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Kinder bekommen seltener Antibiotika

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Bei Patienten unter 14 Jahren wurden 4,5 % seltener Antibiotika verordnet. (Andrey Khokhlov - Fotolia.com)

Werden Erreger resistent, schlagen Antibiotika nicht mehr an. Dann spricht man von einer "Antibiotikaresistenz". Ärzte sind bei Kindern vorsichtiger geworden: Für sie werden laut einer neuen Studie mittlerweile weniger häufiger Antibiotika verschrieben.

Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen, nicht bei Viruserkrankungen. Ihre Verschreibung ist also z.B. bei Erkältungen oft wirkungslos, werden aber teils trotzdem zu ihrer Behandlung verwendet. Dafür kommen Antibiotika zu wenig bei Krankheiten zum Einsatz, wo sie gebraucht würden, wie etwa bei Harnwegsinfekten. Insgesamt wählen Ärzte in Deutschland seltener ein Antibiotikum zur Behandlung, vor allem bei jungen Patienten. Um ganze 4,5 % ist die Verschreibung von Antibiotika bei Kindern gesunken. Die Ergebnisse einer weiteren Studie zur Antibiotikaverschreibung hat erst kürzlich ergeben, dass müde Ärzte eher Antibiotika verschreiben.

Weniger, aber stärkere Antibiotika?

Der Versorgungsatlas, der die medizinische Versorgungslage in Deutschland dokumentiert, verfolgte in einem Bericht die Trends in der Antibiotikanutzung. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Verschreibung einer Antibiotikagruppe, der sog. Chinolonen, gelegt. Diese wirken besonders stark und sollten lediglich als "Reserveantibiotika" eingesetzt werden, wenn schwächere Antibiotika wirkungslos bleiben. Doch laut der neuen Studie kommen diese immer häufiger zum Einsatz, während generell seltener Antibiotika verschrieben werden.

4,5 % weniger Antibiotika für Kinder

Vor allem bei Kindern ging das Verschreiben von Antibiotika zurück. Bei Patienten unter 14 Jahren wurden 4,5 % seltener Antibiotika verordnet als bei der letzten Erhebung. Das könnte sowohl an einer veränderten Einstellung bei Ärzten, aber auch an der Bereitschaft der Eltern, ihren Kindern Antibiotika zu verabreichen, liegen.

Antibiotika für die falschen Erkrankungen

Zudem stellte die Untersuchung fest, dass Ärzte nicht immer für die richtigen Erkrankungen Antibiotika als Behandlungsweg wählen. Für jede Krankheit gibt es einen empfohlenen prozentuellen Richtwert. Dieser gibt an, in wie vielen Fällen einer Erkrankung Ärzte Antibiotika einsetzen sollten. So zeigte sich, dass deutsche Ärzte etwa bei Mittelohrentzündungen zu oft, dafür aber bei Harnwegsinfekten zu selten Antibiotika verschreiben.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


13.10.2014

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