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PMS (Prämenstruelles Syndrom)

Junge Frau mit PMS hat Regel-Kalender in der Hand
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Symptome von PMS können sich auf körperlicher und seelischer Ebene zeigen. (Drobot Dean / Fotolia.com

PMS, das prämenstruelle Syndrom, macht sich bei Frauen im gebärfähigen Alter in den Tagen vor "den Tagen" durch körperliche und psychische Beschwerden bemerkbar. Fast jede 2. Frau ist betroffen.

Brustspannen, Wassereinlagerungen sowie Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen sind typische Symptome. Diese Beschwerden klingen mit Eintritt der Regelblutung wieder ab, deshalb hat PMS nichts mit Regelschmerzen gemeinsam. Um die Beschwerden zu lindern, reicht das Angebot von einem verbesserten Lebensstil oder pflanzlichen Präparaten bis hin zu medikamentöser Therapie oder psychotherapeutischer Unterstützung.

Zusammenfassung

  • Als Prämenstruelles Syndrom werden Beschwerden zusammengefasst, die Frauen in den Tagen vor Beginn der Periode betreffen.
  • Typische Symptome sind unter anderem Hautveränderungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Stimmungsschwankungen.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Entspannungsübungen wie Yoga können beim Lindern der Beschwerden helfen.

Häufigkeit des PMS

Für etwa 30 bis 50 % aller Frauen im gebärfähigen Alter – vor allem für Frauen zwischen 30 und 40 Jahren – werden die Symptome des prämenstruellen Syndroms zur Belastung. Geschätzte 5 % leiden so massiv unter den Beschwerden, dass es Auswirkungen auf das familiäre, soziale und berufliche Umfeld hat.

Ursachen des PMS

Die Ursachen des prämenstruellen Syndroms sind trotz langjähriger Forschung nicht eindeutig geklärt. Als Ursache vermutet man einen Zusammenhang mit einer Schwäche des Gelbkörpers (Störung der Progesteronbildung) bzw. eine Dysbalance zwischen Östrogen- und Progesteronkonzentration. Die Vielfalt der Symptome lässt jedoch darauf schließen, dass ein alleiniger Auslöser unwahrscheinlich ist, stattdessen könnten mehrere Faktoren zusammenspielen. Eines haben jedoch körperliche wie psychische prämenstruelle Beschwerden gemeinsam: Sie treten in der 2. Hälfte des weiblichen Zyklus auf, d.h. nach dem Eisprung, und hören fast schlagartig mit dem Einsetzen der Regelblutung wieder auf.

 

Mögliche Ursachen:

  • Geschlechtshormone: Als eine der möglichen Ursachen gelten hormonelle Veränderungen. Dazu zählen ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone Progesteron und der Östrogene, oder das in der 2. Zyklushälfte ansteigende Prolaktin, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und mitverantwortlich ist für das (oft schmerzhafte) Spannungsgefühl und Anschwellen der Brustdrüsen.

  • Schilddrüse: Doch auch andere Hormone, wie die der Schilddrüse, können einen starken Einfluss auf das physische und psychische Wohlbefinden der Frau haben.

  • Serotonin: Der schwankende Spiegel des Nervenbotenstoffs Serotonin im Gehirn kann vor allem durch sein rasches Absinken nach dem Eisprung zu Beschwerden wie Reizbarkeit oder depressiven Verstimmungen führen.

  • Stress: Länger anhaltender Stress kann ein Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes hervorrufen

  • Psychische Belastung: Zu hohe oder zu niedrige Spiegel der Geschlechtshormone können ebenso durch emotionale Ausnahmesituationen verursacht werden.

  • Schlechte Ernährung: Manche Symptome können durch schlechte Ernährungsgewohnheiten verstärkt werden, wie etwa Wassereinlagerungen durch salzreiche Ernährung. Sind Frauen leicht gereizt oder reagieren übersensibel, sollte der Konsum von Kaffee und Tee zumindest reduziert werden.

  • Alkohol: Viele psychische Beschwerden des PMS wie Angstzustände oder Aggressivität werden durch Alkohol verstärkt, daher sollte während der 2. Zyklushälfte besser darauf verzichtet werden.

  • Nikotin: Rauchen hat nicht nur einen direkten Einfluss auf den Hormonhaushalt, sondern entzieht dem Körper auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Weiters können durch die schlechtere Durchblutung prämenstruelle Symptome, z.B. Kopfschmerzen, verstärkt werden.

PMS: Symptome

Die Symptome des PMS sind sehr vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche betroffene Frauen klagen nur über 2-3 Symptome an wenigen Tagen, andere wiederum empfinden die gesamte 2. Zyklushälfte als sehr belastend und sehnen das Eintreten der Regelblutung herbei. Die häufigsten Beschwerden können grob in 2 Gruppen unterteilt werden:

 

KÖRPERLICHE SYMPTOME VON PMS

SEELISCHE SYMPTOME VON PMS

 
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Hautveränderungen
  • Gewichtszunahme
  • Wasseransammlungen im Körper
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung
  • Krämpfe im Unterleib
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Übelkeit und Kreislaufprobleme
  • Schmerzhaftes Ziehen in den Brüsten
 
 
  • Hyperaktivität
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen
  • Antriebslosigkeit
  • Angstzustände
  • Aggressivität
  • Reizbarkeit
  • Grundloses Weinen
 

Verlauf des PMS

Das prämenstruelle Syndrom kommt in der 2. Phase des Zyklus, also nach dem Eisprung, vor und kann von wenigen Tagen bis zu 2 Wochen andauern. Es stellt somit für manche Frauen eine Belastung über die gesamte 2. Zyklushälfte dar. Die Beschwerden verschwinden mit Eintreffen der Menstruationsblutung und sind somit klar von den Schmerzen während der Regel zu unterscheiden.

 

Nicht jede Frau hat prämenstruelle Symptome und sie müssen auch bei betroffenen Frauen nicht in jedem Zyklus vorkommen. Auch die Anzahl der Symptome kann von Mal zu Mal variieren. Statistisch gesehen werden prämenstruelle Beschwerden am häufigsten für Frauen im gebärfähigen Alter, vor allem zwischen 30 und 40 Jahren, zur Belastung. Viele prämenstruelle Beschwerden verstärken sich noch während den Wechseljahren. Danach, also beim vollständigen Ausbleiben der Regelblutung, verschwindet das prämenstruelle Syndrom.

 

Psychische Beschwerden

Etwa 3-5 % der Frauen sind von einer extremen Form des psychischen Beschwerdebildes betroffen. Bei dem sogenannten prämenstruellen, dysphorischen Syndrom (PMDS) sind die Symptome Reizbarkeit, Wut, Aggressivität, Angst und Depression so massiv, dass sie sich auf das soziale, familiäre und berufliche Umfeld auswirken können und unbedingt behandelt werden sollten.

Diagnose des PMS

Aufgrund der großen und vielfältigen Anzahl möglicher Symptome ist für die Diagnose des prämenstruellen Syndroms eine ausführliche Anamnese des Arztes von großer Bedeutung. Die Betroffene soll die Symptome und den Verlauf so ausführlich wie möglich schildern, bestenfalls über einen längeren Zeitraum. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang das Führen eines PMS-Kalenders, wodurch andere Erkrankungen aufgrund des zeitlichen Auftretens der Symptome ausgeschlossen werden können und die Behandlung besser abgestimmt werden kann. Eine eindeutige Diagnose und Abgrenzung von Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden (z.B. der Schilddrüse) kann jedoch erst mit den erforderlichen Laboruntersuchungen inklusive Hormonstatus erfolgen.

PMS: Therapie

Aufgrund des komplexen Zusammenspiels von unterschiedlichen Auslösern kann die Therapie nur über die Behandlung der jeweiligen Symptome erfolgen.

 

Normalerweise lassen sich durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Verzicht auf Kaffee und Nikotin zumindest in der 2. Zyklushälfte prämenstruelle Symptome oft deutlich lindern.

 

Auch Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder auch heiße Bäder und Massagen tragen zur Linderung der Symptome bei.

 

Es gibt zahlreiche Hausmittel, jedoch nur wenige Substanzen, die laut wissenschaftlichen Studien eine Linderung bringen:

 

Die Gabe von natürlichem Progesteron in der 2. Zyklushälfte bringt in vielen Fällen Linderung; ebenso die Verordnung bestimmter Antibabypillen im Dauerzyklus (ohne 7-tägige Pause!).

 

Ausgeprägt depressive Verstimmungen können mit Serotonin-Reuptake-Hemmern (moderne Antidepressiva) in der 2. Zyklushälfte effektiv behandelt werden. Bei starken Beschwerden ist auch die Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern möglich. Da diese Medikation aber starke Nebenwirkungen haben kann, ist die Abklärung durch den Arzt nötig.

PMS: Was kann die Betroffene zusätzlich tun?

Pflanzliche Präparate wie

  • Mönchspfeffer (hilft, das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen)

  • Nachtkerzenöl

  • Extrakte der Yamswurzel und Johanniskraut

  • Calcium und Vitamin B6 in hoher Dosierung

  • Magnesium

  • Isoflavone

  • Fischölkapseln

  • Vitamin E

 

können bestimmte prämenstruelle Beschwerden lindern.

AUTOR


Gudrun Almássy, MSc
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


28.08.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andreas Nather
Gynäkologe und Leiter von Woman & Health
QUELLEN
Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe; R. Gätje, C. Eberle et al., Thieme Verlag, Stuttgart, 2011
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