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Kopfschmerz bei Frauen

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Migräne und Spannungskopfschmerz sind die häufigsten Kopfschmerztypen bei Frauen. (Antonioguillem - Fotolia.com)

Frauen sind viel häufiger von Kopfschmerz betroffen als Männer, am meisten plagt sie die Migräne und der Spannungskopfschmerz.

Eine mögliche Ursache liegt unter anderem in hormonellen Schwankungen, wobei die Ursachen noch nicht endgültig geklärt sind. Kommt der Kopfschmerz in Abhängigkeit von der nächsten Periode, spricht man von menstruationsbedingten Kopfschmerzen. Die Therapie richtet sich nach den individuellen Beschwerden der betroffenen Frau, dem Verlauf der Schmerzen und möglichen Begleiterscheinungen.

Kopfschmerz bei Frauen: Häufigkeit

Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerz. Während viele seltene Kopfschmerzarten gleich häufig bei Frauen und Männern vorkommen, treten die Migräne und der Spannungskopfschmerz, die zusammen etwa 80% der Kopfschmerzleiden ausmachen, bei etwa doppelt so vielen Frauen wie Männern auf. Fast 25 % der Frauen haben regelmäßig Migräneanfälle. Bis zur Pubertät ist die Anzahl der migränebetroffenen Mädchen und Jungen annähernd gleich, erst ab der Pubertät neigen mehr Mädchen als Jungen zu Kopfschmerzen. Nach den Wechseljahren nimmt die Anzahl wieder allmählich ab.

Ursachen des Kopfschmerzes bei Frauen

Warum Kopfschmerzen bei Frauen häufiger auftreten ist noch nicht genau geklärt. Naheliegend ist, dass hormonelle Ursachen eine wesentliche Rolle spielen, weiters werden auch geschlechtsunterschiedliche Verhaltensweisen bei der Stressbewältigung diskutiert.

 

Hormonelle Schwankungen

Der weibliche Zyklus ist charakterisiert durch eine erste Phase mit Anstieg des Östrogens, welche vom Beginn der Menstruationsblutung bis zum Eisprung dauert. Anschließend kommt es zum Abfall des Östrogens und zum Anstieg der Gestagene welche am Höhepunkt die Menstruationsblutung auslöst.

 

Bei der Sonderform der menstruationsassoziierten Migräne liegt folgende Vermutung nahe: Durch den zu plötzlichen oder auch zu starken Abfall des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen werden Faktoren gehemmt, die die Gefäßspannung kontrollieren und die auch bei der Migräne eine Rolle spielen.

 

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft nimmt die Anzahl der Kopfschmerzattacken bei bis zu 70 % der Frauen ab. Es wird vermutet, dass dies daran liegt, dass der Östrogenspiegel vor allem im 2. und 3. Trimenon stabil ist. Außerdem werden vermehrt das Glückshormon Serotonin und die schmerzstillenden Endorphine freigesetzt. Auch der Verzicht von Alkohol und Nikotin, eine allgemein stressfreiere Lebensweise und gesündere Ernährung, sowie ein regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus führen möglicherweise zur Abnahme der Kopfschmerzen bei der Schwangeren. Nach der Entbindung berichten viele Frauen über ein erneutes Auftreten der Kopfschmerzen.

 

Treten allerdings erstmals starke und untypische Kopfschmerzen auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Gerade schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, wie Bluthochdruck können diese Symptome bei der Schwangeren hervorrufen.

Kopfschmerz: Symptome

Migräne

Etwas mehr als 5 % der Kopfschmerzpatientinnen berichten von Migräneattacken, welche zwischen 2 Tagen vor und bis zu 5 Tagen nach dem Einsetzen der Periode auftreten. Treten die Migräneattacken nur zur Menstruation auf, spricht man auch von rein menstrueller Migräne. Kommt es auch zu anderen Zykluszeiten zu Migräneattacken, spricht man von menstruationsassoziierter Migräne.

 

Interessanterweise laufen die Migräne-Attacken zur Menstruationszeit meist ohne Aura-Symptome, wie Seh- oder Gleichgewichtsstörungen, ab, auch wenn die betroffenen Frauen zu anderen Zykluszeiten Migräneattacken mit Auren erleben. Die Attacken zur Menstruation sind oft schwerer: Die Schmerzen werden von den betroffenen Frauen häufig als intensiver und länger als gewöhnlich andauernd beschrieben und sind oft mit Übelkeit und Erbrechen, sowie Kreislaufprobleme verbunden und sprechen auf Therapie häufig schlechter an.

 

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form von Kopfschmerzen. Sie werden als pochend, drückend oder einengend beschrieben. Übelkeit oder andere Befindlichkeitsstörungen kommen eher nicht vor und körperliche Aktivität verschlimmert - anders als bei der Migräne - den Schmerz nicht. Meist liegt auch eine Verspannung der Nackenmuskulatur vor.

Kopfschmerz: Diagnose

Wie bei allen Kopfschmerformen gilt:

  • treten die Kopfschmerzen bei der Betroffenen häufiger als einmal im Monat auf,

  • dauern die Schmerzen länger an,

  • sind die stärker als gewöhnlich und

  • hilft ein handelsübliches schmerzstillendes Medikament nicht aus,

 

sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies sollte ein Neurologe sein. Er wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch eine neurologische Untersuchung durchführen, die genauen Beschwerden abklären und die Kopfschmerzpatientin zu möglichen Auslöser und Grunderkrankungen befragen. Gegebenenfalls können noch andere Untersuchungsmethoden, wie ein MRT oder eine Ultraschalluntersuchung, eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Kopfschmerz bei Frauen: Therapie

Bei menstruationsassoziierter Migräne kann die Frau ein bis zwei Tage vor dem Einsetzen der Periode - nach Rücksprache mit ihrem Arzt - mit der Einnahme eines schmerzstillenden Medikamentes und höherdosiertem Magnesium beginnen.

 

Zur Behandlung von Kopfschmerzen im Allgemeinen eignen sich schmerzstillende Medikamente, wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, welche rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Reichen diese nicht aus, kann der behandelnde Arzt unter anderem rezeptpflichtige Wirkstoffe wie Naproxen oder aus der Gruppe der Triptane verordnen. Auch Kälteanwendungen, Akupunktur, Entspannungstraining oder die Anwendung von ätherischem Pfefferminzöl kann unterstützend eingesetzt werden.

 

Bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden

Kopfschmerz: Was kann die Betroffene tun?

  • Kopfschmerztagebuch führen

  • Auslöser meiden, z.B. Histamin haltige Lebensmittel wie Käse oder Schokolade

  • Vorbeugend Magnesium einnehmen

  • Muskelentspannung oder Autogenes Training beginnen

  • Ausdauersportarten treiben

AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


11.09.2015
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. DI Dr. Andreas Doppelbauer
Neurologie und Psychiatrie – Leiter der Abteilung für Neurologie, LK Weinviertel Mistelbach
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