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Scheidenpilz (Vaginalpilz, Vaginalmykose, Vaginale Candidose, Vulvovaginalcandidose, Candida-Infektion)

Frau, die mit Scheidenpilz zu kämpfen hat.
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Starkes Jucken und Brennen sind typische Anzeichen eines Scheidenpilzes. (Barabasa / Shutterstock.com)

Ein Vaginalpilz ist eine Pilzinfektion, die mit unangenehmen Symptomen einhergeht. Der Hefepilz Candida albicans ist der häufigste Erreger.

Etwa 70 bis 75 % aller Frauen infizieren sich zumindest einmal im Leben mit einem Scheidenpilz. Jucken, ein geröteter und geschwollener Intimbereich sowie bröckeliger, weißlicher Ausfluss, sind typische Anzeichen für einen Scheidenpilz.

Zusammenfassung

  • Scheidenpilz ist eine häufige Infektion im Genitalbereich.
  • Brennen und starker Juckreiz sind erste Symptome für Scheidenpilz.
  • Auch Rötungen und Schwellungen im Intimbereich zählen zu den Beschwerden.
  • Bei Verdacht auf Scheidenpilz muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
  • Pilzinfektionen sind meistens ungefährlich, sollten aber in jedem Fall behandelt werden.

Scheidenpilz im Überblick

Art

Pilzinfektion

Erreger

Hefepilz Candida albicans, selten Candida glabrata oder Candida tropicalis

Übertragung

Geschlechtsverkehr

Erkrankungsdauer

nach Behandlung wenige Tage

Symptome

Rötung, Schwellung, Brennen, Juckreiz, Ausfluss

Behandlung

Antimykotika (Antipilzmittel)

Was ist ein Scheidenpilz?

Beim Scheidenpilz handelt es sich um eine Pilzinfektion, bei der Scheide und Vulva entzündet sind. Auslöser für die Pilzinfektion ist in den meisten Fällen der Hefepilz Candida albicans.

Welche Symptome treten bei Scheidenpilz auf?

Die Anzeichen für Scheidenpilz können je nach Art des Erregers unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Beschwerden bei Scheidenpilz zählen

  • starker Juckreiz und Brennen im Intimbereich
  • Rötung und Schwellung von Vulva und Vagina
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • grau-weißer Belag der Schleimhaut
  • weißlicher, bröckeliger Ausfluss
  • Schmerzen beim Sex

Welche Ursachen hat ein Vaginalpilz?

Pilze fühlen sich im feucht-warmen Milieu wohl. Bringen gewisse Faktoren die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht, entstehen für den Hefepilz optimale Bedingungen, um sich auszubreiten.

 

Zu den Ursachen, die eine Scheidenpilzinfektion begünstigen können, zählen u.a.

Wie stellt der Arzt die Diagnose Scheidenpilz?

Juckreiz kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine bakterielle Vaginose. Unbehandelt kann ein Scheidenpilz zu einer Scheideninfektion führen. Daher sollte unmittelbar nach Auftreten der Symptome ein Arzt aufgesucht werden. Ein Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe oder ein Facharzt für Dermatologie und Venerologie sind die richtigen Ansprechpartner. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) wird der Arzt der tatsächlichen Ursache auf den Grund gehen. Anschließend wird er den Intimbereich untersuchen. Starke Rötung und weißer Belag sind eindeutige Anzeichen, an denen der Arzt eine Pilzinfektion erkennt.

 

In manchen Fällen ist von außen allerdings nichts sichtbar. In diesem Fall bringt eine mikroskopische Untersuchung Gewissheit. Dafür macht der Arzt mit einem Abstrichstäbchen einen Abstrich von den betroffenen Stellen. Bei Bedarf, vor allem während einer Schwangerschaft, kann auch eine Pilzkultur angelegt werden. Können keine Pilzspuren nachgewiesen werden, untersucht der Arzt, ob andere Ursachen wie beispielsweise Herpes, allergische Reaktionen oder bakterielle Erreger zugrunde liegen.

Wie wird Scheidenpilz behandelt?

Für die Behandlung von Scheidenpilz stehen verschiedene Antipilzmittel (Antimykotika) in Form von Cremes, Salben, Zäpfchen oder auch als Tablette zur Verfügung. Meistens ist eine lokale Behandlung ausreichend. Wichtig ist, die empfohlene Behandlungsdauer einzuhalten. Wird die Therapie zu früh abgebrochen, kann es sein, dass die Behandlung umsonst war.

 

Je nach Präparat klingt der Scheidenpilz innerhalb weniger Tage nach der Behandlung ab. Ist die Infektion hartnäckig und kehrt innerhalb kurzer Zeit wieder, ist ein erneuter Arztbesuch nötig. Ist auch der Partner von einer Pilzinfektion betroffen, sollte dieser ebenso behandelt werden.

 

Vorsicht: In Joghurt getränkte Tampons lindern keine Symptome, sondern können die Infektion verschlimmern. Auch die Ernährung ("Antipilz-Diät") hat keine Auswirkungen auf die Infektion.

Scheidenpilz in der Schwangerschaft – was tun?

Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft begünstigen das Wachstum von Pilzerregern. Der Gynäkologe kann eine Pilzkultur anlegen. Bei Verdacht auf Scheidenpilz sollten schwangere Frauen unbedingt ihren behandelnden Gynäkologen aufsuchen. Der Pilz kann bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden und Krankheiten auslösen, daher ist eine Pilzbehandlung unbedingt erforderlich.

AUTOR


Mag. Birgit Guth, Silke Brenner
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


01.02.2022
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Dr. Albert Knauder
Foto (c): Albert Knauder, privat
Leitung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Landesklinikum Neunkirchen
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