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Schamlippenkorrektur

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Sind die inneren oder kleinen Schamlippen so groß, dass sie nicht von den äußeren verdeckt werden, kann das zu funktionalen und psychischen Problemen führen. (airborne77 / Fotolia)

Wenngleich intimchirurgische Eingriffe am weiblichen Genital oftmals von Fachärzten für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie durchgeführt werden, sind mitnichten alle ästhetisch motiviert. Die Schamlippenkorrektur wird meist aus funktionalen Gründen durchgeführt.

Sind die inneren oder kleinen Schamlippen (Labia minora) so groß, dass sie nicht von den äußeren (Labia majora) verdeckt werden, kann das zu funktionalen und psychischen Problemen führen. Die Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und Expertin für intimchirurgische Eingriffe, Dr. Shirin Milani-Helletzgruber, erläutert: „Die kleinen Labien sind lediglich mit Schleimhaut überzogen und sollten sich somit idealerweise im Körperinneren befinden. Ist das nicht der Fall, kommen sie ständig mit der Kleidung in Berührung und reiben sich wund. Aktivitäten wie Radfahren oder Reiten werden zur Belastungsprobe und beim Sex kann es zur Einstülpung, der sogenannten Invagination, kommen. Das ist sowohl unangenehm, als auch schmerzhaft“.

Sorgsame Anamneseerhebung

Patientinnen, die sich für eine Schamlippenkorrektur entscheiden, spielen mitunter seit Jahren mit dem Gedanken, sich operieren zu lassen. Nichtsdestotrotz sollten nur jene operiert werden, deren Wunsch nicht ästhetisch motiviert ist. Das bestätigt auch die Expertin Shirin Milani-Helletzgruber: „Ich operiere nur Patientinnen, deren Operationswunsch für mich nachvollziehbar ist. Besteht beispielsweise eine Dysmorphophobie, also ein gestörtes Körperbild, liegt es in meiner Verantwortung, solche Patientinnen an entsprechende Experten zu verweisen. Das gilt allerdings für sämtliche Eingriffe meines Fachbereichs“. Zeichnen sich die kleinen Schamlippen z.B. unter der Kleidung ab und belasten sie die Patientin nicht nur in ihren Aktivitäten, sondern auch psychisch, kann eine Operation die Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Ambulanter Eingriff

Ziel der Operation ist es, die inneren Schamlippen so um Gewebe und Haut zu reduzieren, dass sie von den äußeren vollständig verdeckt werden. „Wie ich schneide, hängt von Form und Größe der Schamlippen ab. Die Schnittführung ist außerdem für den Heilungsprozess von Bedeutung.“, weiß Shirin Milani-Helletzgruber zu berichten. Der Eingriff erfolgt ambulant, das Operationsgebiet wird mit einem Lokalanästhetikum betäubt, die Patientin ist während der Operation wach. „Ich verwende selbstauflösendes Nahtmaterial, das nach etwa drei Wochen verschwunden ist. Wundheilung und Narbenentwicklung sind davon abhängig, wie ich nähe. Der Eingriff sollte nur von erfahrenen Medizinern durchgeführt werden. Ich schone das Gewebe maximal und weiß genau, wie viel Haut und Gewebe ich entfernen darf“. Die Operation dauert etwa eine Stunde und zieht ein Sport- und Sexverbot von ca. drei Wochen nach sich. Duschen ist am Tag nach der Operation bereits wieder möglich, Harnlassen unmittelbar danach.

Häufige Anomalie

Die Schamlippenkorrektur gehört seit Jahrzehnten zur Ausbildung Plastischer Chirurgen. Allerdings gilt sie nach wie vor als Tabu und wird gerne mit Treatments wie Venushügelabsaugung oder G-Punkt-Aufspritzung gleichgesetzt. Der Eingriff wird kritisch betrachtet und nicht selten verurteilt, weshalb Betroffene nicht darüber sprechen oder erst nach Jahren Hilfe suchen. „Ich höre von meinen Patientinnen oft, dass ihre behandelnden Ärzte keinerlei Verständnis für ihren Wunsch haben. Man sollte immer abwägen, inwieweit man die Lebensqualität eines Menschen verbessern kann und sich anhören, warum er oder sie sich operieren lassen möchte“, ist Dr. Milani-Helletzgruber überzeugt.

AUTOR


Mag. Sonja Streit


ERSTELLUNGSDATUM


18.07.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. med. Shirin Milani-Helletzgruber
Foto (c): Dr. Shirin Milani-Helletzgruber (privat)
Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und Mitbegründerin des Moser Milani Medical Spa in Wien.

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