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Stillen fördert Babys Immunsystem

Stillen fördert die körperliche Nähe von Mutter und Baby
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Gestillte Säuglinge erhalten wesentlich mehr Lactobazillen als ungestillte Babys, das wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. (Oksana Kuzmina / Fotolia.com)

Muttermilch ist eine erstklassige Nahrungsquelle, sie stillt den Hunger des Säuglings und fördert die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Zudem stärkt sie Babys Immunsystem für sein weiteres Leben. 

Allergien, Darminfektionen, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen treten bei Kindern, die gestillt wurden, weniger häufig auf. Das liegt an der Zusammensetzung von Mamas Muttermilch. In ihr finden sich alle Antikörper, die Mama in ihrem Leben aufgebaut hat. Über die Muttermilch gelangen diese in den Darm des Babys, von wo aus sie das Immunsystem unterstützen und es für das weitere Leben stärken. 

Bifidus-Bakterien in der Muttermilch: Gut für Babys Darmflora

Muttermilch ist praktisch: Sie ist immer wohl temperiert und ständig mit dabei. Sie enthält wichtige Oligosaccharide, die das Immunsystem stimulieren. Sie schützen vor "bösen" Keimen, wie etwa E.coli, und fördern die Produktion von Bifidus-Bakterien, die die Verdauung des Babys sanft in Gang bringen. Gestillte Säuglinge erhalten wesentlich mehr Lactobazillen als ungestillte Babys, all das wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. 
 

Diese wiederum unterstützt die Entwicklung des Immunsystems. Muttermilch belastet die noch sehr empfindliche Verdauung des Kindes nicht, sie ist aufgrund ihrer Bestandteile leicht verdaulich, die darin enthaltenen Vitamine und Spurenelemente können optimal verwertet werden, das heißt sie hat eine optimale Bioverfügbarkeit. Eine zusätzliche Zufuhr von Pre- oder Probiotika ist daher nicht nötig und bringt für das Immunsystem keinen Vorteil. Einen erhöhten Bedarf daran haben allerdings Säuglinge, die nicht gestillt werden. 

Prebiotika

Als Prebiotika bezeichnet man langkettige Zucker, medizinisch "Oligosaccharide", die die Keimentwicklungim Darm günstig beeinflussen. Muttermilch enthält im Schnitt 10 bis 12 g pro Liter davon. Studien zeigen, dass Prebiotika bestimmte Hautallergien und -veränderungen (Dermatitis, Ekzeme) verhindern können. 

 

Eine zusätzliche Zufuhr von Säuglingsmilch mit Prebiotika könnte sich positiv auf Kinder auswirken, die nicht gestillt werden können oder deren Mütter eine nicht ausreichende Keimbesiedlung aufweisen. Mit generellen Empfehlungen sind Mediziner jedoch noch zurückhaltend, da die Studienlage gegenwärtig noch unzureichend ist. 

Vormilch: die erste wertvolle Mahlzeit

Besonders wertvoll ist die Erstmilch der Mutter, sie enthält in hoher Konzentration wertvolle Immunglobuline und Laktoferrin, ein eisenbindendes Protein mit antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften. 
 

Eine Reihe von schützenden Bakterien wird über die Muttermilch an das Baby weitergegeben. Das ist gut so, denn dadurch ist der Sprössling später vor Infektionen und Allergien geschützt, die Darmflora des Babys kann sich gut entwickeln. 

Vorteile des Stillens


Daten zeigen, dass gestillte Babys weniger häufig an 

  • Allergien
  • Darminfektionen
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Krebsleiden erkranken.

Immunsystem stillender Mütter

Für die Mutter ist Stillen eine gute Methode, um die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt zu beschleunigen. Darüber hinaus haben Frauen, die lange gestillt haben, ein geringeres Risiko, an Brustkrebs oder Eierstockkrebs zu erkranken. Das mütterliche Immunsystem wird durch das Stillen nicht belastet: es bildet Antikörper gegen mögliche Krankheitskeime und schützt Mutter und Kind gleichermaßen. 

Muttermilch: ein Geschmackserlebnis

Stillkinder brauchen weder eine extra Getränke- noch Nahrungszufuhr. Muttermilch stillt sowohl den Durst als auch den Hunger des Kindes. Auch an Abwechslung hat die Natur gedacht, denn je nachdem, was die Mutter zu sich nimmt, schmeckt auch die Muttermilch immer wieder anders. Je nach Alter des Babys bietet sie die jeweiligen Nährstoffe, die das Baby gerade braucht, um sich gut zu entwickeln. So hungrig ein Baby auch zu sein scheint, ein Zuviel an Muttermilch kann es nicht bekommen. Junge Mütter sollten sich daher auch keine Sorgen machen, wenn ihr Kind nicht in ein bestimmtes „Stillschema“ passt: Manche Babys trinken lieber viel auf einmal und weniger häufig, andere bevorzugen eine etwas kleinere Mahlzeit, diese aber öfter am Tag. 

Tipps für stillende Mütter

Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten sind 

  • Wasser
  • Tee
  • Fruchtsäfte

 

Auch Kaffee ist nicht verboten – aber bitte mit Augenmaß. 2 Tassen Kaffee oder 4 Tassen schwarzer Tee schaden dem Baby nicht. Gänzlich verzichten sollten stillende Mütter hingegen auf Alkohol und Nikotin. 

Stillen: geniales evolutionäres Ritual

Neben der mütterlichen Geborgenheit und Wärme bekommt das Baby auch Sicherheit vermittelt: Wenn es Hunger hat, muss es nicht lange warten, Muttermilch ist immer verfügbar und immer dabei – es kommt zu keinem Frustrationserlebnis. Sie dient auch als Mittel des Trostes und der Beruhigung, als Schmerzmittel oder als Durchschlafhilfe. Wissenschaftliche Daten haben auch gezeigt, dass gestillte Kinder, die nächtens den Eltern nahe sind, seltener soziale Probleme haben. Babys genießen beim Stillen den Hautkontakt mit der Mutter. Dieser wiederum wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus. 

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


13.08.2014 / 17.08.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Josef Riedler
Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Krankenhaus Schwarzach
QUELLEN
Interview mit Univ. Prof. Dr. Josef Riedler, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Krankenhaus Schwarzach am 05.08.2014
K. Zwieauer: Muttermilch - eine natürliche Quelle von Pre- und Probiotika zur Stimulation der kindlichen Darmflora, Springer 2010

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