×
×
articleicon

Epilepsie: Drahtlose Gehirnelektroden zur Messung

Epilepsie: Drahtlose Gehirnelektrode zur Messung
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Die Forscher erhoffen sich, das Implantat für eine Stimulation der epileptischen Zellen nutzen zu können. (Henrie / Fotolia.com)

Nur etwa 100 Mikrometer - dünn wie ein Haar - sollen neue Gehirnimplantate für Epilepsie- Betroffene sein, die in der Schweiz getestet werden. Sie sollen die Gehirnaktivität messen. 
 

Elektroden werden bereits jetzt bei Epileptikern unter die Haut gesetzt. Die Regenerationszeit im Spital beträgt jedoch mehrere Wochen. Die Infektionsgefahr ist höher, da das Implantat durch einen Draht mit der Außenwelt verbunden ist. So könnten Bakterien leicht unter die Schädeldecke gelangen, was im schlimmsten Fall lebensgefährlich enden kann. Das neue Implantat sendet Signale dahingegen drahtlos, eine physische Verbindung zur Außenwelt fehlt. Damit kann genau verfolgt werden, wo im Gehirn die "Störzentrale" sitzt, die epileptische Anfälle verursacht. 
 

Empfänger außerhalb des Gehirns

Die Wissenschafter in Lausanne testeten die neue Implantationstechnologie zunächst an Mäusen. Der Trick: Die Elektroden können mikroskopisch klein sein, da sie nur Signale senden. Der platzintensive Empfänger befindet sich außerhalb des Gehirns statt unter der Haut. Die Forscher erhoffen sich, das Implantat für eine Stimulation der epileptischen Zellen nutzen zu können. Bei gewissen Epilepsieformen zeigen Versuche in diese Richtung bereits jetzt vielversprechende Resultate. Durch kleinere Mikroimplantate wäre dieselbe Technik künftig nebenwirkungsärmer möglich. 
 

Exakte Entfernung der Störzellen

In sehr schweren Fällen einer Epilepsieerkrankung muss die betroffene Gehirnregion entfernt werden, um dem Betroffenen einen beschwerdearmen Alltag zu ermöglichen. Das kann jedoch - je nach Größe des entfernten Gehirnarsenals - Nebenwirkungen und Beeinträchtigungen des Denk- und Handlungsvermögens mit sich bringen. Möglicherweise gelingt es zukünftig mit Hilfe noch kleinerer, genau platzierter Elektroden den exakten "Herd" der Erkrankung festzustellen. Dadurch wäre eine Heilung der Epilepsie vielleicht durch das Entfernen einiger weniger Störzellen möglich. 
 

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


10.02.2015

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.