×
×
articleicon

Schmierblutungen

Frau hält Kalender in der Hand, der zeigt wann sie die Regel hat
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Details zur Periode festzuhalten, hilft auch bei der Ursachenerkennung von Zwischenblutungen. (ViDI Studio / Shutterstock.com)

Bräunliche Blutungen außerhalb der Periode bezeichnet man als Schmierblutung. Die Ursachen sind oft harmlos, eine ärztliche Abklärung ist aber sinnvoll.

Schmierblutungen sind leichte, unregelmäßige Blutungen aus der Vagina, die außerhalb der Periode auftreten. Die Farbe ist häufig dunkelrot bis braun und zumeist hält das Phänomen nicht länger als ein bis zwei Tage an. Im ersten Moment sind die Schmierblutungen für viele ein Schock, jedoch stellen sich die Ursachen in den meisten Fällen als harmlos heraus.

Zusammenfassung

  • Als Schmierblutungen werden unregelmäßige Blutungen aus der Vagina bezeichnet, die außerhalb der eigentlichen Periode auftreten.
  • In den meisten Fällen sind sie harmlos und auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen. Um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen, sollten Schmierblutungen aber immer gynäkologisch abgeklärt werden.
  • Die Beschwerden vergehen innerhalb weniger Tage von selbst und bedürfen, sofern keine zugrunde liegende Krankheit diagnostiziert wird, keiner Behandlung.

Beschreibung und Verlauf von Schmierblutungen

Die auch Zwischenblutungen genannten Schmierblutungen stehen nicht im Zusammenhang mit der Monatsblutung und können jederzeit auftreten. Der Ausfluss ist dabei oft etwas dunkler und vor allem bräunlicher als Periodenblut. Zumeist fallen die Blutungen nicht allzu stark aus und vergehen eventuell binnen Stunden oder aber innerhalb weniger Tage von alleine wieder.

 

Mehr lesen » Regelblutung: Was bedeutet die Farbe?

Ursachen von Zwischenblutungen

Wenngleich sie für Betroffene oftmals einen großen Schreck darstellt, ist die Zwischenblutung als isoliertes Symptom – also ohne Auftreten weiterer Beschwerden – im Normalfall kein Grund zur Sorge.

 

Mögliche Ursachen sind:

  • Natürliche hormonelle Schwankungen
  • Hormonelle Schwankungen aufgrund Einnahme der Pille
  • Hormonelle Schwankungen während der Schwangerschaft
  • Entzündungen von Eileiter, Gebärmutter oder Scheide
  • Tumore
  • Andere Krankheiten, z. B. Endometriose, Erkrankungen der Schilddrüse

 

Natürliche hormonelle Schwankungen

Meistens sind Schmierblutungen auf harmlose hormonelle Schwankungen zurückzuführen. Unregelmäßige Zyklen, häufig mit Zwischenblutungen, sind zum Beispiel in der Pubertät keine Seltenheit. Hier muss sich der junge Körper an die Umstellung erst gewöhnen. Auch die Wechseljahre sind eine Zeit der hormonellen Schwankungen und dementsprechend treten auch in dieser Lebensphase Schmierblutungen tendenziell etwas häufiger auf. Diese Form der Zwischenblutungen tritt vor allem in der Mitte des Zyklus oder kurz vor Beginn der Periodenblutung ein.

 

Hormonelle Schwankungen wegen der Pille

Bei der Verhütung mit der Anti-Baby-Pille werden dem Körper Hormone wie Östrogen und Gestagen zugefügt. Insbesondere zu Beginn der Einnahme führt dies bei vielen Frauen zu Schmierblutungen. Ähnlich verhält es sich bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden wie etwa der Spirale.

 

Hormonelle Schwankungen während der Schwangerschaft

Schmierblutungen können auch zu Beginn einer Schwangerschaft auftreten. Bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut werden häufig kleine Gefäße verletzt, was Blutungen fördern kann. Tritt die Schmierblutung im späteren Verlauf der Schwangerschaft auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.

 

Entzündungen

Zu Schmierblutungen kommt es oft bei Entzündungen im Bereich der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Sind die Eierstöcke oder die Gebärmutter schwer angeschlagen, kommt es jedoch auch zu anderen, sehr deutlich merkbaren Beschwerden. Betroffene haben dabei mit Fieber, Unterleibsschmerzen und Erbrechen zu kämpfen.

 

Tumore

In sehr seltenen Fällen kann eine Schmierblutung auf einen Tumor, etwa auf Gebärmutterschleimhautkrebs, hinweisen. Je nach Krebsart kommt es dabei zugleich zu weiteren Symptomen wie etwa intensivere Perioden als sonst, Blutungen nach dem Sex oder unüblichem vaginalem Ausfluss.

 

Mehr lesen » Gebärmutterhalskrebs

Diagnose

Obwohl Zwischenblutungen nicht zwangsläufig besorgniserregend sind, ist eine Abklärung zumindest beim erstmaligen Auftreten anzuraten. Der Frauenarzt eruiert anhand der Vorgeschichte der Betroffenen und in Folge einer gynäkologischen Untersuchung mögliche Ursachen. Je nach Verdachtsdiagnose kann ein Ultraschall oder ein Schwangerschaftstest notwendig werden. Prinzipiell ist es immer sinnvoll und für den behandelnden Arzt eine gute Unterstützung, einen Zykluskalender zu führen, in dem das Auftreten der Periode genau festgehalten wird.

Therapie von Schmierblutungen

Eine Linderung des Symptoms Schmierblutung ist eher schwierig, behandelt wird viel mehr die Ursache. Sofern der Gynäkologe eine ernsthafte Erkrankung diagnostiziert, beinhaltet die Therapie entsprechende Maßnahmen. Treten Zwischenblutungen in Folge hormoneller Schwankungen auf, ist zumeist Geduld der beste Behandlungsansatz, da die Beschwerden dann von selbst wieder vergehen. Ausgewählte Heilpflanzen wie Mönchspfeffer, Nachtkerze und Schafgarbe können ebenfalls helfen, hormonelle Schwankungen wieder zu beruhigen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


16.11.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andrea Kottmel
Foto (c): Christina Eberl
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
QUELLEN
Gynäkologie und Geburtshilfe, M. Stauber, T. Weyerstahl, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart, 2013