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Antibiotikum gegen Schwindelanfälle

Mann hat Schwindelanfall.
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Übelkeit, Drehschwindel, Tinnitus und Schwerhörigkeit können einen ganz schön aus der Bahn werfen. (pathdoc / Fotolia)

Eine Analyse zeigt: Die seltene Menière-Krankheit kann mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Die so genannte seltene Menière-Krankheit bringt Übelkeit, Drehschwindel, Tinnitus und Schwerhörigkeit mit sich. Ursächlich ist eine Änderung des hydrostatischen Drucks im Innenohr. Die Erkrankung ist belastend, die Behandlung schwierig. Im Extremfall wurde früher sogar der Gleichgewichtsnerv durchtrennt oder das ganze Gleichgewichtsorgan chirurgisch entfernt. Deutlich einfacher ist da die Behandlung mit einem speziellen Antibiotikum (Gentamicin). Durch Eintropfen des Antibiotikums ins Mittelohr wird eine Nebenwirkung des Medikaments therapeutisch genutzt. Gentamicin reduziert auf schonende Weise die Erregbarkeit der Gleichgewichtssinneszellen.

Häufig reicht eine Anwendung aus

Wissenschafter der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (KL Krems) haben sich nun 32 österreichische Behandlungsfälle zwischen den Jahren 2012 und 2015 erneut angesehen und die Ergebnisse ausgewertet. "Unsere Auswertungen bestätigen die Wirksamkeit dieser einfachen Behandlungsmethode", erklärt Dr. Béla Büki, Leiter der Ambulanz für Hör- und Gleichgewichtsstörungen am Universitätsklinikum Krems der KL Krems, "In über einem Drittel der Fälle war sogar nur eine einzige Injektion notwendig, um eine spürbare und nachhaltige Linderung der Symptome zu erzielen." Damit bestätigten die Ergebnisse aus Österreich andere Studien, in denen diese Behandlungsmethode therapeutisch eingesetzt wurde.

So wirkt es

Das Team wertete dazu Daten einer speziellen Messmethode aus, die einen bestimmten Reflex des Menschen erfasst. Dieser gleicht rasche Kopfbewegungen durch entgegengesetzte Augenbewegungen aus und ermöglicht so, trotz des sich bewegenden Kopfes, Dinge problemlos visuell zu fixieren. Bei einem gestörten Gleichgewichtssystem ist dieser Reflex in unterschiedlichem Maß verringert und kann als Größe für den Grad der Erkrankung oder aber einen Behandlungserfolg herangezogen werden. Tatsächlich fand das Team durch Auswertung dieser Daten heraus, dass der anfängliche Behandlungserfolg keine Aussage darüber erlaubte, ob eine weitere Injektion des Antibiotikums in ein paar Monaten nötig werden würde. Hier muss also der Behandlungsverlauf einfach abgewartet werden.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


03.07.2018

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