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Parästhesie (Kribbeln, Brennen in Armen und Beinen)

Warum Arme nachts einschlafen
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Übt die Schlafposition zu viel Druck auf die Nerven aus, kann der Arm nachts einschlafen. (Iakov Filimonov / Shutterstock.com)

Vorübergehende Missempfindungen sind nur selten ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung. Meistens vergeht das Kribbeln von selbst wieder.

Starkes Kribbeln, Taubheitsgefühl und Ameisenlaufen – jeder kennt das Gefühl eingeschlafener Körperteile. In der Fachsprache wird dafür der Begriff Parästhesie verwendet. Nach medizinischer Definition handelt es sich um Fehlempfindungen, die auf der Reizung oder Schädigung von Nervenfasern beruhen. Es kommt zu Empfindungen, welche sich nicht durch einen äußeren physikalischen Reiz erklären lassen.

Ursachen

Vorübergehende Parästhesien, also etwa kurzfristig auftretendes "Einschlafen" der Arme oder Beine, ist im Regelfall kein Grund zur Sorge. Meistens ist die Fehlempfindung auf einen zwischenzeitlich unterbrochenen Blutfluss zurückzuführen, beispielsweise wegen einer ungünstigen Sitz- oder Schlafposition. Auch im Rahmen von Migräneanfällen erleben Betroffene manchmal Fehlempfindungen, vorwiegend im Gesichtsbereich.

 

Chronische Parästhesien

Anhaltende oder sehr regelmäßig auftretende Parästhesien können verschiedene Ursachen haben, die häufigste davon ist die Polyneuropathie. Diese Erkrankung des peripheren Nervensystems tritt vor allem als Spätfolge eines Diabetes oder bei chronisch vermehrtem Alkoholkonsum auf. Zu den weiteren möglichen Ursachen zählen:

 

Nächtliche Parästhesie

Besonders häufig ist das Phänomen der nächtlichen Parästhesie: Man wacht in der Nacht auf, weil ein Körperteil plötzlich unangenehm kribbelt. Das hängt in den meisten Fällen mit der Schlafposition zusammen. Übt man aufgrund der Haltung zu viel Druck auf bestimmte Nerven aus, kommt es recht rasch zum typischen Ameisenlaufen. Passiert dies regelmäßig, ist eine Änderung der Schlafgewohnheiten daher der erste Schritt. Versuchen Sie vor dem Einschlafen die Position so anzupassen, dass Ihre Arme genügend Bewegungsfreiraum haben und nicht unter dem Oberkörper eingeklemmt werden. Regelmäßiges nächtliches und mit Schmerzen verbundenes Einschlafen der Finger deutet häufig auf ein Karpaltunnelsyndrom hin.

Was kann der Betroffene selbst tun?

Ein Arztbesuch ist im Zusammenhang mit eingeschlafenen Armen nur selten notwendig. Vorsicht ist allerdings angebracht, wenn es zusätzlich zu einem der folgenden Symptome kommt:

  • Sehprobleme
  • Taubheitsgefühl im Gesicht
  • Sprechschwierigkeiten
  • Orientierungsprobleme
  • regelmäßig die gleichen Parästhesien

 

Besteht auch nur ein leichter Verdacht auf einen Schlaganfall oder eine andere schwerwiegende Ursache, sollte prinzipiell immer die Rettung gerufen bzw. ein Arzt aufgesucht werden. Kann trotz dauerhafter Probleme keine Ursache gefunden werden, ist eine Anpassung der Sitz- oder Schlafposition ratsam. Auch der Wechsel des Bürostuhls oder der Matratze kann helfen.

AUTOR


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


08.09.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
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Univ.-Prof Dr. Wolfgang Löscher
Foto (c): Privat
Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Innsbruck
QUELLEN
Multiple Sklerose verstehen und behandeln: Hintergründe und Studienergebnisse, Untersuchung und Behandlung, R. Steinlin Egli et. al., Springer Verlag, 1. Auflage, Berlin, 2011

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