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Angina (Mandelentzündung)

Kind mit Angina bei der Ärztin
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Eine akute Mandelentzündung wird häufig durch Erkältungs- oder Grippeviren hervorgerufen. (Rido / Shutterstock.com)

Eine Angina (auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris) bezeichnet üblicherweise eine schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln.

Die Gaumenmandeln liegen beidseits zwischen dem vorderem und hinterem Gaumenbogen, die nach oben im Zäpfchen (Uvula) zusammenlaufen. Sie bilden mit der Rachenmandel (umgangssprachlich "Polypen"), um dem paarigen / beidseitigen lymphatischen Gewebe im Zungengrund, den Seitensträngen (siehe auch "Seitenstrang-Angina") sowie um die Tuben (den Zugängen zu den Ohrtrompeten) den sogenannten "Waldeyerschen Rachenring". Dieser befindet sich am Übergang von Mundhöhle und Nase zum Kehlkopf und den tiefen Atemwegen. Dieser "Ring" besteht aus lymphatischem Gewebe und ist vor allem für die Reifung unseres Immunsystems, der spezifischen Abwehr unseres Körpers gegen Krankheitserreger wichtig.

 

Im Rahmen dieser Aufgabe befinden sich die Gaumenmandeln in einem dauerhaften, natürlichen Entzündungsprozess – auch bei gesunden Menschen. Wenn diese Entzündung Symptome wie Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber hervorruft, spricht man von einer Angina bzw. Mandelentzündung. Kinder haben häufig Mandelentzündungen, weil sie sich noch in der sogenannten immunologischen Lernphase befinden. Ihre Mandeln müssen erst erlernen, "gute" von "bösen" Keimen zu unterscheiden und sind deshalb äußerst aktiv.

Ursachen einer Mandelentzündung

Häufig wird eine akute Mandelentzündung durch Erkältungs- oder Grippeviren hervorgerufen. Aber auch andere Viren und vor allem Bakterien können die Verursacher sein. Diese können sich im Bereich des lymphatischen Rachenrings vermehren, das Gewebe schwillt an. Eine besondere Form der viral bedingten Mandelentzündung stellt auch das "Pfeiffersche Drüsenfieber" dar. Die Übertragung kann entweder durch Tröpfcheninfektion (z. B. über Speicheltröpfchen beim Niesen und Husten) oder durch Schmierinfektion (Berühren von verunreinigten Oberflächen, wie Türgriffe etc.) erfolgen.

Symptome und Verlauf einer Mandelentzündung

Je nachdem, ob der Angina eine virale oder eine bakterielle Infektion zugrunde liegt, können die Beschwerden recht unterschiedlich sein.

 

Häufige Symptome sind

  • Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können
  • Schluckbeschwerden
  • vermehrter Speichelfluss
  • Fieber, manchmal auch Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit, allgemeines Krankheitsgefühl

 

Bei der Untersuchung zeigen sich

  • gerötete, geschwollene Gaumenmandeln
  • bei eitriger Angina gelblich-weißliche Beläge auf den Gaumenmandeln (Stippchen), die zusammenfließen können
  • geschwollene Lymphknoten im Hals- und Kieferbereich

 

Spontan und/oder bei richtiger Behandlung heilt eine Mandelentzündung innerhalb von 1 - 2 Wochen vollständig aus. Eine Angina kann jedoch auch Komplikationen, wie etwa einen Abszess oder eine Ausbreitung der Entzündung auf andere Körperregionen (z. B. Herz oder Gelenke) verursachen.

Diagnose einer Mandelentzündung

Die Symptome einer Mandelentzündung sind recht eindeutig, sodass der Arzt rasch zu einer Diagnose kommen wird. Nach einem Anamnesegespräch zeigt eine Untersuchung der Mundhöhle und des Rachens die Rötungen und Schwellungen, die auf eine Entzündung hindeuten. Weißliche oder gelbe Beläge ("Eiterstippchen") lassen auf eine bakterielle Infektion schließen. Zusätzlich wird der Arzt die Lymphknoten auf Schwellungen abtasten. In manchen Fällen kann ein Rachenabstrich nötig sein, um den Krankheitserreger zu identifizieren.

 

Häufig tritt eine Mandelentzündung mit anderen Infektionen gemeinsam auf. Deshalb werden auch Nase und Ohren untersucht und die Lunge abgehört. Bei Verdacht auf andere Erkrankungen, beispielsweise dem Pfeiffer‘schen Drüsenfieber, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. In manchen Fällen kann auch eine Ultraschall-Untersuchung oder eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein, beispielsweise um einen Abszess auszuschließen.

Therapie bei Angina

Die Therapie der Angina zielt auf die Ausheilung der Erkrankung und damit Rückbildung der Beschwerden sowie die Vermeidung von Komplikationen ab. Zur Linderung der Beschwerden, vor allem in den ersten Tagen nach Krankheitsbeginn, können sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wie etwa Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden. Acetylsalicylsäure, wie in Aspirin oder Thomapyrin sollte jedoch gemieden werden.

 

Liegt der Mandelentzündung eine bakterielle Infektion zugrunde, wird der Arzt unter Umständen ein Antibiotikum verschreiben.

 

Bei mehrfach wiederkehrenden Mandelentzündungen oder bei auftretenden Komplikationen kann eine Entfernung (Tonsillektomie), seltener auch eine Teilentfernung (Tonsillotomie) notwendig sein. Bei weniger als 3 Angina-Erkrankungen pro Jahr wird laut aktueller Leitlinie – sofern keine Komplikationen vorliegen – von einer Operation eher abgeraten. Bei häufigerem Auftreten einer Rachenentzündung kann sie (jedenfalls beim Erwachsenen) in Erwägung gezogen werden, beim Kind liegen noch härtere Einschränkungen vor.

 

In allen Fällen sollte eine Operation reiflich überlegt sein, da eine Mandelentfernung ein ernstzunehmendes Risiko einer Nachblutung in sich birgt.

Was kann der Betroffene selbst gegen eine Angina tun?

Bei einer Mandelentzündung ist körperliche Anstrengung zu vermeiden, in der Regel ist Bettruhe angeraten. Wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Gurgeln mit Salbeitee hilft ebenfalls, die Beschwerden zu lindern. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Nasenatmung ausreichend ist, ggf. sollte ein abschwellendes Nasenspray verwendet werden.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


03.03.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Ostertag/privat
Prim. Dr. Peter Ostertag
Foto (c): Ostertag/privat
Leiter der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Bezirkskrankenhaus Kufstein

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