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Gehirnveränderung verursacht chronische Erschöpfung

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Das chronische Erschöpfungssyndrom ist sehr belastend. Da es schwer zu diagnostizieren ist, können selbst spezialisten nicht gleich sagen, ob es sich um Fatigue handelt. (vchalup / Fotolia.com)

Betroffene mit chronischem Erschöpfungssyndrom (Fatigue) müssen oft lange auf eine Diagnose warten. Forscher in Kalifornien stellten nun fest, dass es sich um eine organische Hirnerkrankung handeln soll. 

Bislang war unklar, ob es überhaupt eine Krankheit mit körperlicher Komponente ist, oder doch psychisch bedingt wie Burnout oder Depression. Die Forscher der Stanford University baten 15 Betroffene mit der Diagnose "Chronisches Erschöpfungssyndrom", an einer Untersuchung mit Kernspintomographie (MRT) teilzunehmen. Zudem wurden die Gehirne einer gesunden Kontrollgruppe gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass auf organischer Ebene drei messbare Unterschiede zwischen Kranken und Gesunden bestanden: Die Nervenbildung war geringer, die Großhirn-Hemisphäre gestört und ein Gehirnteil vergrößert. 

Chronisches Erschöpfungssyndrom

Das Chronische Erschöpfungssyndrom ist für Betroffene sehr belastend und kann bis zu völliger Arbeitsunfähigkeit führen. Es sehr schwierig zu diagnostizieren ist und überschneidet sich teilweise mit anderen psychischen und körperlichen Krankheiten. Daher fehlt nach wie vor die gesellschaftliche Anerkennung für diese Krankheit, obwohl Betroffene dringend die Unterstützung ihrer Mitmenschen benötigen. Das Syndrom kann nicht über einen Labortest diagnostiziert werden. Selbst viele spezialisierte Ärzte können daher nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich bei einer Erkrankung um dieses Syndrom handelt. Es handelt sich oftmals mehr um eine Diagnose nach Ausschlussverfahren. Behandlungsmöglichkeiten gibt es bislang kaum. 

 

Die Symptome des Chronischen Erschöpfungssyndroms sind: 

  • Plötzlicher Beginn der Erkrankung, wie bei einer Grippe (kein schleichender Prozess) 
  • Geistige und körperliche Erschöpfung ist dauerhaft herabgesetzt 
  • Schlafstörungen 
  • Schmerzen

  • Andere neurologische und immunologische Störungen 

Unterschiede im Gehirn

Im Vergleich zu den gesunden Versuchsteilnehmern fanden die Forscher drei Unterschiede bei Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom.

 

  • Nervenbildung geringer: Die weiße Gehirnsubstanz, sprich die Nervenbildung, war in ihrer Gesamtheit etwas kleiner. 
  • Hirnsubstanz stellenweise größer: Gleichzeitig war etwas mehr Gehirnsubstanz in den beiden Cortex- Arealen vorhanden. Die genaue Auswirkung einer Vergrößerung in diesem Bereich ist nicht ausreichend erforscht. 
  • Störung in Gehirnregion: In der rechten Großhirn-Hemisphäre wurde eine Störung gefunden. Wie diese sich auf die Krankheit auswirkt, ist noch unklar. 
     

Hoffnung auf Therapie

Bislang gibt es für Betroffene des Chronischen Erschöpfungssyndroms kaum Therapiemöglichkeiten. Einzelne Symptome des Syndroms können zwar behandelt werden, etwa durch Schmerzmittelgabe oder die Verabreichung von schlaffördernden Medikamenten. Zudem kann eine psychotherapeutische Begleitung Betroffenen helfen, mit der Diagnose umzugehen. Diese Ansätze bekämpfen die Erkrankung aber nicht von Grund auf. Durch Untersuchungen wie die der Standford University tut sich die Hoffnung auf, die Auslöser der Krankheit besser verstehen zu können. Nur so kann langfristig eine Therapie für das Chronische Erschöpfungssyndrom gefunden werden. 
 

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


31.10.2014

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