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Alkohol in der Schwangerschaft

Schwangere Frau sagt nein zum Alkohol
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Alkohol in der Schwangerschaft ist tabu. (innervisionpro - Fotolia.com)

Alkohol gilt als jene Substanz, die - in der Schwangerschaft konsumiert - am häufigsten Fehlbildungen beim Baby verursacht. Alkohol bleibt nicht im mütterlichen Körper, sondern geht über die Plazenta auch in den Organismus des Ungeborenen über, der in seinem Wachstum massiv beeinträchtigt wird.

Auch von einem Gläschen in Ehren zwischendurch wird abgeraten, weil selbst kleine Mengen vor allem in der Organentwicklungsphase des ersten Trimesters massive Folgen auf die geistige und körperliche Entwicklung haben können. Mit der Hilfe des Partners und einigen Tricks lassen sich die folgenden Monate jedoch auch ganz gut ohne Wein, Bier und Co überstehen.

Die Folgen von Alkohol auf die Fruchtbarkeit

Exzessiver Alkoholkonsum schädigt die Qualität von Spermien und Eizellen und verhindert die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen. Bei Frauen kann die Regel ganz ausbleiben, bei Männern nimmt die Spermienqualität ab. Zudem sinkt mit dem Alkoholpegel auch die Lust auf Sex.

 

Bei Kinderwunsch sollten die Frau und der Mann diesen Konsum noch weiter einschränken und zwar als Mann auf ein Viertel Wein und als Frau auf ein Achtel Wein pro Woche.

Alkohol in der Frühschwangerschaft

In den ersten 2 Wochen nach der Befruchtung gilt die Alles-oder-Nichts-Regel. Zu diesem Zeitpunkt kann noch jede Zelle jede Funktion übernehmen, was so viel bedeutet wie: Eine kaputte Zelle wird einfach von einer anderen ersetzt. Ist das nicht möglich, kommt es zu einer Fehlgeburt. Hat die Frau in dieser Zeit Alkohol getrunken, sind keine Schäden zu erwarten. Allerdings sollte sie dennoch vorsichtig sein, da man nicht genau sagen kann, wann sich das Baby einnistet.

Alkohol verursacht Fehlentwicklungen beim Ungeborenen

Nach der Einnistung ist Alkohol Gift für das Baby. Denn Alkohol gilt als die bekannteste Substanz, die Fehlbildungen beim Ungeborenen verursacht, im Fachjargon wird dies als Fetales Alkoholsyndrom bezeichnet. Vor allem in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten, während die Organe des Ungeborenen reifen, steigt das Risiko von Missbildungen, Komplikationen und Fehlgeburten bei Alkoholkonsum erheblich. Denn Alkohol gelangt direkt über die Plazenta in den Organismus des Embryos. Dieser scheidet den Alkohol zwar über die Nieren aus, nimmt ihn aber über das Fruchtwasser wieder und wieder auf. Da sich die kindlichen Zellen im Wachstum befinden, ist der Einfluss größer als bei einem erwachsenen Menschen.

 

Auch im Verlauf der Schwangerschaft kann es zu einer Schädigung des Gehirns und des Körpers kommen.

 

Mögliche Störungen und Fehlbildungen durch Alkohol:

  • Motorische Störungen
  • Verhaltens- und Lernstörungen
  • In sehr seltenen Fällen kann es durch Alkoholmissbrauch sogar zu massiven körperlichen Fehlbildungen kommen

Verzicht auf das Genussmittel Alkohol

Wie viel Alkohol erlaubt ist und ob ein Gläschen in Ehren schadet oder nicht, darüber können nach wie vor keine fixen Aussagen getroffen werden. Denn das hängt auch davon ab, in welchem Wachstumsstadium sich das Kind gerade befindet. Daher lautet die allgemeine Empfehlung, während der Schwangerschaft komplett auf Alkohol zu verzichten.

 

Problemlos ohne Alkohol durch die Schwangerschaft

Fällt der Verzicht auf Alkohol besonders schwer, lohnt es sich, den Partner mit ins Boot zu holen. Denn gemeinsam ist besser als einsam. Als Ersatz können neue Rituale eingeführt werden wie ein gemeinsames Bad oder ein Spaziergang an der frischen Luft.

 

Mit alkoholfreiem Bier und Limonade lässt sich auch ein vorgetäuschter Radler mischen. Allerdings kann auch alkoholfreies Bier bis zu 1% Alkohol enthalten!

 

Ist ein gänzlicher Verzicht nicht möglich, sollte zumindest der Konsum so gut es geht eingeschränkt werden. Denn jedes Glas, das weniger getrunken wird, ist gut für die Entwicklung des Ungeborenen.

AUTOR


Mag. Eva Jankl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


12.07.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
OA Dr. Johannes Angleitner-Flotzinger
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
QUELLEN
Das große Buch zur Schwangerschaft, F. Kainer, A. Nolden, Gräfe und Unzer, 1. Auflage, München, 2009
300 Fragen zur Schwangerschaft, B. Holzgreve, Gräfe und Unzer, 1. Auflage, München, 2009
Ernährungsratgeber Schwangerschaft, S.–D. Müller, C. Weißenberger, Schlütersche, 1. Auflage, Hannover, 2010
Warum Schwangere nicht umkippen..., V. Ragosch, B. Zebothsen, Südwest, 1. Auflage, München, 2009
Wir wünschen uns ein Baby, Z. West, Dorling Kindersley, 1. Auflage, London, 2008

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