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Erkältet in der Schwangerschaft

Erkältet in der Schwangerschaft
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Wenn Hausmittel nicht helfen, gibt es für Schwangere ungefährliche Medikamente, die sie im Falle einer Erkältung einnehmen können. (LIGHTFIELD STUDIOS / Fotolia.com)

Erkältungen während der Schwangerschaft sind keine Seltenheit, das Baby ist dabei aber nicht gefährdet.

Sollten sich die Erkältungssymptome wie HustenSchnupfen, Halsweh, Kopfweh und Fieber nicht mit Hausmitteln mildern lassen, so gibt es genügend erprobte Medikamente, die der Schwangeren bestimmt Linderung verschaffen. Die wichtigste Therapie ist aber ausgiebige Bettruhe, damit sich das während der Schwangerschaft ohnehin besonders geforderte Immunsystem bestmöglich regenerieren kann.

Wie stärke ich mein Immunsystem in der Schwangerschaft?

Um sein Immunsystem in der Schwangerschaft zu stärken, reicht es auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Nährstoffen zu achten. Außerdem sollte sich die Frau regelmäßig bewegen. Das Training während der Schwangerschaft sollte zwar fordernd, aber keinesfalls überfordernd sein. Zusätzlich sollte die Schwangere so oft wie möglich ins Freie gehen, um frische Luft und Sonne zu tanken. In der kalten Heizungsperiode heißt es auch auf ausreichend Luftfeuchtigkeit zu achten. Denn die warme Luft im Inneren der Räume trocknet die Schleimhäute aus und macht sie somit weniger widerstandsfähig gegen Bakterien und Viren. Schon nasse Tücher über den Heizkörpern helfen, das Raumklima zu verbessern. Zusätzlich sollten Schwangere versuchen, den Stress in Grenzen zu halten, denn auch dieser belastet die körpereigene Abwehr.

 

Kommt es dennoch zum Auftreten von Erkältungen verbunden mit Fieber, Husten, Schnupfen, Halsweh und Kopfweh, dann können diese gerade in der Schwangerschaft sehr hartnäckig sein. Viren haben bei dem ohnehin schon sehr geforderten Immunsystem der werdenden Mutter ein leichteres Spiel. Deswegen ist es wichtig, dass die Schwangere bei Auftreten dieser Symptome einen Gang zurückschaltet und sich viel Erholung gönnt, damit der Körper sich regenerieren kann. In dieser Zeit sollte sie viel schlafen und viel Flüssigkeit wie Wasser, Obstsäfte, ungesüßte Früchte- und Kräutertees trinken und Suppen essen.

Hausmittel bei unangenehmen Erkältungen

  • Essigpatschen bei Fieber

  • Viel Flüssigkeit für die Schleimhäute

  • Tees wie Kamille oder deutscher Minze bei Husten

  • Inhalieren mit Kochsalzlösungen gegen Schnupfen

  • Spülungen mit Salzwasser gegen Schnupfen

  • Eisbeutel bei Kopfweh

  • Massagen mit Pfefferminzöl bei Kopfweh

Arztbesuche und Medikamente in der Schwangerschaft

Helfen Hausmittel nicht weiter, empfiehlt sich auf alle Fälle ein Besuch beim Arzt. Dieser weiß genauer Bescheid, welche der für Schwangere zugelassenen Medikamente auch gute Wirkungen erzielen. Denn nur ein kleiner Teil der am Markt erhältlichen Medikamente sind in der Schwangerschaft zugelassen.

Fieber

Fieber über einen kurzen Zeitraum hat normalerweise keine negativen Auswirkungen auf das Baby. Sollte das Fieber jedoch über einen längeren Zeitraum andauern oder sehr hoch ansteigen, also über 39 Grad Celsius, müssen Sie reagieren.

 

Deswegen sollte die Schwangere versuchen, mit Hausmitteln wie z.B. Essigpatschen das Fieber zu senken. Dazu ein Tuch in heißes, mit Essig vermengtes, Wasser eintauchen und anschließend um die Beine wickeln. Ein Handtuch darüber geben und das Ganze erneuern, sobald das nasse Tuch abgekühlt ist. Sollten die Essigpatschen nicht wirken, verspricht ein Fieber senkendes Mittel Hilfe. Welche für Schwangere geeignet sind, beraten Arzt oder Apotheker. Sinkt das Fieber nach 24 Stunden nicht, heißt es ohnehin ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Husten

Der Konsum von großen Flüssigkeitsmengen schränkt den Hustenreiz ein. Keine Sorge, Husten schadet dem Baby nicht und er löst auch keine Wehen aus. Wer daran denkt, sollte beim Husten den Beckenboden anspannen. Schmerzt der Husten im Bauch, hilft es den Kopf zur Seite zu drehen und zur Seite zu husten. Bestimmte Hustentropfen wie etwa mit pflanzlichen Wirkstoffen sowie schleimlösende Medikamente versprechen Linderung.

Halsschmerzen

Bei Halsweh hilft es, den Hals warm zu halten, nichts Kaltes zu trinken und stattdessen zu warmen Tees, z.B. mit Kamillenblüten zu greifen. Vorsicht: In der Schwangerschaft sind nicht alle Kräuter und Gewürze erlaubt. Ingwer und japanische Minze sind z.B. tabu, da diese im Verdacht stehen, vorzeitige Wehen auszulösen. Deutsche Minze hingegen kann in kleinen Mengen zum Einsatz kommen.

Schnupfen

Der erhöhte Spiegel von Östrogen und Progesteron während der Schwangerschaft sorgt für eine bessere Durchblutung. Da dadurch die Nasengänge eher anschwellen, kommt es leichter zu einer verstopften Nase. Das Inhalieren einer Kochsalzlösung macht die verstopften Nasengänge wieder frei. Aber auch Sprays mit Salzwasserlösungen helfen weiter. Wer beim Schlafen den Kopf höher lagert, erleichtert ebenfalls die Atmung. Die sonst üblichen abschwellenden Nasentropfen sollten in der Schwangerschaft nur in Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden. Die Medikamente sollen dann auf keinen Fall länger als 8 Tage eingenommen werden.

Kopfschmerzen

Bei Kopfschmerzen gibt es einige einfache Möglichkeiten, um diese zu lindern:

  • ein Spaziergang an der frischen Luft
  • Massage der Nasenwurzel oder der Schläfen mit Pfefferminzöl

  • eine kalte Dusche

  • ein Espresso

  • der Rückzug in einen abgedunkelten Raum

  • autogenes Training

  • einen Eisbeutel über die schmerzende Stelle halten

  • eine Massage von Schultern und Nacken

 

Die meisten üblichen Kopfschmerzmittel sind für Schwangerschaften nicht zugelassen. Sollten die Schmerzen vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte unerträglich werden oder über einen langen Zeitraum anhalten, hilft nur ein Besuch beim Arzt. Dann muss dieser andere Ursachen ausschließen. Im schlimmsten Fall könnten auch eine Schwangerschaftsvergiftung oder Bluthochdruck die Ursache sein.

Harnwegsinfektionen/Blasenentzündungen

Infekte der Harnwege sind gerade in der Schwangerschaft häufig. Vorbeugend oder bei ersten Anzeichen versprechen folgende Maßnahmen die größten Erfolge:

  • viel Flüssigkeit in Form von Wasser und ungesüßten Tees trinken

  • Obst und Fruchtsäfte wegen des hohen Säureanteils meiden

  • Kaffeekonsum einschränken

  • warm halten

 

Bessern sich die Beschwerden trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht, muss der Arzt ein für Schwangere zugelassenes Antibiotikum verschreiben.

AUTOR


Mag. Eva Jankl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


09.05.2014 / 02.10.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Gerlinde Feichtlbauer
Hebamme, Leitung Hebammengremium Landesgeschäftsstelle OÖ, Vizepräsidentin Österreichisches Hebammengremium
QUELLEN
Das große Buch zur Schwangerschaft, F. Kainer, A. Nolden, Gräfe und Unzer, 1. Auflage, München, 2009
Die Baby-Formel, K. Diedrich, C. Poletto, Zabert Sandmann-Verlag, 1. Auflage, München 2009
Die Hebammensprechstunde, I. Stadelmann, Stadelmann-Verlag, 8. Auflage, Wiggensbach, 2005
Die Schwangerschafts-Bibel, A. Deans, Südwest-Verlag, 1. Auflage, München, 2006
300 Fragen zur Schwangerschaft, B. Holzgreve, Gräfe und Unzer, 1. Auflage, München, 2009

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