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Scheidenpilz

Starkes Jucken und Brennen sind Symptome für eine Scheindenpilzinfektion.
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Weltweit erkranken 3 von 4 Frauen einmal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz. (Barabasa / Shutterstock.com)

Der Scheidenpilz zählt zu den häufigsten Auslösern von Vaginalinfektionen, die sich durch unangenehme Symptomatik im Genitalbereich bemerkbar machen.

In vielen Fällen ist der Candida albicans, ein Hefepilz Schuld an einer Scheideninfektion. Dieser Pilz gehört zwar zur "normalen" Schleimhautbesiedlung, doch wenn das Immunsystem geschwächt ist oder andere Faktoren vorliegen, kann er eine Scheidenpilzinfektion (Vaginalmykose) hervorrufen. Zu unterscheiden ist die Erkrankung von einer bakteriellen Vaginose (Scheidenentzündung), die von Darmbakterien verursacht wird. Beide Erkrankungen sind jedoch gut behandelbar.

Scheidenpilz: Häufigkeit

Weltweit erkranken 3 von 4 Frauen einmal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz. Bei etwa 5 % der Betroffenen kehrt der Scheidenpilz mindestens 4-mal pro Jahr zurück. Am häufigsten befällt er Frauen, die eine schwache Abwehrkraft haben (mehr als 30 %), außerdem etwa 20 % aller sexuell aktiven Frauen vor der Menopause.

Wie erkennt man einen Scheidenpilz?

Candida albicans ist ein Hefepilz, der auch in der "gesunden" Schleimhaut angesiedelt ist. Man bemerkt ihn mit freiem Auge kaum. Erst wenn er sich übermäßig vermehrt, ist in der Scheidenschleimhaut ein weißlicher Belag zu erkennen. Üblicherweise macht sich eine Infektion innerhalb von ein bis 3 Tagen bemerkbar. Das Milieu der Scheidenschleimhaut bietet dem Pilz einen idealen Nährboden, er bevorzugt eine Temperatur von 37 Grad und Feuchtigkeit.

 

Am besten vermehrt er sich, wenn das Immunsystem aufgrund von hormonellen Umstellungen, wie Schwangerschaft, Wechseljahre oder anderen Unregelmäßigkeiten geschwächt ist oder wenn die Betroffene zuvor Antibiotika oder andere Medikamente eingenommen hat. Dabei kommt es zu einer chemischen Irritation der Scheidenschleimhaut. So etwa verändert sich der normale "saure" pH-Wert von 4 bis 4,5 und wird vorübergehend neutral. Dies kommt dem Pilz bei seiner Vermehrung entgegen. Auch durch Faktoren von außen, etwa durch einen Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna kann eine Infektion erfolgen. Eine weitere Pilzart ist der Candida glabrata, der jedoch selten und schwieriger zu behandeln ist.

Unterschiede zur bakteriellen Vaginose

Häufig wird eine Scheidenpilzinfektion mit einer bakteriellen Infektion verwechselt. Eine bakterielle Vaginose wird durch Darmbakterien verursacht. Das ist möglich, wenn nicht ausreichend Milchsäurebakterien in der Schleimhaut vorhanden sind. Diese schützen die Scheidenschleimhaut vor eindringenden Bakterien, zumeist handelt es sich um Gardnerellen, aber auch Chlamydien können eine bakterielle Vaginose hervorrufen. Die Infektion tritt meist bei Frauen nach hormoneller Umstellung auf. Bemerkbar machen sich die Symptome unmittelbar nach der Infektion, z.B. nach dem Geschlechtsverkehr (dabei wird das saure Milieu vorübergehend durch die Samenflüssigkeit beeinflusst).

 

Die Therapie hängt daher davon ab, um welche Art von Erreger es sich handelt. Günstig ist es – insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen – deshalb, den Gynäkologen zu befragen.

Scheidenpilz: Diagnose

Der Gynäkologe untersucht zunächst den äußeren Bereich der Scheide, in der Folge wird eine Untersuchung mit dem gynäkologischen Mikroskop (Kolposkop) durchgeführt. Dabei entnimmt er Scheidensekret mit einem Abstrich und trägt es auf einer Platte auf. Dann wird die Probe mit einem Tropfen Kochsalz vermischt und unter dem Mikroskop betrachtet. Je nachdem, wie sich die Erreger verhalten, kann der Arzt daraus schließen, ob es sich tatsächlich um Hefepilze bzw. um welche Art von Hefepilzen es sich handelt.

 

Ist keine genaue Beurteilung möglich, sollte eine Pilzkultur angelegt werden. Nach etwa 2 Tagen ist ein Ergebnis sichtbar und eine auf den Erreger abgestimmte Therapie kann beginnen.

Scheidenpilz: Therapie

Gegen eine "normale" Besiedlung mit Hefepilzen erfolgt keine Therapie. Bei akuter Vaginalmykose gibt es mehrere Optionen: Sie kann entweder lokal (Zäpfchen) oder mit Tabletten bekämpft werden. Wirksame Substanzen sind Azol-Antimykotika. Das sind Medikamente, die die Pilze abtöten bzw. ihre Vermehrung hemmen. In Tablettenform werden die Wirkstoffe Fluconazol, Itraconazol oder Ketoconazol verabreicht. Je nach Intensität der Infektion müssen die Zäpfchen (Tabletten) an einem oder 3 Tagen eingenommen werden.

 

Entzündung der äußeren Schamlippen

Kommt eine Entzündung im äußeren Bereich der Scheide hinzu, kann eine Creme zur Behandlung verwendet werden. Handelt es sich um den eher seltenen Erreger Candida glabrata, muss eine mindestens 2-wöchige Therapie mit Antimykotika eingeleitet werden. Um eine völlige Heilung zu erzielen, ist es wichtig, die einzelnen, vom Arzt empfohlenen Substanzen, konsequent über den verordneten Zeitraum hin anzuwenden. Andernfalls kann der Pilzbefall neuerlich auftreten.

 

Eine Mitbehandlung für den Partner ist nur nötig, wenn ebenfalls Symptome eines Pilzbefalls vorliegen.

Was Sie selbst gegen Scheidenpilz tun können

Gerade im Sommer gilt es, sich anhand ein paar Regeln vor einem Scheidenpilz zu schützen. So sollte man nach dem Schwimmen möglichst sofort den Badeanzug wechseln. Ihn an der Haut trocknen zu lassen ist äußerst ungünstig, da die Feuchtigkeit die Entstehung von Pilzen begünstigt. Auch ein etwaiger Tampon sollte nach dem Badespaß sofort gewechselt werden. Außerdem sollte man auch beim Ausflug mit Freundinnen immer auf ein eigenes Badetuch bestehen, um eine Infektion zu vermeiden.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer


ERSTELLUNGSDATUM


21.02.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Thomas Golaszewski
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

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