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Gürtelrose (Herpes Zoster)

Mann mit Gürtelrose am Rücken
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Gürtelrose wird von denselben Viren verursacht, die auch Windpocken auslösen. (Mumemories / Shutterstock.com)

Bei der schmerzhaften Hauterkrankung Gürtelrose kommt es zu einer Nervenentzündung, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird.

Hat man schon einmal mit dem Varizella-Zoster-Virus zu kämpfen gehabt und in weiterer Folge Windpocken entwickelt, kann es später im Leben zur Gürtelrose kommen. Schmerzhafte Bläschen sind das auffälligste Symptom der Krankheit. Wird sie rasch erkannt, ist eine effektive Behandlung aber in den meisten Fällen gut möglich. Durch eine Impfung kann eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus und damit die Gürtelrose verhindert werden.

Zusammenfassung

  • Das Varizella-Zoster-Virus sorgt bei vielen Kindern für Windpocken. Infiziert man sich später im Leben erneut, kann es zur Gürtelrose kommen.
  • Das auffälligste Symptom ist ein schmerzhafter Ausschlag, bei dem sich auch entzündliche rote Flecken und Bläschen bilden. Oft tritt er zunächst am Rücken auf und breitet sich von dort auf den Brustkorb aus.
  • In der Behandlung kommen unter anderem orale Virostatika, Puderpräparate und bei schwerwiegenderen Fällen Schmerzmittel zum Einsatz. Betroffene sollten sich bestmöglich isolieren, da das Virus hochansteckend ist.
  • Mit einer Schutzimpfung kann eine Infektion verhindert werden.

Häufigkeit von Herpes Zoster

Nach Schätzungen erkranken etwa 2 bis 5 von 1.000 Personen pro Jahr an der Gürtelrose. In Österreich ergibt das jährlich um die 30.000 Fälle. Ungefähr jeder zweite Betroffene ist über 65 Jahre alt.

Ursachen von Herpes Zoster

Die Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst, welches insbesondere bei Kindern häufig zur Entstehung von Windpocken (Varizellen) führt. Wer als Kind Windpocken hatte, ist als Erwachsener gegen Herpes Zoster nicht immun: Die Windpocken-Viren "schlummern" oft jahrzehntelang im Nervengewebe. Wenn das Immunsystem in weiterer Folge einmal geschwächt ist (zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung), werden sie wieder in Form einer Gürtelrose aktiv.

 

In etwa 10 bis 20 % der an Varizellen erkrankten Menschen entwickeln später im Leben auf diese Weise einen Herpes Zoster. Die Krankheit ist in weiterer Folge für ungeimpfte Personen und jene, die als Kinder nicht an Windpocken erkrankt sind, ansteckend. Insgesamt ist die Gürtelrose jedoch deutlich weniger ansteckend als eine Windpockeninfektion. Während sich bei Windpocken 80 – 90 % der Haushaltsmitglieder anstecken, sind es bei der Gürtelrose nur zirka 15 %. 

Symptome & Verlauf von Gürtelrose

Die Herpes-Zoster-Infektion äußert sich durch einen schmerzhaften Ausschlag mit entzündlichen roten Flecken und Bläschen, der sich häufig wie ein halbseitiges Band über den Brustkorb zieht. Die Bläschen sind mit klarer Flüssigkeit gefüllt, die das Virus beherbergen – der Kontakt damit ist ansteckend.

 

Nach 1 bis 2 Tagen brechen die Bläschen auf. Sie trocknen aus, es bilden sich Krusten. In diesen Krankheitsphasen ist die Gürtelrose ansteckend – durch Kontakt mit den offenen Bläschen (Schmierinfektion), aber auch über die Luft. Es bilden sich manchmal Narben, insbesondere wenn es zu einer Zweitinfektion, z. B. durch Bakterien kommt.

 

In den meisten Fällen beginnt die Gürtelrose am Rücken und breitet sich auf den Brustkorb aus, es können aber auch 

  • Gesicht (mit Gefahr für Augen oder Gehör)
  • Hals

  • Arme oder

  • Beine

betroffen sein.

 

Entstehung einer Post-Zoster-Neuralgie

Der Ausbruch einer Gürtelrose führt dazu, dass Nervengewebe geschädigt wird. Dadurch kann es zu attackenartigen, "blitzartigen" Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) kommen, die oft monatelang anhalten und für Betroffene äußerst unangenehm sind. Von 10 Personen, die an Gürtelrose erkranken, entwickeln 1 bis 2 % eine Post-Zoster-Neuralgie, das Risiko nimmt mit dem Alter zu: Bei den über 60-Jährigen sind rund zwei Drittel gefährdet, an diesen neuropathischen Nervenschmerzen zu erkranken. Die Schmerzen treten in den befallenen Nervenarealen oft noch Jahre später auf, meist in unterschiedlicher Intensität. Mit dem Alter steigt das Risiko. Das Risiko für die Entwicklung einer Post-Zoster-Neuralgie kann durch eine intensive Schmerztherapie während der Infektion deutlich reduziert werden.

Diagnose von Herpes Zoster

Die Gürtelrose lässt sich aufgrund des typischen halbseitigen Ausschlages leicht vom Arzt diagnostizieren. Der Arzt fragt auch nach, ob der Betroffene in der Kindheit an Windpocken erkrankt ist. In seltenen Fällen ist der Nachweis der Erreger durch einen Bläschenabstrich nötig.

Behandlung bei Herpes Zoster

Die Gürtelrose wird in leichten Fällen mit oralen Virostatika behandelt, sowie mit Puderpräparaten, die die Bläschen austrocknen. Schwerwiegendere Fälle werden mit Infusionen und Schmerzmitteln therapiert. Dauer und Auftreten von Nervenschmerzen werden damit verkürzt. Je früher die Therapie einsetzt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen, vor allem der Post-Zoster-Neuralgie. Besonders im Frühstadium ist der Zoster sehr gut mit Virostatika und Schmerzmitteln behandelbar. Verhindert werden kann eine Gürtelrose mittlerweile durch eine Impfung.

Gürtelrose: Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Herpes Zoster ist ansteckend, Erkrankte sollten unbedingt den Kontakt zu Kindern, älteren Personen und insbesondere zu Schwangeren meiden. Stecken sich werdende Mütter, die als Kind nicht die Windpocken hatten, mit den Viren an, so kann ein Windpockenausbruch während der Schwangerschaft zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen.

 

Im österreichischen Impflan wird Personen ab 50 Jahren eine Impfung empfohlen, die eine Wirksamkeit von über 90 % aufweist. Wenn trotz der Impfung dennoch eine Gürtelrose auftritt, verläuft diese in der Regel deutlich milder und mit weniger Komplikationen, die Kosten für diese einmalige Impfung müssen selbst getragen werden.

 

Zusätzlich gibt es eine Impfung gegen Windpocken ab dem ersten Lebensjahr. Da durch diese Impfung eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus verhindert wird, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit auf die Entwicklung einer Gürtelrose. Die Kosten für diese zweizeitige Impfung müssen selbst getragen werden.

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


18.02.2014 / 27.07.2021
MEDIZINISCHER EXPERTE
Ap.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Johannes Griss PhD
Foto (c): privat
Oberarzt der Universitätsklinik für Dermatologie AKH Wien
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