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Trockene Haut

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Rückfettende Produkte vor allem auch im Winter sind selbst bei weniger empfindlichen Hauttypen ratsam. (Lars Zahner / Fotolia.com)

Trockene, fettarme Haut wirkt durch feine Schuppenbildung rau und glanzlos. Zudem besteht häufig ein Spannungsgefühl, im Extremfall beginnen betroffene Hautstellen zu jucken. 

Ursache der Trockenheit ist häufig eine verminderte Talgproduktion, die zu Feuchtigkeits- und Fettmangel führt. Der natürliche Säureschutzmantel der Haut ist dadurch nur unzureichend ausgebildet. Auch äußere Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, verwendete Pflegeprodukte, Stress oder häufiges Baden können die Haut zusätzlich austrocknen. Es gibt es spezielle Cremes und Salben, die spezielle Feuchthaltefaktoren (u.a. Harnstoff und Hyaluronsäure) zur Rückfettung und Durchfeuchtung enthalten. Extrem trockene Haut kann mit Ölbädern behandelt werden. 

Wem nützt diese Therapie?

Die Rückfettung und Durchfeuchtung (Hydratisierung) der Haut ist bei spannender, schuppender, auch durch Trockenheit juckender Haut angezeigt. Das ist häufig der Fall bei empfindlichen Hauttypen. Auch äußere Faktoren wie übermäßiges Waschen oder alkoholhaltige Pflegeprodukte können die natürliche Hautbarriere schädigen und damit Feuchtigkeit entziehen. 
 

Darüber hinaus entwickelt sich eine Hauttrockenheit im Laufe des Alterungsprozesses häufig ab dem 40. Lebensjahr und verstärkt sich dann mit zunehmendem Alter. Auch bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine Pflege mit Feuchthaltefaktoren ratsam. 

Wie wirkt die Therapie?

Ein Säureschutzmantel, auch Hydrolipidfilm genannt, überzieht die gesamte Haut, hält sie geschmeidig und schützt den Körper vor chemischen und mikrobiellen Einflüssen. Diese Schicht besteht zum übermäßigen Teil aus Talg, der vom Körper produziert wird. Bei der täglichen Hautreinigung wird dieser Säureschutzmantel angegriffen. Wasser, das in der obersten Hornschicht gebunden ist, wird dabei entzogen. 
 

Durch diese Austrocknung können Fältchen und Schuppen entstehen und es kommt zu einem unangenehmen Spannungsgefühl. Mit Hilfe der richtigen Pflegeprodukte kann der Fett- und Feuchtigkeitsfilm der Haut wiederhergestellt werden. Diese Rückfettung und Hydratisierung ist mit Hilfe verschiedener Wirkstoffe möglich. Zu ihnen gehören beispielsweise Harnstoff, Hyaluronsäure, Aloe Vera, Glycin und Lactat. 
 

Als weiteren Schritt der Therapie sollten alle Aspekte, die die Haut austrocknen vermieden werden. Dazu gehören:

  • Kosmetika, die Alkohol enthalten
  • Herkömmliche Seife mit einem pH-Wert zwischen 8 und 11 
  • Lange, heiße Bäder und Dampfbäder (Ausnahme: Ölbäder und Schaumbäder, die Feuchthaltefaktoren enthalten) 
  • Zu häufiges Waschen und Duschen 
  • Übermäßiges Sonnenbaden
  • Flüssigkeitsmangel

  • Extreme Wetterbedingungen und trockene Heizungsluft
  • Stress und Mangelernährung 

Bei extrem trockener Haut 

Ölbäder haben zwar kaum einen reinigenden Effekt, bei extrem trockener Haut eignen sie sich aber, um die Haut mit einem dünnen Fettfilm zu überziehen und somit vor dem Austrocknen zu schützen. Schaumbäder sind grundsätzlich weniger rückfettend als Ölbäder, dafür werden sie in der Regel mit Feuchthaltefaktoren versetzt, um einem Austrocknen der Haut entgegenzuwirken. Ein relativ hoher Anteil rückfettender Substanzen ist in Cremeschaumbädern und in Bademilch enthalten. 

Wann und wie lange kommt die Therapie zum Einsatz?

Wer von Natur aus eine eher trockene Haut hat, sollte sie kontinuierlichen pflegen. Aufgrund der trocken-kalten Luft sind rückfettende Produkte vor allem auch im Winter selbst bei weniger empfindlichen Hauttypen ratsam. 
 

Bei denjenigen, die nur zeitweise - etwa durch austrocknende Produkte oder durch vermehrte Sonneneinstrahlung - eine fettarme und trockene Haut aufweisen, richtet sich die Therapie am Bedarf einer erhöhten und intensiveren Pflege der Haut. 
 

Sobald der Säureschutzmantel der Haut ausreichend regeneriert ist und die Ursache des Austrocknens beseitigt ist, kann der Pflegeaufwand reduziert und die verwendeten Produkte an den neuen Hautzustand angepasst werden. 

Was können Sie zum Gelingen der Therapie beitragen?

Trocken-fettarme Haut reagiert extrem empfindlich auf äußere Einflüsse, auf trockene Heizungsluft, kalte Temperaturen, Reibung und Sonneneinstrahlung. Schützen Sie Ihre Haut daher vor der Austrocknung durch solche hautschädlichen Einflüsse. 

Was müssen Sie nach der Therapie beachten?

Um dauerhaft eine gut durchfeuchtete Haut zu bekommen, müssen Sie die Pflege Ihrem Hauttyp anpassen. Wer von Natur aus eine trockene und fettarme Haut hat, braucht regelmäßig entsprechende Produkte, die Harnsäure, Kollagen und Ähnliches enthalten. 

 

Wer eigentlich ein normaler Mischhaut-Typ ist, der braucht die intensive Pflegetherapie unter Umständen nur zeitweise bis austrocknende Faktoren wie alkoholhaltige Kosmetika oder übermäßiges Waschverhalten vermieden werden können. Sprechen Sie daher mit Ihrem Hautarzt. Er wird Sie hinsichtlich Ihres Hauttyps und der passenden Pflege beraten. 
 

Damit die Haut geschmeidig bleibt, benötigt sie spezielle Feuchthaltefaktoren, die durch ihre chemischen Eigenschaften dazu in der Lage sind, Wasser zu binden. Folgende Wirkstoffe kommen bei trockener Haut beispielsweise zum Einsatz: 
 

WIRKSTOFF 

WAS IST DAS? 

WAS KANN ER? 

Glycin 

Proteinbestandteil (Aminosäure) 
 

Spendet Feuchtigkeit und glättet die Haut. Wird häufig zur Behandlung von Akne genutzt 

Urea 

Harnstoff 
 

Harnstoff reduziert die Verdunstung an der Hautoberfläche. Er ist entzündungshemmend und juckreizstillend 

Sodium 

Ein anderes Wort für den Mineralstoff Natrium 
 

Sehr stark wasserbindende Eigenschaft 

Lactic Acid 

Salz der Milchsäure 
 

Reguliert und stabilisiert den pH-Spiegel der Haut, löst Verhornungen, spendet Feuchtigkeit 

Glycerin, Sorbitol und Propylene Glycol 

Mehrwertige Alkohole 
 

Verhindert, dass in der Haut enthaltenes Wasser verdunstet, regeneriert und stärkt die Hautbarriere 

Aloe Vera 

Dickflüssiger Pflanzenextrakt 
 

Wirkt Feuchtigkeit bindend und entzündungshemmend 

Wer therapiert?

Der Hautarzt kann die Struktur Ihrer Haut genau begutachten und so feststellen, was ihr fehlt. Außerdem kann er speziell auf Sie abgestimmte Cremes und Salben verordnen, die in der Apotheke angemischt werden. Empfehlungen hinsichtlich geeigneter Produkte erhalten Sie auch beim Apotheker oder einer Kosmetikerin. 
 

Die eigentliche Therapie, die aus einer regelmäßigen Anwendung der Reinigungs- und Pflegeprodukte besteht, müssen Sie allerdings regelmäßig jeden Tag selbst leisten. 

Wo liegen die Grenzen der Therapieform?

Wenn die Talgdrüsen von Natur aus nur wenig schützende Flüssigkeit absondern und die Haut daher nur einen dünnen Säureschutzmantel hat, kann auch eine intensive Pflege nicht dazu beitragen, dass die Drüsen produktiver werden. Hier kann die Therapie nur dauerhaft erfolgen, um den Schutzmantel von außen zu unterstützen. 

Kosten & Krankenkasse

Die allgemeine Untersuchung beim Hautarzt wird natürlich von der Krankenkasse gezahlt. Die Kosten für die täglich anzuwendenden Reinigungs- und Pflegeprodukte müssen Sie hingegen selbst tragen. 

AUTOR


Nadja Heine


ERSTELLUNGSDATUM


27.01.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Tamara Kopp
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Juvenis Medical Center
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Gesundheit heute, Dr. med. A. Schäffler (Hrsg.), Trias Verlag, Stuttgart, 2014
Klinisches Wörterbuch, Psychrembel, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2013
Körperpflegekunde, S. Bender, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Stuttgart, 2014
Dermatologie, Duale Reihe, I. Moll, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010

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