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Coronavirus: Schwangerschaft und Stillen

Schwangerschaft und Stillen: Corona wirft viele Fragen auf
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Das neuartige Coronavirus beunruhigt besonders werdende und stillende Mütter. (Lopolo/Shutterstock.com)

Das neuartige Coronavirus wirft viele Fragen auf und sorgt vor allem bei werdenden und stillenden Müttern für Verunsicherung.

Ob das Coronavirus in der Zeit der Schwangerschaft oder während der Geburt im Vaginalkanal an das ungeborene Kind weitergegeben werden kann, ist laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF bislang noch nicht ausreichend geklärt und wird derzeit untersucht. Auf alle Fälle sollten Schwangere besonders gut auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen achten. Dazu gehört, Sozialkontakte weitgehend zu vermeiden sowie häufiges und gründliches Händewaschen. Sollten Symptome, wie Husten, Fieber und/oder Atembeschwerden auftreten, sollte man sich rasch an die Gesundheitshotline 1450 wenden.

Video: Schwangerschaft und COVID-19: Was muss ich wissen?

OÄ Dr. Elisabeth D'Costa (Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Landeskrankenhaus Innsbruck) gibt einen Überblick, was das Coronavirus und COVID-19 für schwangere Frauen bedeutet. (Webinar, 9.6.2021)

 

Schwangerschaft und Geburt

Rund 1.600 Babys erblicken hierzulande pro Woche das Licht der Welt. Für die Betreuung schwangerer Frauen durch Hebammen gelten derzeit – sowohl im Spital als auch in der freien Praxis – veränderte Rahmenbedingungen. Vertreter dieser Berufsgruppe haben strenge Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten und setzen derzeit verstärkt auf telemedizinische Betreuung sowie telefonische Beratung. Diesbezüglich wurde laut dem Österreichischen Hebammengremium eine Vereinbarung mit der Österreichischen Gesundheitskasse getroffen, und die Kosten dafür tragen die Krankenkassen. Bei der Geburt im Krankenhaus werden die Mütter natürlich nach wie vor – unter Einhaltung der nötigen Vorsichtsmaßnahmen – bestmöglich betreut. Allerdings kann es sein, dass der Vater aus Sicherheitsgründen im Kreißsaal nicht anwesend sein darf.

Nachbetreuung

Visiten nach der Geburt durch Hebammen im Zuge der Wochenbettbetreuung können weiterhin durchgeführt werden. Allerdings werden dafür besondere Hygiene-Maßnahmen im Vorfeld besprochen. Wenn möglich werden Anliegen der Mütter jedoch per Telefon geklärt. Nähere Informationen – vor allem für Frauen, die an COVID-19 erkrankt oder in Quarantäne sind – finden Sie auf der Website des Österreichischen Hebammengremiums

Stillen bei Erkrankung möglich?

Grundsätzlich wirkt sich Stillen positiv sowohl auf die Mutter, als auch auf das Kind aus. Muttermilch enthält Antikörper gegen verschiedene Erreger und stärkt das Abwehrsystem des Kindes. So sinkt beispielsweise das Risiko, eine Allergie zu entwickeln. An COVID-19 erkrankte Mütter können ihr Baby immer mit Muttermilch ernähren. Am besten durch Stillen direkt an der Brust oder – falls das Kind auf der Neugeborenenstation betreut werden muss oder die Mutter zu schwach ist – durch Abpumpen von Muttermilch. Atemwegsviren können über die Muttermilch nicht übertragen werden.

 

Folgendes sollten erkrankte Mütter jedoch beachten:

  • Auf die entsprechende Händehygiene achten
  • Eine Gesichtsmaske tragen, um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden
  • Reinigungs- und Sterilisationsmaßnahmen aller Utensilien (Milchpumpe, Schnuller, …) einhalten

 

Mehr lesen » Händedesinfektion

Coronavirus: Weitere Informationen

Finden Sie noch mehr Infos rund um die Covid-19-Pandemie. Lesen Sie etwa, was Eltern von größeren Kindern derzeit beachten sollten oder wie Sie die Zeit daheim besser meistern können, ohne dass Ihnen die Decke auf den Kopf fällt. 

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


24.03.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Gudrun Böhm
Foto (c): VSLÖ
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Stillberaterin IBCLC, Vizepräsidentin des Österreichischen Stillverbandes VSLÖ
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