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Wie das Gehirn altert

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Das Nachlassen des Immunsystems im Alter wirkt sich indirekt auch auf die mentalen Fähigkeiten des Menschen aus. (ra2 studios / Fotolia.com)

Das Alter macht sich in allen Organen bemerkbar, auch im Gehirn. Das Gehirn ist in seiner Funktionsweise im menschlichen Körper einzigartig: Durch die Blut-Hirn-Schranke wird es vom restlichen Körper abgeschirmt. 

Bisher gingen Wissenschafter davon aus, dass diese Schranke das Gehirn auch vom körpereigenen Immunsystem trennt. Forscher des Weizmann Institute of Science haben nun nachgewiesen, dass das Immunsystem über eine besondere Schnittstelle mit dem Gehirn verbunden ist, und somit eine wichtige Rolle für die Wiederherstellung nach Gehirnschäden (z.B. nach Schädel-Hirn-Trauma) spielen kann. 
 

Immunsystem beeinflusst Gehirnalterung

Biochemische Warnsignale, die das Gehirn aussendet, wenn es geschädigt wurde, werden durch diese Schnittstelle, die sog. Choroid Plexus, an das Immunsystem weitergegeben. Dies fördert die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns, indem sie die Herstellung neuer Gehirnzellen begünstigt. So soll sich ein Nachlassen des Immunsystems im Alter indirekt auch auf die mentalen Fähigkeiten des Menschen auswirken . Das kann erklären, warum sich die Gehirnkapazitäten im Alter unterschiedlich schnell verändern - funktioniert das Immunsystem optimal mit dem Gehirn zusammen, so die Theorie, bleiben mentale Kapazitäten länger intakt. 
 

Gehirnzellenregeneration wieder aktiviert

Überprüft haben die Forscher des Weizmann Instituts diese Theorie anhand eines Organvergleichs in Mäusen. Dabei fanden sie ein spezielles Protein, das normalerweise der Bekämpfung von Viruserkrankungen dient. Im Gehirn und der Blut-Hirn-Schranke, jedoch, scheint sich das Protein eher negativ auszuwirken, und war auch in den Vergleichsorganen nicht im selben Ausmaß zu finden. Erstaunlich dabei ist, dass es den Wissenschaftern gelang, mit Hilfe eines Antikörpers das schädliche Protein zu blockieren. Plötzlich waren ältere Mäuse wieder in der Lage, neue Gehirnzellen zu bilden und verlorene kognitive Fähigkeiten zu regenerieren. Diese Forschungsergebnisse lassen auf einen Durchbruch in der Bekämpfung von Altersdemenz auch beim Menschen hoffen. So ist es theoretisch auch im Menschen möglich, Proteine zu blockieren, die den kognitiven Alterungsprozess vorantreiben. Die Schnittstelle zwischen dem Immunsystem und dem Gehirn könnte hierfür eine Schlüsselrolle spielen. 
 

AUTOR


Magdalena Eitenberger
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


26.07.2017

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