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Masern, Mumps und andere Kinderkrankheiten

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Nicht bei jeder Erkrankung muss sofort der Kinderarzt hinzugezogen werden. Im Zweifelsfall sollen Eltern jedoch zumindest eine telefonische Auskunft beim Kinderarzt einholen. (seventyfour / Fotolia)

Eine Expertin gibt Tipps, was notwendig ist, damit die Kleinen schnell wieder fit werden, wann der Kinderarzt gefragt ist und wann man schnell ins Krankenhaus muss.

In öffentlichen Einrichtungen gibt es oftmals ein hohes Vorkommen an Viren und Bakterien aller Art. „Natürlich kümmert es die Kleinen nicht, dass sie Schnupfen oder Husten haben. Sie niesen dem Gegenüber schon einmal mitten ins Gesicht. Umso wichtiger ist es, kranke Kinder lange genug von anderen fernzuhalten“, so Dr. Lydia Obernosterer, Ärztin für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen. Ein Ansteckungsrisiko ist sonst hoch. Hat ein Kind Fieber, gehört es grundsätzlich nicht in den Kindergarten oder in die Schule.

In die Schule gehen oder Zuhause bleiben?

Ein krankes Kind muss zu Hause bleiben, soll sich auskurieren und andere Kinder nicht anstecken. „Masern, Mumps und Keuchhusten sind durch starke Impfinitiativen sehr selten geworden“, erklärt Obernosterer. „Häufiger vertreten sind hingegen Scharlach, Mittelohr- und Mandelentzündungen, für die kein ausreichender Impfschutz bereitsteht.“

 

Im Allgemeinen sind Vitaminpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung der Abwehrkräfte nicht notwendig. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und frische Luft sind normalerweise ausreichend. „Der beste Schutz gegen viele Kinderkrankheiten ist, die Kinder impfen zu lassen“, erklärt die Kinderärztin. „Die heute verwendeten Impfstoffe sind sehr sicher und meist gut verträglich. Reaktionen, wie lokale Schwellung, Rötung oder Fieber, zeigen nur, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt und einen entsprechenden Schutz gegen die Erkrankung entwickelt.“

Wann das Kind zum Arzt sollte

Nicht bei jeder Erkrankung muss sofort der Kinderarzt hinzugezogen werden, jedoch immer bei hohem Fieber, Austrocknungsgefahr, schlechtem Allgemeinzustand und bei bakteriell bedingten Infektionen. Im Zweifelsfall sollen Eltern stets zumindest eine telefonische Auskunft beim Kinderarzt einholen. Außerhalb der Ordinationszeiten (abends, in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen) steht dafür der hausärztliche Notdienst HÄND zur Verfügung, welcher unter dem Notruf 141 erreichbar ist. Ist eine Untersuchung oder stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig, wird eine Überweisung durch den Kinderarzt veranlasst.

Immun gegen Kinderkrankheiten?

Die Kinderkrankheiten werden entweder durch virale oder bakterielle Infektionen ausgelöst. Nach manchen Erkrankungen ist der Mensch sein Leben lang immun dagegen. Viral ausgelöste Kinderkrankheiten sind unter anderem Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und die Hand-Fuß- Mund-Krankheit. Davon treten Windpocken in Österreich und Deutschland am häufigsten auf.

Was ist der Nestschutz?

Nestschutz bedeutet, dass ein Säugling für die ersten Lebensmonate durch Antikörper der Mutter, die während der Schwangerschaft oder durch das Stillen auf das Kind übertragen werden, gegen viele Erkrankungen indirekt geschützt ist. So zum Beispiel gegen Masern, wenn die Mutter die Erkrankung selbst durchgemacht hat bzw. geimpft ist. Nach ein paar Monaten geht dieser Schutz wieder verloren, und das Kind kann bei entsprechendem Kontakt erkranken. Die natürliche oder angeborene Immunität ist, wie der Name schon sagt, bei Geburt vorhanden. Das Immunsystem kann sofort auf Krankheitserreger reagieren, jedoch unspezifisch und ohne anhaltenden Schutz. Die Haut des Menschen als mechanische Barriere zählt zum Beispiel auch zur natürlichen Immunität.

Die wichtigsten Kinderkrankheiten

Grippale Infekte

  • Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, ausgelöst durch Viren
  • Wichtig: viel Flüssigkeit und Ruhe, keine Antibiotika nötig
  • So lange zu Hause bleiben, bis die Kids einen Tag lang ohne Fiebersenker fit waren

Magen- und Darminfekte

  • Gefahr des Austrocknens, ausreichend Flüssigkeitszufuhr wichtig
  • bei anhaltenden Symptomen unbedingt den Kinderarzt aufsuchen
  • erst nach zwei Tagen ohne Symptome ist das Kind wieder gesund

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

  • grippeähnliche Symptome, Bläschen im Mund, Ausschlag an Hand- und Fußinnenflächen
  • so lange zu Hause bleiben, bis die Bläschen abgeheilt sind (7 bis 10 Tage)
  • Schmerzlinderung durch Medikamente

    Bindehautentzündung

    • Rote und tränende Augen, verklebte Lider, Sektet im Augenwinkel
    • Untersuchung durch Arzt wichtig, eventuell ansteckend
    • mit lauwarmem Wasser auswaschen, wenn bakteriell verursacht, antibiotische Augentropfen

    Keuchkusten (Pertussis)

    • Schnupfen, starke Hustenanfälle und ziehendes Geräusch, vor allem nachts, Erbrechen
    • Unbedingt Kinderarzt aufsuchen, Ansteckungsgefahr
    • Achtung: bei Säuglingen Atemstillstand möglich
    • Bakterielle Infektion, deshalb Antibiotikatperapie wichtig
    • In Österreich ist die Pertussis-Impfung gratis (im Rahmen der 6-fach-Impfung im 3., 5. und 12. Lebensmonat), bietet aber nicht zu 100 Prozent Schutz

    Scharlach

    • Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Bauchschmerzen
    • Zunge zuerst weiß, dann rot, nicht juckender Ausschlag am gesamten Körper, vor allem in der Leistengegend
    • Abklärung durch Kinderarzt wichtig, Therapie durch Antibiotika

    Windpocken

    • Meist zwischen zweitem und sechsten Lebensjahr, keine Schutzimpfung möglich
    • kleine rote Flecken am genzen Körper, werden zu juckenden Bläschen mit wässrigem Inhalt
    • starken Juckreiz durch Antihistaminika lindern, Fingernägel besser kurz schneiden
    • sind alle Stellen verkrustet, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr

    Masern

    • hochinfektiös – unbedingt Kinderarzt aufsuchen!
    • anfangs Husten, Schnupfen und Fieber, das zuerst sinkt und dann wieder steigt,
    • Komplikationen sind möglich
    • Ausschlag hinter Ohren und im Gesicht, breitet sich rasch aus
    • Impfschutz durch Kombinationsimpfung Mumps und Röteln

    Mumps

    • vom Virus sind besonders Kinder zwischen vier und zehn Jahren betroffen
    • Fieber, grippeähnlichen Symptomen oder Erbrechen und Bauchweh, schmerzhafte
    • Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, Komplikationen möglich
    • Unbedingt Termin bei Kinderarzt vereinbaren!
    • Schutzimpfung möglich in Kombination mit Impfung gegen Masern und Röteln

    Röteln

    • leichtes Fieber und Schnupfen, dann hellroter Ausschlag
    • Abklärung durch Kinderarzt wichtig!
    • gefährlich während der Schwangerschaft, kann zu Fehlbildungen des ungeborenen Kindes füühren
    • Schutzimpfung als Kombinationsimpfung mit Masern und Mumps

     

    AUTOR


    Margit Koudelka


    ERSTELLUNGSDATUM


    02.10.2018
    QUELLEN
    Presseaussendung des Klinikums Wels- Grieskirchen vom 01.10.2018

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