das 6- bis 40-fache vergrößertes Bild von den Schleimhäuten der Portio, Vulva oder Vagina zu erhalten. Der Arzt achtet dabei auf Veränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Die Schleimhaut des Gebärmutterhalses wird mit Hilfe eines langen Tupfers mit einer Essigsäure oder einer Jodlösung betupft. So werden krankhafte Veränderungen besser sichtbar, denn krankes Gewebe verfärbt sich durch diese Lösungen anders als gesundes.

 

Der Arzt kann während einer Kolposkopie auch Gewebeproben (Abstrich und Biopsie) entnehmen. Diese Proben werden anschließend in einem Labor untersucht. Normalerweise liegt der Befund einer Biopsie innerhalb von ein paar Tagen vor. Genauere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Arzt.

Wer macht eine Kolposkopie?

  • Gynäkologe

Welche Risiken können bei einer Kolposkopie auftreten?

Falls der Gynäkologe auch eine Biopsie (Gewebeentnahme) vornimmt, können leichte Schmerzen und/oder leichte Blutungen auftreten, ev. erfolgt vor der Biopsie eine lokale Betäubung. Beschwerden wie stärkere Blutungen oder Infektionen treten allerdings nur in sehr seltenen Fällen auf.

 

Bis einige Tage nach der Kolposkopie kann es zu leichten Blutungen oder der Ausscheidung einer rötlichen oder bräunlichen Flüssigkeit kommen. Sie brauchen sich davon aber nicht beunruhigen zu lassen. Sollte eine Blutung aber stärker als eine normale Regelblutung sein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Kosten und Krankenkasse?

Die Kosten für eine Kolposkopie werden von der Krankenkasse teilweise übernommen.

AUTOR


Barbara Bürscher
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


05.11.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andreas Nather
Gynäkologe und Leiter von Woman & Health
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Kolposkopie in Klinik und Praxis, W. Kühn, J. Heinrich, Walter de Gruyter, Berlin, 2011
Atlas der Kolposkopie: Grundlagen, klinische Kolposkopie und spezielle Zervixpathologie, E. Burghardt, H. Pickel, F. Girardi, Georg Thieme Verlag, 2. Neubearbeitete Auflage, Stuttgart, 2001

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