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Spannungskopfschmerz

Mann greift sich wegen Spannungskopfschmerzen an den Kopf
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Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzart, sie tritt häufig nach Stress auf. (gstockstudio / Fotolia.com)

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzart. Viele Betroffene beschreiben die beidseitig auftretenden Symptome des Kopfschmerzes als drückend oder einengend.

Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie starkes Ruhebedürfnis treten – im Gegensatz zur Migräne – selten auf. Warum Spannungskopfschmerz entsteht, ist noch unklar, denn Verspannungen der (Nacken-)Muskulatur sind meist nur ein Begleitsymptom und nicht die Ursache. Man unterscheidet zwischen dem gelegentlichen (episodischen) und dem chronischen Spannungskopfschmerz. Eine medikamentöse Therapie sollte begleitet werden durch Ausdauersportarten, wie Schwimmen oder Laufen, Heilmassage und Übungen zur vegetativen Entspannung.

Spannungskopfschmerz: Häufigkeit

Spannungskopfschmerzen kommen weitaus häufiger vor als andere Kopfschmerzarten wie Migräne oder der Clusterkopfschmerz: bis zu 70 % der österreichischen Männer und Frauen sind von episodischen, also gelegentlichen Spannungskopfschmerzen betroffen, etwa 2 bis 3 % klagen über chronische Spannungskopfschmerzen. Eine Kopfschmerzattacke kann dabei zwischen 30 Minuten und bis zu 12 Stunden oder noch länger andauern.

Ursachen des Spannungskopfschmerzes

Es gibt 2 verschiedene Arten:

  • episodischer Spannungskopfschmerz: Die Schmerzen treten maximal an 15 Tagen im Monat auf, im Jahr kann die Anzahl unter 180 Tagen liegen.
  • chronischer Spannungskopfschmerz: Die chronische Form weist mehr als 15 Kopfschmerz-Tage im Monat und mehr als 180 Tage im Jahr auf.

Was den Spannungskopfschmerz genau verursacht, ist noch unklar: Während man früher dachte, dass die Ursache in einer Verspannung oder Verhärtung der Muskulatur liegt – weshalb man den Spannungskopfschmerz auch als "Muskelkontraktionskopfschmerz" bezeichnete – weiß man heute, dass dies nur ein Begleitsymptom ist. Zu den möglichen Auslösern gehören unter anderem Stress, Koffein, Wirbelsäulenbeschwerden und Augenerkrankungen. Weiters dürfte eine organische, möglicherweise erblich bedingte Disposition wie eine verminderte Schmerzschwelle eine Rolle spielen. Die Dauer einer Attacke liegt zwischen einer halben Stunde und 12 Stunden, nur in seltenen Fällen dauert sie noch länger an.

Symptome des Spannungskopfschmerzes

Folgende Beschwerden sind typisch:

  • Im Gegensatz zur Migräne, deren Schmerz eher einseitig ist, kommt es beim Spannungskopfschmerz zu beidseitigen Schmerzen.
  • Das Schmerzgefühl ist eher drückend bis ziehend, nicht pulsierend.
  • Die Schmerzstärke ist leicht bis mäßig.
  • Anders als bei der Migräne kommt es zu keiner Übelkeit oder Erbrechen.
  • Eine Licht- und Lärmempfindlichkeit wird selten beschrieben.
  • Der Schmerz kann zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten.
  • Meist liegt eine erhöhte Anspannung der Nacken- und Kopfmuskulatur vor, woraus sich auch der Name ableitet.
  • Der Schmerz verstärkt sich nicht durch Aktivität.

 

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Spannungskopfschmerz: Diagnose

Die Diagnose ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose, das heißt, sie kann dann gestellt werden, wenn sämtliche andere Ursachen ausgeschlossen sind, so unter anderem Migräne, Nasennebenhöhlenentzündungen, Bluthochdruck, Tumore, Blutungen, Thrombosen oder der medikamenteninduzierte Kopfschmerz.

 

Dieser kann übrigens durch die chronische Einnahme von Schmerzmitteln (insbesondere Ergotamin-haltige Präparate), oder hormonellen Verhütungsmethoden ("Pille"), seltener durch Antihistaminika, Nitropräparate zur Senkung des Blutdrucks oder Medikamente zur Therapie von epileptischen Anfällen (Antikonvulsiva) entstehen.

 

Kommen die Kopfschmerzen mehr als einmal monatlich vor oder dauert der Schmerz länger als 2 Tage an, sollte zur genaueren Untersuchung ein Neurologe aufgesucht werden. Dieser wird eine neurologische Grunduntersuchung machen und eine genaue Anamnese durchführen. Bei der neurologischen Untersuchung und den eventuell veranlassten Zusatzbefunden sollte wie schon erwähnt alles unauffällig sein.

 

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Therapie des Spannungskopfschmerzes

Es gibt verschiedene Ansätze bei der Therapie von Spannungskopfschmerzen. Die gewählte Methode richtet sich in erster Linie nach der Art der Beschwerden.

 

Therapie einer akuten Attacke

Um gegen plötzlich auftretende Spannungskopfschmerzen anzukommen, bieten sich schmerzstillende Substanzen an. Darüber hinaus stehen zur Vorbeugung Antidepressiva zu Verfügung.

 

Therapie chronischer Beschwerden

Bei der Therapie von chronischen Spannungskopfschmerzen wird von einer dauerhaften Einnahme von Schmerzmitteln abgeraten – diese können wiederum Kopfschmerzen auslösen. Stattdessen werden eher Adaptionen im Lebensstil und ergänzende Methoden zur Behandlung empfohlen. Ausdauersport, Entspannungstechniken und andere Formen der Stressbewältigung sollten mindestens zwei bis drei Mal pro Woche am Plan stehen. Aus dem Bereich der Alternativmedizin bieten sich unter anderem Akupunktur und ätherische Öle (zum Beispiel Pfefferminz) an.
 

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Was tun bei Spannungskopfschmerz?

Um die Anzahl der Kopfschmerztage oder die möglichen Auslöser einer Kopfschmerzattacke aufzählen zu können, ist das Führen eines Kopfschmerztagebuches sinnvoll. Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking können Spannungskopfschmerzen positiv beeinflussen und die Zahl der Kopfschmerztage verringern. Um sich zum Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag wieder optimal entspannen zu können, helfen Atemübungen zur Muskelentspannung – sie können einfach zu Hause durchgeführt werden.

AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


10.12.2014 / 01.03.2021
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. DI Dr. Andreas Doppelbauer
Neurologie und Psychiatrie – Leiter der Abteilung für Neurologie, LK Weinviertel Mistelbach
QUELLEN
Klinische Neurologie, P. Berlit, Springer Verlag, 3. Auflage, Berlin Heidelberg, 2011
Neurologie, K.F. Masuhr et al., Thieme Verlag, 6. Auflage, Stuttgart, 2007
Medizinwissen von A-Z, TRIAS Verlag, 1. Auflage, Stuttgart, 2006
Handbuch Mikronährstoffe, L. Burgerstein, Haug Verlag, 11. Auflage, Stuttgart, 2007