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Schnarchen beim Kind

Mädchen liegt im Bett und schläft
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Kinder die ruhig schlafen können sich besser konzentrieren und sind statistisch gesehen weniger verhaltensauffällig. (Svitlana-ua / Shutterstock.com)

Kindliches Schnarchen muss behandelt werden, um das Risiko von Entwicklungsstörungen und neurokognitiven Defiziten zu minimieren. Denn Schnarchen im Kindesalter ist keineswegs harmlos. 

Im Kindesalter ist eine Abklärung mit einem Facharzt besonders anzuraten, da eine funktionierende Nasenatmung von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung des Kindes ist. Doch ab wann spricht man eigentlich von Schnarchen? Als "Schnarchen" wird ein deutlich hörbares, in mindestens vier von sieben Nächten auftretendes Atemgeräusch bezeichnet. Es kann gleichmäßig – man spricht auch von "primären Schnarchen" – oder wechselhaft auftreten. Letztere Form ist typisch für das sogenannte OSAS (Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom). Die betroffenen Kinder schnarchen und haben dabei nachweisbare Atempausen.

Häufigkeit von kindlichem Schnarchen

Etwa 5 bis 12 % aller Kinder schnarchen, bis zu 4 % aller Kinder leiden an einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).

Ursachen von Schnarchen

Bei Säuglingen und Kleinkindern können leichte Schnarchgeräusche auf Grund einer noch nicht vollständig entfalteten Schleimhautfalte im Rachen auftreten. Dieses Schnarchen ist unbedenklich und geht in der Regel nach einiger Zeit vorüber. Auch Kinder, die sich eine Infektion der Atemwege (Erkältung, Schnupfen) zugezogen haben, können zeitweise schnarchen, dies erfordert vorerst keine weitere Abklärung, sollte aber gut beobachtet werden.

 

Wenn Kinder ohne Erkältung schnarchen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und häufige Infekte der oberen Atemwege bei ihnen auftreten, sollten Eltern einen Arzt zu Rate ziehen. Es könnte das Schlafapnoe-Syndrom vorliegen.

 

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Schnarchen bei Kindern: Diagnose

Zur Abklärung des nächtlichen Schnarchens untersucht der Arzt, ob im Nasenraum eine Verengung vorliegt. Außerdem werden von einem HNO-Spezialisten die Mandeln (Tonsillen) untersucht und beurteilt, ob diese vergrößert sind. Ebenso werden Rachen und Kiefer in die Diagnostik mit einbezogen, um Anomalien auszuschließen. Eine Untersuchung im Kinderschlaflabor kann Aufschluss über die Schlafarchitektur, nächtliches Aufwachen und die Länge der Atemaussetzer geben und ob die Kinder genügend Sauerstoff bekommen.

 

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

Beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom setzt die Atmung des Kindes vorübergehend für mindestens 10 Sekunden aus. Laut Schätzungen leidet jeder fünfte kindliche Schnarcher unter Schlafapnoe. Schnarchen und damit die Atemstillstände sind meistens durch eine zu starke Erschlaffung der Zungen- oder Gaumenmuskeln oder durch vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln bedingt. Die Atemaussetzer, die bei Kindern bis zu 20 Sekunden dauern können, machen einen Tiefschlaf unmöglich. Durch die Atemstillstände sinkt zudem der Sauerstoffgehalt im Blut.

Therapie von Kinder-Schnarchen

Sind vergrößerte Mandeln oder Polypen die Ursache für die Schlafstörung kann ein operativer Eingriff Abhilfe schaffen. Ein solcher sollte aber immer gut überlegt sein, da mit dem Wachstum die Beschwerden oft von selbst wieder verschwinden.

 

Eine Schlafapnoe im Kindesalter kann außerdem mit dem Gewicht des Kindes zusammenhängen. Übergewichtige Kinder leiden häufiger an einer Schlafapnoe als normalgewichtige Kinder. Liegen andere Ursachen, wie etwa eine Kieferfehlstellung oder Anomalien im Kopf-Hals-Bereich vor, können diese mithilfe entsprechender Verfahren (z. B. Kieferkorrekturen) behandelt werden. In seltenen Fällen ist im Kindesalter die Behandlung mit einer Atemtherapiemaske nötig. Diese Maske ist über einen Schlauch mit einem Atemtherapiegerät verbunden, das den Luftdruck erhöht und die regelmäßige Atmung im Schlaf aufrecht hält.

Schnarchendes Kind: Was Sie selbst tun können

Voraussetzung für einen gesunden, erholsamen Schlaf ist eine gute Schlafhygiene. Vor allem bei Kindern ist es wichtig, einen regelmäßigen Schlafrhythmus einzuhalten und Schlafrituale zu pflegen. 

AUTOR


Anja Orleth, Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Carmen Hiertz; Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


04.05.2016 / 22.02.2021
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